Mentale Gesundheit in der Ausbildung: Kein Randthema mehr
Wie gelingt es, Auszubildende auch in herausfordernden Zeiten motiviert, gesund und leistungsfähig durch ihre Ausbildung zu begleiten? Diese Frage beschäftigt immer mehr Ausbildungsverantwortliche – und sie stand im Mittelpunkt unserer beiden Veranstaltungen der vergangenen Wochen. Sowohl das Webinar „Mentale Gesundheit als Erfolgsfaktor: Junge Talente verstehen und nachhaltig stärken“ als auch der AUBI-Talk „Mentale Gesundheit in der Ausbildung“ stießen auf großes Interesse. Über 150 Ausbilderinnen und Ausbilder nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam nach praxistauglichen Lösungen zu suchen.
Große Resonanz auf Webinar und AUBI-Talk
Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten das Webinar, rund 50 Ausbildungsverantwortliche kamen beim AUBI-Talk in Hüllhorst zusammen. Die große Resonanz zeigt: Das psychische Wohlbefinden von Auszubildenden ist längst zu einem zentralen Thema der betrieblichen Ausbildung geworden.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele Unternehmen, unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße, vor sehr ähnlichen Herausforderungen stehen. Genau deshalb sind Formate wie unsere Webinare und AUBI-Talks so wertvoll: Sie schaffen Raum für fachliche Impulse, den offenen Austausch und neue Perspektiven für den eigenen Ausbildungsalltag.
Mit dem AUBI-Talk kehrte zudem unser regionales Netzwerkformat zurück. Der persönliche Austausch mit Unternehmen aus der Region machte einmal mehr deutlich, wie viel Potenzial im gemeinsamen Lernen steckt.
Mentale Gesundheit als Erfolgsfaktor in der Ausbildung
Im Mittelpunkt beider Veranstaltungen stand die Frage, wie junge Menschen in ihrer Ausbildung nachhaltig gestärkt werden können. Gemeinsam wurde beleuchtet, welche Lebensrealitäten junge Menschen heute prägen und welche Belastungen im Ausbildungsalltag entstehen können: im Betrieb, in der Berufsschule und im privaten Umfeld.
Dabei wurde deutlich: Die Anforderungen an Auszubildende haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Leistungsdruck, Unsicherheiten und persönliche Belastungen wirken sich zunehmend auf Motivation, Lernfähigkeit und Leistungsbereitschaft aus. Mentale Gesundheit ist deshalb keine Zusatzaufgabe, sondern eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung und eine langfristige Bindung junger Talente.
Ein zentrales Fazit beider Veranstaltungen lautete: Ausbildungsverantwortliche müssen keine psychologischen Fachkräfte sein. Viel entscheidender sind Aufmerksamkeit, Offenheit und eine wertschätzende Kommunikation. Regelmäßige Gespräche, echtes Interesse und verlässliche Ansprechpartner können bereits einen entscheidenden Unterschied machen. Junge Menschen brauchen neben fachlicher Begleitung vor allem Orientierung, Vertrauen und das Gefühl, ernst genommen zu werden.
Warnsignale erkennen und im Gespräch bleiben
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Belastungen frühzeitig erkannt werden können. Diskutiert wurden typische Warnsignale wie zunehmende Fehlzeiten, sozialer Rückzug, Gereiztheit, Konzentrationsprobleme oder nachlassende Leistungen. Entscheidend ist dabei nicht der einzelne schlechte Tag, sondern Veränderungen über einen längeren Zeitraum bewusst wahrzunehmen. „Bevor wir Auszubildende vorschnell als faul oder unmotiviert abstempeln, sollten wir beobachten statt bewerten und das vertrauensvolle Gespräch suchen, um die Ursachen zu verstehen, “ betonte Referentin Lea Gerling.
| Lesetipp: Mentale Gesundheit von Azubis fördern: Tipps für Ausbilder Psychische Belastungen bei jungen Erwachsenen nehmen zu. Doch woran erkennen Ausbildungsverantwortliche, dass ihre Azubis Unterstützung benötigen? Welche Ursachen spielen eine Rolle? Und wie können Betriebe präventiv handeln? In unserem Fachbeitrag erfahren Sie, mit welchen konkreten Maßnahmen Sie dazu beitragen können, dass Ihre Auszubildenden gesund, motiviert und leistungsfähig bleiben. > Jetzt lesen |
Austausch schafft neue Perspektiven
Neben den fachlichen Impulsen war vor allem der Austausch unter den Teilnehmenden ein großer Gewinn. Viele berichteten von ähnlichen Erfahrungen und Fragestellungen, unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße. Gemeinsam wurden Herausforderungen diskutiert, Lösungsansätze vorgestellt und Erfahrungen geteilt.
Eine wichtige Erkenntnis aus beiden Veranstaltungen lautet deshalb: Niemand muss diese Herausforderungen allein lösen. Der Blick über den eigenen Tellerrand eröffnet neue Ideen, gibt Sicherheit und zeigt, dass sich viele Herausforderungen in der Ausbildung gemeinsam besser bewältigen lassen.
Genau diesen Austausch möchten wir auch künftig mit Webinaren, regionalen AUBI-Talks, dem DEUTSCHEN AUSBILDUNGSFORUM und weiteren Formaten fördern, Menschen zusammenbringen und den Wissenstransfer in der Ausbildung stärken.
Ausbildung beginnt beim Menschen
Erfolgreiche Ausbildung bedeutet heute weit mehr als die Vermittlung fachlicher Kompetenzen. Junge Menschen benötigen ein Umfeld, in dem sie sich ernst genommen, unterstützt und verstanden fühlen. Unternehmen, die mentale Gesundheit bewusst in den Blick nehmen, stärken nicht nur ihre Auszubildenden, sondern investieren gleichzeitig in Motivation, Lernbereitschaft und eine langfristige Bindung.
Wer Auszubildende nachhaltig fördern möchte, braucht neben einer wertschätzenden Ausbildungskultur auch konkrete Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung. Deshalb haben wir unser Angebot um Trainings und Workshops für Auszubildende erweitert. Die praxisnahen Formate unterstützen junge Menschen dabei, Selbstvertrauen aufzubauen, ihre Kommunikation zu stärken und Herausforderungen im Ausbildungsalltag souverän zu meistern.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für den offenen Austausch, die zahlreichen Impulse und das große Interesse. Unser besonderer Dank gilt außerdem Felix Behm für die Mitgestaltung des Webinars sowie Sascha Gutmann (TK) für seine Unterstützung beim AUBI-Talk.
Die große Resonanz auf beide Veranstaltungen bestärkt uns darin, auch künftig Räume für Austausch, Orientierung und gemeinsames Lernen zu schaffen, denn die Herausforderungen in der Ausbildung werden nicht kleiner. Umso wichtiger ist es, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam mit Ihnen weiterzugehen. Über neue Veranstaltungstermine informieren wir auf unserer Webseite, im Newsletter sowie auf LinkedIn.Lust auf mehr spannende Artikel?
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