AUBI-plus: Zunächst möchten wir Ihnen ganz herzlich zu Ihrer Rezertifizierung mit dem Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN® gratulieren! Was hat sich seit der letzten Zertifizierung getan?

Lennart Eick: Vielen lieben Dank! Wir freuen uns sehr, dass wir wieder so gut abschneiden konnten und sich unser Engagement auch im Ergebnis der Rezertifizierung widerspiegelt. Uns ist es grundsätzlich wichtig, unser Ausbildungskonzept stets zu hinterfragen und es weiterzuentwickeln.

Auf Basis der Ergebnisse der ersten Zertifizierung haben wir den Punkt Wertschätzung unserer Azubis besonders hoch priorisiert. Es ist deutlich zu erkennen, dass unsere ehemaligen Azubis in dieser Hinsicht nicht vollständig zufrieden waren. Für uns ist Wertschätzung allerdings einer der wichtigsten Faktoren. Wir legen daher großen Wert auf eine Kommunikation auf Augenhöhe, faire Gehälter sowie die Integration der Nachwuchskräfte als vollwertige Teammitglieder. Insgesamt hat die Ausbildung bei der REWE Systems weiter an Stellenwert gewonnen. So lässt sich sehr schön beobachten, dass immer mehr Unternehmensteile aktiv ausbilden und die Gruppe unserer Nachwuchskräfte wächst.

Wie fiel das Feedback Ihrer Nachwuchskräfte in der Befragung aus?

Das Feedback fiel sehr positiv aus. Gerade die Tatsache, dass unsere Nachwuchskräfte Aufgaben aus der Praxis übernehmen und so einen produktiven Beitrag leisten, welcher teilweise sogar direkt im Markt sichtbar wird, wird von den Azubis als sehr wertschätzend wahrgenommen. Für uns ist es besonders schön, dass sich diese positive Entwicklung anhand der aktuellen Ergebnisse der Befragung erkennen lässt. Die Maßnahmen haben sich bewährt und unsere bestehenden Nachwuchskräfte empfinden eine sehr hohe Wertschätzung. 

Ihre bereits sehr guten Ergebnisse im Bereich Onboarding konnten Sie sogar noch übertreffen. Mit welchen Maßnahmen gestalten Sie Ihren Onboarding-Prozess?

Onboarding beginnt bei uns nicht erst zum Start der Ausbildung, sondern unmittelbar nach der Einstellung. Wir legen hier großen Wert darauf, den Kontakt zu unseren Auszubildenden von Anfang an zu pflegen und versorgen sie daher regelmäßig mit aktuellen Informationen über unseren Azubi-Newsletter. Darüber hinaus veranstalten wir ein Azubi-Sommerfest, um ein erstes Kennenlernen innerhalb der Gruppe der Nachwuchskräfte bereits vorab zu ermöglichen. Ein besonderes Highlight zum Start der Ausbildung ist sicherlich unsere Einführungsfahrt. Wir fahren hier mit unseren neuen Nachwuchskräften gemeinsam für zwei Tage in ein Tagungshotel, um dort alle wichtigen Informationen für den Start zu vermitteln und um den Azubis direkt die Möglichkeit zu bieten, sich untereinander zu vernetzen sowie den richtigen Teamspirit aufzubauen.

Unsere Nachwuchskräfte erinnern sich sehr gerne an die Einführungsfahrt zurück, da diese einen optimalen Grundstein für sie legt. Im Anschluss an die Fahrt werden die Nachwuchskräfte von den betreuenden Teams in Empfang genommen. Abgerundet wird unser Onboarding-Prozess mit verschiedenen Seminaren, welche den Einstieg erheblich erleichtern. 

Ja genau, in den Azubi-Zitaten werden Ihre Angebote wie Schulungen und Trainings auch lobend erwähnt. Was tun Sie sonst noch über das „Normale“ hinaus für Ihre Nachwuchskräfte?

Wie beschrieben ist es für uns wichtig, dass die Nachwuchskräfte tatkräftig in den Teams mitarbeiten können. Hierzu sind natürlich auch methodische bzw. prozessuale Kenntnisse hinsichtlich unserer Arbeitsweisen wichtig. Bei der REWE Systems arbeiten wir mittlerweile vollständig in agilen Strukturen. Unsere Azubis bekommen daher zu Beginn der Ausbildung ein Seminar, in welchem die Grundlagen des agilen Arbeitens direkt vermittelt werden.

