Duale Ausbildung


Der Unterschied zwischen Schule und Leben? In der Schule wird dir etwas beigebracht und du musst einen Test dazu bestehen. Im Leben musst du Tests bestehen, die dir etwas beibringen.

Die betriebliche - oder auch duale Ausbildung - ist die bekannteste Ausbildungsform und findet an zwei Lernorten statt: Im Betrieb und an einer Berufsschule.

Für eine duale Ausbildung können sich sowohl Haupt- und Realschüler als auch Abiturienten und Studienabbrecher bewerben. Vor Beginn deiner dualen Ausbildung schließt du mit deinem zukünftigen Ausbildungsbetrieb einen Ausbildungsvertrag ab, der zum Beispiel Inhalte über deine Ausbildungsvergütung und die Dauer deiner Ausbildung schriftlich festhält.

Der Berufsschulunterricht kann entweder regelmäßig ein- bis zweimal in der Woche oder als Blockunterricht stattfinden. Bei Letzterem besuchst du die Berufsschule mehrere Wochen und legst in dieser Zeit auch Prüfungen ab. In dieser Theoriephase werden dir sowohl fachliche als auch allgemeinbildende Kompetenzen auf der Grundlage eines Rahmenlehrplans vermittelt.

Die Praxisphase findet wiederum in deinem Ausbildungsbetrieb statt. Je nach Größe deines Ausbildungsbetriebes durchläufst du während der Ausbildung verschiedene Stationen oder Abteilungen und bekommst Einblicke in die verschiedenen Aufgabenbereiche. Dadurch erhältst du einen Einblick in das Gesamtkonzept deines Ausbildungsbetriebes und kannst bei deinen zukünftigen Aufgaben von den gewonnenen Kenntnissen profitieren.

Ziel der Ausbildung

Ziel der Ausbildung ist, dass dir dein Ausbildungsbetrieb die beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Durch den Rahmenlehrplan ist die zeitliche und sachliche Gliederung deiner Ausbildung geregelt, sodass du das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Dauer erreichen kannst. Im Gegenzug musst du dich als Auszubildender aktiv in das Unternehmen und deine Aufgaben integrieren, um dir so die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen.

Dauer und Gehalt

Die Dauer deiner betrieblichen Ausbildung hängt insbesondere von deinem Ausbildungsberuf, deiner beruflichen Vorbildung und deinem Schulabschluss ab. Die Ausbildungszeit kann zwischen zwei und dreieinhalb Jahren betragen, wobei Azubis mit einer Fachhochschulreife oder dem Abitur die Ausbildung um bis zu ein Jahr verkürzen können. Aber auch durch entsprechend gute Leistungen im Betrieb und in der Berufsschule hast du die Möglichkeit, deine Abschlussprüfung früher zu absolvieren.

Klingt interessant? Dann sprich die Verkürzung frühzeitig mit deinem Ausbildungsbetrieb ab, ihr müsst gemeinsam einen Antrag stellen, für den du folgende Kopien benötigst:

  • Zeugnis der Berufsschule
  • Leistungszeugnis oder Bescheinigung des Ausbildungsbetriebes
  • Zwischenprüfungsbescheinigung
  • Berichtsheft

Auch die Ausbildungsvergütung hängt davon ab, für welchen Ausbildungsberuf du dich entscheidest. Die Spanne des Gehaltes liegt zwischen 200 und 750 Euro im ersten Ausbildungsjahr und wird mit jedem Jahr erhöht. Falls du mehr über dein Gehalt während deiner Ausbildung wissen möchtest, kannst du dich in unserer Übersicht der Ausbildungsvergütung informieren.

Die Prüfung

Die Ausbildung schließt mit einer Abschluss- oder Gesellenprüfung ab, die sich aus einer schriftlichen und praktischen/mündlichen Prüfung zusammensetzt. In der Abschluss- oder Gesellenprüfung hat ein Prüfungsausschuss - der sich aus Arbeitgebervertretern, Arbeitnehmervertretern und Berufsschullehrern zusammensetzt - die Aufgabe, die schriftlichen Prüfungen zu kontrollieren und zu bewerten, das Fachgespräch zu führen und die praktischen Prüfungsteile zu beaufsichtigen.

Nach der erfolgreichen Prüfung erhältst du insgesamt drei Prüfungszeugnisse:

  • Das Kammerzeugnis beinhaltet die Noten aus deiner Abschluss- oder Gesellenprüfung.
  • Das zweite Zeugnis wird von deiner Berufsschule ausgestellt.
  • Das dritte Zeugnis (= betriebliches Zeugnis) erhältst du von deinem Ausbildungsbetrieb.

