"Das entspricht einem Wertschöpfungsverlust von fast 100 Milliarden Euro", rechnet der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks vor. "Daher ist es wichtig, dass die Bundesregierung dieses Thema weit oben auf die Agenda setzt."

Dercks stellt aber auch klar: "Es gibt nicht die eine Lösung gegen den Fachkräftemangel in den Betrieben." Viele der wichtigen Handlungsfelder greife die Fachkräftestrategie des Bundes auch auf: "Dazu gehören eine bessere Berufsorientierung zu den Chancen der Beruflichen Bildung, ein weiterer Ausbau der Infrastruktur zur Kinderbetreuung – Stichwort Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aber auch die Beschäftigung Älterer, die Integration von Arbeitslosen sowie Zuwanderung aus dem Ausland bieten noch Potenziale."

Demografie ist schneller als Antworten darauf

Lange Zeit sei der Fachkräftemangel nicht ernst genug genommen worden, konstatiert Dercks – wenn es auch in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Aktivitäten zur Fachkräftesicherung gegeben habe. "In jedem Fall ist die Demografie zuletzt schneller als unsere Antworten darauf, denn 400.000 Menschen mehr gehen in Rente, als aus der Schule kommen. Manche Entscheidung war auch kontraproduktiv, zum Beispiel Anreize zum früheren Ausscheiden aus dem Erwerbsleben."

Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer warnt: "Das Fehlen von Fachkräften belastet nicht nur die Betriebe, sondern gefährdet auch unseren Erfolg bei der Energiewende, der Digitalisierung oder dem Infrastrukturausbau. Denn überall brauchen wir für die Umsetzung dieser gesellschaftlichen Projekte vor allem Menschen mit praktischer Expertise."

Gesucht: Praktiker und Experten aus dem Ausland, ...

Fachkräfteengpässe bestünden mittlerweile in der Breite der Wirtschaft, erläutert Dercks. Besonders häufig hätten die Betriebe jedoch Schwierigkeiten, Fachkräfte mit dualer Berufsausbildung zu finden. "Und wenn in den kommenden Jahren die 'Baby-Boomer' in Rente gehen, die oftmals einen solchen Berufsabschluss haben, dürfte der Druck noch zunehmen."

Zum Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre hätten in großem Maße Fachkräfte aus anderen Ländern beigetragen. "Wir müssen uns hier allerdings anstrengen und noch besser werden – schließlich werben auch andere Regionen weltweit um Fachkräfte." Erforderlich seien unter anderem schnelle und digitale Verfahren im gesamten Zuwanderungsprozess, ein aktiveres Werben im Ausland und die Förderung des Spracherwerbs – "denn mit Blick auf die Sprache haben wir tatsächlich einen Nachteil".

... aber auch Menschen ohne Berufsausbildung

Achim Dercks weist auch auf ein weiteres Handlungsfeld hin: "Es fehlen nicht mehr nur Experten, sondern auf vielen Ebenen Arbeitskräfte mit geringerer Qualifikation", berichtet er. Auch das habe bereits zur Folge, dass Unternehmen beispielsweise im Gastgewerbe oder in der Sicherheitsbranche ihre Angebote reduzieren müssten. "Nach unserem aktuellen DIHK-Fachkräftereport sucht fast jedes dritte Unternehmen, das Stellen nicht besetzen kann, erfolglos Arbeitskräfte ohne abgeschlossene Berufsausbildung."


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