Starke Generation? Nicht im Blick der Ausbildenden

Pressemitteilung der u-form Testsysteme GmbH & Co KG. Psychisch kaum belastbar, wenig zuverlässig, nicht besonders loyal. So blicken Ausbildende aktuell auf ihre Azubis. Die sehen das allerdings ganz anders. Während etwa nur 18% der Ausbildungsverantwortlichen die Loyalität der eigenen Azubis für "stark ausgeprägt" halten, schreiben sich 74% der jungen Generation diese Eigenschaft selbst zu. Das ist ein Ergebnis der diesjährigen Studie Azubi-Recruiting Trends, deren zweiter Teil u-form Testsysteme heute veröffentlicht. An der Online-Umfrage haben in diesem Jahr 11.613 Ausbildungsverantwortliche, Azubis sowie dual Studierende und Schüler*innen teilgenommen.

Wie blickt die Generation Azubi auf die eigenen Fähigkeiten? Wie schätzen umgekehrt die Ausbilder die Fähigkeiten von Azubis und dual Studierenden im Betrieb ein? 37 Prozent der Azubis, dual Studierenden und Schüler bewerten ihre eigene psychische Belastbarkeit als "stark ausgeprägt" - nur 3 Prozent der Ausbilder sehen das bei ihren eigenen Azubis allerdings genauso. 55 Prozent der Ausbilder halten ihre Azubis dagegen für psychisch kaum oder gar nicht belastbar.

Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit: stark ausbaufähig

Auch bei anderen Fähigkeiten gibt es deutliche Unterschiede: 74 Prozent der Azubis, dual Studierenden und Schüler*innen halten sich selbst für ausgesprochen zuverlässig. Nur 13 Prozent der Ausbilder sehen das genauso, wenn sie auf die jungen Leute im eigenen Betrieb schauen. 57 Prozent der Azubis glauben, dass ihre eigene Zielstrebigkeit besonders stark entwickelt ist, nur 12 Prozent der Ausbilder sehen das bei den eigenen Azubis so. Für ausgesprochen fleißig hält sich fast die Hälfte der Angehörigen der Generation Azubi (48 %), nur eine schmale Minderheit der Ausbildenden (10 %) kommt im Hinblick auf die Azubis im eigenen Betrieb zum gleichen Schluss.

Selbst- und Fremdwahrnehmung: Rolle des Feedbacks

Es ergeben sich also deutliche Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. "Vor diesem Hintergrund ist es für Azubis fundamental wichtig, von Anfang an regelmäßig Feedback zu bekommen. Die Ausbilder sollten Feedback so geben, dass es nicht als "Urteil", sondern als Chance zur persönlichem Wachstum verstanden wird", sagt die Studieninitiatorin Felicia Ullrich von u-form Testsysteme. Sie empfiehlt beiden Generationen in den Betrieben zudem, ins Gespräch darüber zu kommen, was sie jeweils unter einer Eigenschaft wie "Loyalität" verstehen.

Erwartungen an künftige Arbeitgeber

Interessant sind auch die Erwartungen der "Generation Azubi" an künftige Arbeitgeber. Hier erzielen "Arbeitsatmosphäre" (88 % sehr wichtig), "Jobsicherheit" (86 %) und "Wertschätzung" (83 %) als Kriterien die meisten Nennungen. Ein hohes Gehalt ist für 79 Prozent sehr wichtig. Diversität (33 %) und Nachhaltigkeit (29 %) sind aus der Perspektive der Mehrheit eher nachrangig.

Instagram als künftiges Seniorennetzwerk

Spannende Einblicke liefert die Studie auch beim erstmaligen Vergleich der Generation Z mit der Generation Alpha, also der Jahrgänge ab 2010. Bei den ganz Jungen sinkt die Wahrnehmung von Ausbildungswerbung auf Instagram deutlich (32 % vs. 56 % bei Gen Z) - TikTok bleibt dagegen konstant hoch (38 % vs. 37 %). Hier könnte sich die kommende Transformation von Instagram vom Youngster- zum Seniorennetzwerk andeuten. Zudem überraschend: Auch für die ganz Jungen ist Social Media nicht alles: Die Generation Alpha wünscht sich häufiger persönlichen Kontakt zu Azubis in Stellenanzeigen (65 % Generation Alpha vs. 48 % Gen Z).

Infos und Bestellmöglichkeiten zur Studie unter: www.testsysteme.de/studie

Über die Studie Azubi-Recruiting-Trends 2026

Mit 9.542 teilnehmenden Azubis, dual Studierenden und Schüler*innen sowie 2.071 Ausbildungsverantwortlichen haben die Azubi-Recruiting Trends in diesem Jahr einen neuen Teilnahmerekord erzielt. Deutschlands größte doppelperspektivische Studie zur dualen Ausbildung wird wie in den vergangenen Jahren wissenschaftlich von Prof. Dr. Christoph Beck begleitet. Studienpartner ist AUBI-plus. Im ersten Teil ging es unter anderem um Änderungen in Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt, Krankenstand und psychische Gesundheit der Azubis sowie ihren Blick auf Anforderungsprofile.

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