Das betriebliche Zeugnis enthält Angaben über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die erworbenen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten. Darüber hinaus hast du einen Anspruch auf ein ausführlicheres betriebliches Zeugnis, in dem dein Ausbildungsbetrieb zusätzlich Angaben über dein Verhalten und deine Leistungen aufführt.

Ausbildung mit Abitur

Bei einigen Ausbildungsberufen bevorzugen immer mehr Unternehmen Bewerber mit einer Fachhochschulreife oder der allgemeinen Hochschulreife/dem Abitur. Andere Berufe setzen von vornherein das Abitur voraus. Diese speziellen Ausbildungsberufe findest du überwiegend in der IT-, Tourismus-, Logistik-, Medien-, Finanz-, Forschungs- und Technikbranche sowie im öffentlichen Dienst. Das Besondere an dieser Ausbildungsform ist, dass du bereits während deiner Ausbildung Zusatzqualifikationen erwerben kannst. Diese sogenannten Zusatzqualifikationen können zum Beispiel Fremdsprachenkurse oder Computerzertifikate sein, die über die reguläre Ausbildungsordnung hinausgehen.

Hier eine Übersicht möglicher Ausbildungsberufe (w/m) für Abiturienten:

Andere Länder, andere Ausbildungen

Mit dem Begriff „Ausland“ verbinden viele junge Menschen Sonne, Strand und Meer. Doch wie sieht es mit der Ausbildung im Ausland aus? Im Studium ist ein Auslandsaufenthalt oft problemlos an einer anderen Universität möglich, sodass die Studierenden neben dem Studium das Land, die Stadt und die Kultur erkunden können.

Aber auch dein Weg ins Ausland kann durch den sogenannten Europass erleichtert werden. Verschiedene Dokumente sollen es dir erleichtern, deine Kompetenzen und erreichten Qualifikationen für andere Länder vergleichbar darzustellen.

Folgende Rahmenlinien solltest du für einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung beachten:

  • Du kannst max. ein Viertel deiner Ausbildungszeit im Ausland verbringen.
  • Der Punkt „Auslandsaufenthalt“ muss als Ausbildungsmaßnahme im Ausbildungsvertrag verankert werden.
  • Du bekommst auch während deines Auslandsaufenthalts deine Ausbildungsvergütung gezahlt.
  • Für die Reisekosten - zum Beispiel die Reise ins Ausland und die Unterkunft während deines Aufenthalts - musst du selber aufkommen. Allerdings kannst du Hilfe bei der Finanzierung beantragen, z.B. bei dem Förderprogramm Erasmus+.
  • Während deines Auslandsaufenthalts musst du dich von der Berufsschule befreien lassen. Den verpassten Stoff musst du jedoch eigenständig nachholen.
  • Auch die Führung des Berichtsheftes gehört weiterhin zu deinen Aufgaben.

Interesse? Dann findest du im Bereich Auslandspraktikum weitere Infos.

Ausbildung in Teilzeit

Individuelle Lebensumstände machen es dir momentan schwer, eine Vollzeitausbildung zu absolvieren? Seit 2005 besteht die Möglichkeit, eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Somit ergeben sich ganz neue Wege, einen Ausbildungsabschluss zu erlangen. Hiervon profitieren Menschen, die ihre Ausbildung aufgrund besonderer Lebensumstände unterbrechen mussten oder nach der Schulzeit keine Ausbildung beginnen konnten, zum Beispiel durch eine Elternschaft oder das notwendige Pflegen von Familienangehörigen.

Sofern diese Kriterien auf dich zutreffen, kannst du dich mit deinem (zukünftigen) Ausbildungsbetrieb zusammensetzen und über eine Verkürzung deiner Ausbildungszeit sprechen. Hierfür müsst ihr gemeinsam einen Antrag zur Verkürzung der Arbeitszeit an die zuständige Kammer stellen. Folgende Varianten der Teilzeitausbildung lassen sich unterscheiden:

  • Bei einer Arbeitszeit von min. 25 – 30 Wochenstunden, wobei der Berufsschulunterricht bereits berücksichtigt ist, findet die Teilzeitausbildung ohne Verlängerung der Ausbildungszeit statt. Du absolvierst deine Ausbildung also in der regulären Ausbildungszeit.
  • Bei einer Arbeitszeit von min. 20 Wochenstunden inklusive deines Berufsschulunterrichts verlängert sich deine Ausbildungszeit um bis zu ein Jahr.

Achte darauf, dass die Vereinbarung der Teilzeitausbildung in deinem Ausbildungsvertrag festgehalten werden muss. Im Hinblick auf deine Ausbildungsvergütung ist es den Betrieben freigestellt, ob sie dir das volle Gehalt oder einen Betrag entsprechend der reduzierten Arbeitszeit auszahlen.

Informiere dich in unserer Suchmaschine über die Ausbildungsplätze in deiner Region!


Techniker Krankenkasse