Studium


Ein Studium bringt einen hohen Organisationsaufwand mit sich. Das fängt schon bei der Bewerbung an und zieht sich durch die komplette Studienzeit hindurch. Eigenständigkeit und eine gute Planung sind dabei unverzichtbar. Das heißt auch: Wer ein Studium gemeistert hat, hat bewiesen, dass er sich durch den Dschungel von Leistungspunkten, Pflicht- und Wahlveranstaltungen, Prüfungs- und Studienleistungen gekämpft hat und zu selbständigem Lernen fähig ist.

Studieren? Ja! Aber was?

Wenn du dich für die Option „Studium“ entschieden hast, steht schon die nächste Entscheidung bevor: der Studiengang. Anhand unserer Studiengangsprofile kannst du dir einen ersten Überblick verschaffen. Hast du vielleicht schon eine Idee, an welcher Hochschule du studieren möchtest? Dann kannst du dich auf der Homepage über die Studienangebote informieren. Viele Hochschulen veranstalten Hochschultage, bei denen sich die angehenden Studierenden über Studiengänge, die Hochschulstadt, Wohnmöglichkeiten, Finanzierungsmöglichkeiten usw. informieren können. Auch eine Schnuppervorlesung sollte man sich nicht entgehen lassen. Während der Vorlesungszeit besteht die Möglichkeit, sich über das elektronische Vorlesungsverzeichnis auf der Homepage der Hochschule über Veranstaltungen zu informieren und einfach mal eine Vorlesung zu besuchen, bevor das Studium beginnt.

Wenn du dich schon für ein Fach entschieden hast, kannst du dich auch bei der Fachschaft deines Studiengangs an der jeweiligen Hochschule informieren. Schau doch mal im Internet, welche Präsenzzeiten die Fachschaft hat oder lass dir per E-Mail einen Beratungstermin geben.

Deine Bewerbung

Sobald du dich für einen Studiengang entschieden hast, rückt das Thema der Studienplatz-Bewerbung in den Mittelpunkt. Was brauchst du dafür? Wohin damit? Und vor allem bis wann? – Das sind die Fragen, die du dir hierzu stellst. Die wichtigsten Informationen findest du auf den Webseiten der Hochschulen. Es gibt zulassungsfreie und zulassungsbeschränkte Studiengänge. Für die zulassungsfreien Studiengänge musst du dich lediglich immatrikulieren, das heißt einschreiben. Die Immatrikulationsfrist hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Der Richtwert der Bewerbungsfrist für örtlich zulassungsbeschränkte Fächer ist für das Wintersemester der 15. Juli und für das Sommersemester der 15. Januar. Der genaue Termin kann je nach Hochschule abweichen. „Örtlich zulassungsbeschränkt“ bedeutet, dass es für diese Studiengänge einen sogenannten Numerus Clausus (NC) gibt. Diese Zulassungsgrenze errechnet sich in jedem Semester und an jeder Hochschule neu, nämlich nach der Anzahl der eingegangenen Bewerbungen und der Anzahl der zur Verfügung stehenden Studienplätze. Es kann also sein, dass für ein Fach der NC in einem Jahr bei 2,4 liegt und im nächsten Jahr auf 2,0 hochgeklettert ist. In der Regel kann man sich aber an den NCs der vorangegangen Semester orientieren, um zu sehen, ob man voraussichtlich mit seiner durchschnittlichen Schulabschlussnote zugelassen wird.

Für die Fächer Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie gibt es eine bundesweite Zulassungsbeschränkung. Du bewirbst dich also nicht direkt bei der Uni, sondern über die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) über das Onlineportal hochschulstart.de.

Für manche Studiengänge gibt es statt einer Zulassungsbeschränkung oder zusätzlich eine Aufnahmeprüfung. Informationen zu Terminen, Inhalten und Vorbereitungstipps findest du auf der Seite der jeweiligen Fachbereiche (z.B. Musik, Design, Kunst, Sport, Übersetzungswissenschaften) der Hochschulen.

Ein Dach über dem Kopf

Wenn du dich für eine Hochschulstadt entschieden hast, ist es an der Zeit, sich auf Wohnungssuche zu begeben. Da die Zahl der Studenten in den letzten Jahren gestiegen ist und die Wohnungen in den meisten Städten immer teurer werden, ist es ratsam, möglichst früh mit der Wohnungssuche zu beginnen. Am besten du erkundigst dich bereits, bevor du die Zulassung der Hochschule hast. Eine erste Anlaufstelle kann zum Beispiel der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) sein, bei dem du dich über die Wohnsituation deiner Hochschulstadt informieren kannst, oder das Studentenwerk, das Wohnräume für Studenten vermittelt. WGs und Wohnungen findest du außerdem über Online-Portale, soziale Netzwerke und das schwarze Brett in deiner Hochschule.

Bachelor, Master, Staatsexamen – was denn nun?

Die meisten Studiengänge sind vor einigen Jahren auf das Bachelor-Master-System umgestellt worden. Ausnahmen sind die Studiengänge, die zum Staatsexamen führen. Das sind Medizin, Jura, Rechtswissenschaften und zum Teil noch das Lehramt.

Der Bachelor dauert in der Regel 6-8 Semester, also 3-4 Jahre. Die Länge hängt davon ab, ob du dein Studium dual, als Vollzeitstudium oder berufsbegleitend absolvierst. Die Angabe bezieht sich zudem auf die gesetzte Regelstudienzeit. Letztendlich bist du ganz allein dafür verantwortlich, wie viel Zeit du für dein Studium einplanst. Dabei spielt zum Beispiel der Arbeitsaufwand, den du dir selbst zumutest, eine Rolle, und auch, ob du ein Auslandssemester oder -jahr machen möchtest oder einen Studentenjob annimmst. Der Bachelor schließt mit der Bachelorarbeit ab. Dies ist eine circa 30- bis 40-seitige Arbeit, mit der du deine erworbenen Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Arbeiten beweist.