Ebenfalls hervorzuheben ist, dass unsere Auszubildenden bestmöglich vorbereitet ihre Abschlussprüfungen absolvieren sollen. Wir haben daher einen Prüfungsvorbereitungskurs fest etabliert. Sollte es weitere Schulungen oder Trainings geben, welche für die Nachwuchskräfte sinnvoll sind, haben wir jederzeit die Möglichkeit, diese individuell zu organisieren bzw. zu buchen. 

Ihre Nachwuchskräfte sind sich einig: Das Ausbildungspersonal bei REWE Systems verfügt über viele Kompetenzen. Gibt es besondere Maßnahmen, mit denen Sie neue Ausbilderinnen und Ausbilder auf die Aufgabe vorbereiten?

Qualifiziertes und motiviertes Ausbildungspersonal bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Ausbildung. Glücklicherweise gibt es bei der REWE Systems eine Vielzahl an fachlich sehr kompetenten, aber auch empathischen Mitarbeitenden, welche sich gerne im Bereich Ausbildung engagieren. Damit das notwendige Know-how zur Betreuung bei unserem Ausbildungspersonal sichergestellt ist, erhalten neue Ausbildungsbeauftragte immer eine Schulung, in welcher die wichtigsten Inhalte vermittelt werden. Darüber hinaus finden regelmäßige Termine statt, in welchen unser Ausbildungspersonal Updates zum Thema Ausbildung bekommt, Best-Practice-Modelle in der Betreuung vorgestellt werden und ein stetiger Austausch untereinander stattfinden kann, um so voneinander zu profitieren und zu lernen. 

Ihre Ergebnisse waren in allen Qualitätsbereichen äußerst positiv. Sehen Sie dennoch Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft?

Für uns ist dieses äußerst positive Ergebnis ein klares Zeichen dafür, dass wir schon sehr viel richtig machen und vor allem dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir möchten uns auf diesem Ergebnis aber definitiv nicht ausruhen, sondern trotzdem stets hinterfragen, was wir noch besser machen können. Bei der REWE Systems leben wir daher eine sehr offene Feedbackkultur. Bereits in der Ausbildung lernen unsere Nachwuchskräfte, wie sie einerseits mit Feedback umgehen, und wie sie andererseits Feedback geben. Wir nehmen das Feedback der Nachwuchskräfte sehr ernst und setzen deren wertvolle Vorschläge und Impulse so gut es geht in die Tat um.

Konkret aus den Ergebnissen der BEST PLACE TO LEARN-Befragung nehmen wir mit, dass wir die Azubis noch intensiver bei der Karriereplanung unterstützen. Wir denken daher von Anfang an mit, welche Rolle bzw. Position auf die jeweilige Nachwuchskraft und dessen Persönlichkeit passt. Im gemeinsamen Austausch mit den Führungskräften der REWE Systems haben wir so die Möglichkeit, für unsere Azubis möglichst frühzeitig die passende Übernahmeposition zu finden. Denn wir bilden aus, um zu übernehmen! 

Neben dem Onboarding und den Kompetenzen des Ausbildungspersonals wird auch das berufliche Lernen im Betrieb besonders gelobt. Wie gestalten Sie den Lernprozess für Ihre Nachwuchskräfte?

Alle Nachwuchskräfte haben bei uns die Möglichkeit, verschiedene Teams, aber auch unterschiedliche Rollen innerhalb der Teams, kennenzulernen. Wir haben hier den Vorteil, ein sehr großes IT-Unternehmen zu sein, sodass wir viele sehr spannende Themenfelder behandeln, in welchen die Azubis eingesetzt werden können. Hierbei ist es für uns immer sehr wichtig, die Interessen der Nachwuchskräfte miteinzubeziehen. Es gibt somit auf der einen Seite die Möglichkeit, die Teams regelmäßig zu wechseln, um sich einen möglichst breiten Überblick zu verschaffen, und auf der anderen Seite die Chance, sich schon während der Ausbildung fest in einem Team zu etablieren, wenn dies gewünscht ist. Hier zeichnet uns die Flexibilität in der Gestaltung des Ausbildungsplans aus. 

Und zu guter Letzt: Wie sieht erfolgreiche Ausbildungsarbeit Ihrer Meinung nach aus?

Erfolgreiche Ausbildungsarbeit zeichnet sich aus meiner Sicht durch regelmäßiges Feedback in beide Richtungen, klare Strukturen sowie ein gut durchdachtes Ausbildungskonzept, aber auch Raum für individuelle Entwicklung und persönliche Mitgestaltung der Nachwuchskräfte aus.

