Frau Schröter, erst einmal Gratulation zur erfolgreichen Zertifizierung. Wie beschreiben Sie die Zusammenarbeit mit AUBI-plus hinsichtlich der Zertifizierung?
Die Zusammenarbeit war sehr kooperativ und serviceorientiert. Wir wurden im Vorfeld hervorragend informiert und eingebunden. Der Zertifizierungsprozess war schlank und für uns wenig aufwändig. 

Wie haben Sie die Mitarbeitenden für die Teilnahme an der Befragung erwärmen können? Gab es Schwierigkeiten? Wie sind Sie diesen ggf. begegnet?
Die Teilnahmebegeisterung kam weitestgehend von selbst. Ausbilder, Azubis und Ex-Azubis wurden gebeten teilzunehmen ohne Zwang, nur wenige wurden ein zweites Mal erinnert – ein besonderes Erwärmen war nicht nötig. 

Wie bereiten Sie neue Ausbilderinnen und Ausbilder auf die Aufgabe vor? Welche Leitlinien sind Ihnen bzw. dem Unternehmen wichtig? Unterliegt die Ausbildungsarbeit einem Motto?
"
DEHN richtigen Weg gehen…" ist das Motto, um Schülerinnen und Schüler für uns zu gewinnen. Das Ausbilderteam sieht sich als Wegbereiter und begleitet die jungen Menschen vom Recruiting bis zur Zeit nach der Übernahme in ihre festen Positionen nach der Ausbildung.  

Welchen Herausforderungen sehen Sie sich in der Ausbildungsarbeit noch gegenübergestellt? Nicht nur, aber z.B. auch im Hinblick auf Themen wie Digitalisierung und Ausbildung 4.0?
Die Generation alpha ist auf dem Weg in die Ausbildung. Diese zukünftigen Azubis erwarten im beruflichen Umfeld auch genau die gleichen Bedingungen, die sie im privaten Umfeld schon lange erleben: digitale Formate, automatisierte Prozesse etc. Unser Unternehmen hat die Themen Digitalisierung und Internationalisierung absolut priorisiert. Insofern finden die Azubis der Zukunft auch bei uns eine sich wandelnde Arbeitswelt vor und werden diese Themen ganz automatisch vermittelt bekommen.

Auch wenn die Zertifizierung recht frisch ist: Welche Impulse nehmen Sie mit? An welchen Stellen Ihrer Ausbildungsarbeit möchten Sie nachbessern?
Abschließend können wir das noch nicht beantworten. Wie oben beschrieben, möchten wir die Impulse und Erkenntnisse aus dem Ergebnisreport ableiten. Die erste Information ergab, dass wir im Bereich Lernortkooperationen weniger gut bewertet wurden. Hier gilt es zu hinterfragen und möglicherweise Angebote für die Azubis auszuarbeiten. 

Auf welchen Teil Ihrer Ausbildungsarbeit sind Sie besonders stolz? Wie gestalten Sie ihn?
Wir möchten hier zwei Bereiche hervorheben: einmal das Onboarding und zum anderen die Prüfungsvorbereitung. Wir wollen die Schülerinnen und Schüler früh ins Unternehmen einbinden, indem wir bereits die Unterzeichnung der Ausbildungsverträge gemeinsam mit den Eltern „zelebrieren“ und die Gelegenheit nutzen, das Unternehmen und die Ausbilder vorzustellen.

Eine „Onboarding-Party“ (in Zeiten von Corona kann diese leider nur online stattfinden) bringt die Starter bereits vor dem Ausbildungsbeginn mit Azubis aus dem 2. Ausbildungsjahr zusammen und wird mit einer Besichtigung unseres Logistik-Standorts verbunden. Mit Beginn der Ausbildung steht dem Neuling ein Pate an der Seite, also ein Auszubildender aus einem höheren Lehrjahr. Und unter dem Motto "DEHNstart" finden weitere Einführungsworkshops/-schulungen etc. statt, die die jungen Kolleginnen und Kollegen schnell und umfangreich ins Unternehmen einbinden.

Natürlich bleibt der Betreuungsgrad über die gesamte Ausbildungszeit sehr hoch, findet allerdings in der Prüfungsvorbereitung dann nochmals einen besonderen Abschluss. Gerade die Ausbilder der Lernwerkstatt nehmen sich sehr viel Zeit, um hier intensiv vorzubereiten. Ehrungen und Auszeichnungen durch Berufsschule und IHK bestätigen diese Arbeit jedes Jahr aufs Neue.  

Und zum Abschluss: Was ist Ihr Tipp für eine gelungene Ausbildung?
Motivierte Ausbilder, die den jungen Leuten mit Lust und Leidenschaft ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse vermitteln. Und viele engagierte Fachbereiche, die die Azubis in ihre Fachgebiete einbinden, praxisnah mitarbeiten lassen und zum Teil auch bereits Verantwortungen und kleine Projekte übertragen.

Vielen Dank für das Interview!


Über die DEHN SE + Co KG
Das Familienunternehmen DEHN bietet innovative, einzigartige und smarte Schutzlösungen, Services und Expertise für den Überspannungs-, Blitz- und Arbeitsschutz an, die für Gebäude-, Energie- und Infrastruktur-Anwendungen maßgeschneidert werden. Mit weltweit mehr als 2.000 Mitarbeitern, vertreibt das Unternehmen seine Produkte in 70 Ländern rund um den Globus. Erfahrung, höchste Qualitätsansprüche und konsequente Kunden- und Marktorientierung zeichnen dabei die tägliche Arbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus.

Über das Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN®
BEST PLACE TO LEARN® ist das Gütesiegel für die betriebliche Ausbildung. Für die Auditierung werden ausbildendes Personal, aktuelle und ehemalige Azubis des Unternehmens umfassend befragt – selbstverständlich anonym. Die Auswertung erfolgt auf Basis der Erkenntnisse des BIBB-Forschungsverbunds und der wissenschaftlichen Arbeiten von Rauner und Piening von der Universität Bremen. Mehr Infos gibt es auf unserer Website: https://www.bestplacetolearn.de/

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