Nach dem Bachelor kannst du entweder direkt in den Beruf einsteigen oder noch einen Master anschließen, um dich zu spezialisieren. Für manche Studiengänge, wie zum Beispiel das Lehramt, ist ein Master sogar Pflicht. Bei zulassungsbeschränkten Masterstudiengängen musst du dich erneut bewerben. Es zählt die Durchschnittsnote, die du in deinem Bachelor erreicht hast. Der Master dauert in der Regel zwei Jahre und schließt mit der Masterarbeit ab.

SWS, LPs und Module

Zu Beginn des Studiums wirst du dich mit vielen neuen Begriffen vertraut machen müssen. Die erste Woche der meisten Hochschulen ist daher für Erstsemester eine sogenannte Orientierungswoche. Dort besuchst du Einführungsveranstaltungen deines Studiengangs, in denen dir die wichtigsten Grundlagen vermittelt werden. Du erfährst, welche Seminare, Vorlesungen und Tutorien für das erste Semester empfohlen werden und wo und wann du sie anmelden musst. Die einzelnen Veranstaltungen werden zu Modulen zusammengefasst. Die „SWS“ (=Semesterwochenstunden) kennzeichnen die Länge der Veranstaltung. 1 SWS sind 45min. Die LPs (=Leistungspunkte) oder auch „Credit Points“ bezeichnen den Arbeitsaufwand. Dieser hängt davon ab, welche Leistung du für eine Veranstaltung erbringen musst. In einer Vorlesung kannst du zum Beispiel 2 Credits durch Anwesenheit und einen weiteren Credit durch eine Klausur bekommen. Weitere Leistungen sind Hausarbeiten, Referate (mit oder ohne Ausarbeitung), Essays, Laborpraktika, usw. Unterschieden wird zwischen einer Studienleistung, bei der es lediglich auf das Bestehen ankommt und einer Prüfungsleistung, bei der die Note zu einem bestimmten Prozentsatz in deine Abschlussnote eingerechnet wird.

Neben den organisatorischen Hinweisen solltest du dir außerdem die Angebote deiner Fachschaft in der „Ersti-Woche“ oder „O-Woche“ nicht entgehen lassen, da du so schon vor Beginn des eigentlichen Studiums deine Kommilitonen und Kommilitoninnen kennenlernst!

Uni oder FH?

Ein Studium ist sowohl an einer Universität als auch an einer Fachhochschule oder einer Berufsakademie möglich. An einer Berufsakademie kannst du den Bachelorabschluss eines dualen Studiengangs in Kombination mit einer Berufsausbildung in einem Unternehmen erwerben.

Wenn du hingegen ein Vollzeitstudium anstrebst, musst du dich zwischen einer Uni und FH entscheiden. Manche Fächer kannst du nur in einer der Einrichtungen studieren, wohingegen andere Fächer an der UNI sowie FH belegt werden können, dazu gehören zum Beispiel technische, wirtschaftswissenschaftliche und sozialpädagogische Fächer. Beachte, dass die Abschlüsse von Uni und FH bisher nicht gleichgestellt sind. Das heißt, dass du dich unter Umständen nicht mit einem Bachelorabschluss der FH für einen Master an der Uni bewerben kannst. Du solltest dich in jedem Fall vorab informieren, welche Vor- und Nachteile ein Studium deines gewünschten Fachs an beiden Einrichtungen hat.

Kosten

Zwar wurden die Studiengebühren für ein Erststudium an staatlichen deutschen Hochschulen in den letzten Jahren abgeschafft, doch „kostenlos“ ist ein Studium darum nicht. Zum einen gibt es sogenannte Semesterbeiträge. Sie liegen zwischen 150 und 300 EUR im Semester und setzen sich aus Sozialbeiträgen für den AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) und das Studentenwerk, Verwaltungskosten und meist einem Länder- oder Regionalticket der Bahn zusammen. Zum anderen müssen die Wohnung und der Lebensunterhalt bezahlt werden. Viele Studierende suchen sich daher einen Nebenjob, um das „nötige Kleingeld“ zu verdienen. Zudem kannst du dich für eine Förderung durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, bewerben und bekommst außerdem bis zum 25. Lebensjahr Kindergeld. Ebenfalls bis zum 25. Lebensjahr bist du über deine Eltern krankenversichert. Danach musst du eine eigene Krankenversicherung abschließen.

Study abroad

Dank einheitlichem Bachelor-Master-System ist das Studieren im Ausland, zumindest zum Teil, unkomplizierter geworden. Manche Studiengänge, wie zum Beispiel sprach- oder kulturwissenschaftlich orientierte Fächer, sehen einen Auslandsaufenthalt vor. Grundsätzlich ist ein Auslandsaufenthalt aber in fast allen Studiengängen möglich. Wenn dich das Fernweh gepackt hat, solltest du dich frühzeitig informieren, ob ein Auslandssemester in dein Studium integriert werden kann. Das hängt von dem Studiengang, der Hochschule in Deutschland und der Hochschule im Ausland ab. Du solltest im Voraus klären, ob dir die absolvierten Module an der ausländischen Hochschule in Deutschland angerechnet werden können. Bei einem Auslandssemester an einer Partnerhochschule stehen die Chancen gut, dass sich das Auslandssemester lückenlos integrieren lässt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, ein Urlaubssemester zu beantragen und das Studium nach dem Auslandsaufenthalt wieder aufzunehmen. Antworten zu dem Thema „Studieren im Ausland“ bekommst du bei dem International Office deiner Hochschule.