Vielen Dank für das Interview und die spannenden Einblicke!

 

Über REWE System

Die REWE Systems ist der zentrale Lösungsanbieter der REWE Group, wenn es um Informations- und Telekommunikations-Systeme geht. Als Technologiepartner der REWE Group ist die REWE Systems ein zentraler Bestandteil der gesamten Wertschöpfungskette. Basierend auf modernsten Technologien entwickeln rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Lösungen, die vom Produzenten bis zum Verbraucher genutzt werden. 2018 wurde REWE Systems zum ersten Mal mit dem Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN ausgezeichnet. 

Über das Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN®

BEST PLACE TO LEARN ist das Gütesiegel für die betriebliche Ausbildung. Für die Auditierung werden ausbildendes Personal, aktuelle und ehemalige Azubis des Unternehmens umfassend befragt – selbstverständlich anonym. Die Auswertung erfolgt auf Basis der Erkenntnisse des BIBB-Forschungsverbunds und der wissenschaftlichen Arbeiten von Rauner und Piening von der Universität Bremen. Mehr Infos gibt es auf unserer Website: https://www.bestplacetolearn.de/

Ausbilderinterviews im Überblick

In einer losen Interview-Reihe spricht die AUBI-plus-Redaktion mit Vertreterinnen und Vertretern von zertifizierten Ausbildungsbetrieben. Bereits erschienen:

  1. Ausbilderinterview KEB: Modernstes Lernumfeld und ein Mathe-Grundkurs
  2. Ausbilderinterview Creditreform: Sich als Menschenbegleiter verstehen
  3. Ausbilderinterview REINTJES: Moderne Ausstattung, kompetente Ausbilder
  4. Ausbilderinterview Bockermann Fritze: Stärken individuell fördern
  5. Ausbilderinterview J. Schneider: Voll dabei von Anfang an
  6. Ausbilderinterview DEHN: Beste Bedingungen von Anfang an
  7. Ausbilderinterview swt: Individuelle Entwicklung in der Ausbildung
  8. Ausbilderinterview MLP: Selbstständig und praxisnah
  9. Ausbilderinterview Landratsamt Karlsruhe: Mit einem Wir-Gefühl starten
  10. Ausbilderinterview REWE Group: Mitgestaltung und Austausch
  11. Ausbilderinterview REWE Systems: "Ausbilden, um zu übernehmen!"
  12. Ausbilderinterview JAB ANSTOETZ: Ausbildung gemeinsam gestalten

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Ausbilderinterview JAB ANSTOETZ: Ausbildung gemeinsam gestalten

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Für die hohe Qualität seiner betrieblichen Ausbildung wurde das Bielefelder Familienunternehmen JAB JOSEF ANSTOETZ jetzt mit dem Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN ausgezeichnet. Besonders gute Bewertungen gab es für das Onboarding neuer Auszubildender, das berufliche Lernen im Betrieb und die Kompetenzen des Ausbildungspersonals. Im Interview mit der AUBI-plus-Redaktion gibt Ausbildungsleiterin Jutta Klause Einblicke in die Ausbildungsarbeit bei JAB JOSEF ANSTOETZ.

Ausbildungsordnung für Steuerfachangestellte neu gefasst

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Pressemeldung des Berufsbildungsinstituts - BIBB vom 29.9.2022 Ob Steuererklärung, Betriebsprüfung oder Buchführung - ohne die Unterstützung durch digitale beziehungsweise elektronische Verfahren geht in Steuerberatungs­kanzleien und in der Finanzverwaltung mittlerweile nichts mehr. Zudem hat die Beratungsintensität von Mandan­tinnen und Mandanten bei steuer- und betriebs­wirtschaftlichen Fragen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Und um die Berufsausbildung zum/zur Steuerfachangestellten modern und attraktiv zu gestalten, wurden darüber hinaus auch die neuen Standardberufsbildpositionen in die Ausbildung aufgenommen.

Benehmen ist (keine) Glückssache!

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Höflich sein, freundlich grüßen, „Bitte“ und „Danke“ sagen, sich vernünftig kleiden, Ordnung halten, Respekt zeigen - im gegenseitigen Miteinander sind diese Verhaltensweisen leider nicht immer und überall selbstverständlich. Der Artikel gibt Anregungen, wie Ausbilderinnen und Ausbilder gutes Benehmen vermitteln können.