Sandra Kroll

Sandra Kroll


Welche Aufgaben übernimmst du hauptsächlich?
Während der Ausbildung übernimmt man alle verwaltungstechnischen Aufgaben, die im kaufmännischen Bereich anfallen. Die Aufgaben variieren dabei je nach Abteilung. Im Bereich Einkauf gehören zu den klassischen Azubi-Aufgaben zum Beispiel das Einholen und Vergleichen von Angeboten, das Auslösen von Bestellungen, das Einpflegen von Auftragsbestätigungen in unser Produktionsplanungs- und Steuerungssystem, die Überwachung der Einhaltung der Liefertermine sowie die Rechnungsprüfung. Dabei kommt es immer wieder vor, dass man Sonderaufgaben von verschiedenen Kollegen bekommt, wie zum Beispiel Übersetzungen zu machen, Excel-Tabellen zu erstellen oder auch Recherchen zu betreiben. Der Alltagstrott kehrt somit nie ein, da die Aufgaben in jeder Abteilung verschieden sind.

Was ist das Besondere an deinem Betrieb?
Unsere Firma ist ein europaweit tätiges Unternehmen. Daher nehmen Fremdsprachenkenntnisse einen wichtigen Stellenwert bei uns ein. Da wir auch noch ein mittelständisches Unternehmen sind, hat die Firma überschaubare Strukturen und man kennt nach einer Weile fast alle Mitarbeiter, die sich gerne um Rat oder Hilfe fragen lassen. Bei uns lässt man niemanden im Regen stehen, denn hier gilt das Prinzip: eine Hand wäscht die andere. Außerdem wird die Ausbildung zur Industriekauffrau mit Zusatzqualifikation vom Unternehmen in der Form eines Auslandsaufenthaltes, für welchen man von der Schule im zweiten Lehrjahr drei Monate lang freigestellt wird, finanziell und organisatorisch unterstützt. Unser Betrieb ist auch darum bemüht, dass jeder Auszubildende sein Lernziel erreicht. Dazu findet am Ende jedes Abteilungsaufenthaltes eine Abschlussprüfung in der Abteilung statt, bei der kontrolliert wird, ob sich der Auszubildende alle dort relevanten Kenntnisse angeeignet hat. Dies spornt einen noch einmal zusätzlich an, sein Bestes bei der Arbeit zu geben.

Warum hast du dich für diesen Ausbildungsberuf entschieden?
Da ich seit der 5. Klasse Englisch und Französisch lerne und auch in beiden Fächern mein Abitur geschrieben habe, war für mich klar, dass ich auf keine dieser beiden Sprachen mehr verzichten möchte und meine Kenntnisse unbedingt in meinen späteren Beruf einbringen will. Als ich mein Abitur in der Tasche hatte, habe ich mich zunächst für ein Praktikumsjahr in dem technischen Einkauf eines anderen Betriebes entschlossen, da ich mir noch nicht sicher war, wohin mich mein Weg führen sollte. Die Aufgaben dort haben mich sehr begeistert und die Arbeit hat mir riesigen Spaß gemacht, da dort zum einen hauptsächlich in Englisch kommuniziert wurde und man täglich mit ausländischen Lieferanten zu tun hatte und man zum anderen viele abwechslungsreiche administrative Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich erledigen musste, um die technischen Einkäufer dort zu entlasten. Leider kam dort die französische Sprache nicht zum Einsatz und für die normale Ausbildung zur Industriekauffrau wurde „nur“ der Realschulabschluss benötigt. Bei der Agentur für Arbeit wurde ich dann auch darauf aufmerksam gemacht, dass es diese Ausbildung auch mit der Zusatzqualifikation „Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen“ gibt und man die Möglichkeit hat, seine Englisch und Französischkenntnisse zu vertiefen und sich besser auf das Geschäft mit internationalen Kunden und Lieferanten vorzubereiten.

Welche Aufgaben gefallen dir besonders?
Mich reizen besonders abwechslungsreiche Aufgaben, bei denen selbständiges Denken verlangt wird und man selbst Lösungswege finden muss. Dabei ist es egal, ob es sich nun zum Beispiel um eine komplizierte Excel-Tabelle oder eine anspruchsvolle Übersetzung handelt. Man möchte dabei immer sein Bestes geben, um seinen Kollegen zu helfen. Außerdem vergrößert es den Lerneffekt, wenn man sich die Lösungen selbst erarbeitet und nicht alles vorgekaut bekommt. Da man während der Ausbildung sämtliche Abteilungen des Unternehmens durchläuft, ändern sich auch die Anforderungen, die an einen gestellt werden und man ist oft dazu gezwungen, umzudenken und Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, was die ganze Angelegenheit noch spannender macht.

Wie lange dauert deine Ausbildung und unter welchen Voraussetzungen ist eine Verkürzung möglich?
Die Ausbildung dauert 2,5 Jahre. Eine Verkürzung ist nicht möglich, da die Ausbildung trotz Zusatzqualifikation bereits auf 2,5 Jahre beschränkt wurde.

Welche schulischen und persönlichen Voraussetzungen sollten für den Beruf vorhanden sein?
Die wichtigste Voraussetzung für diese Ausbildung ist ein gutes Abitur. Von der schulischen Seite her ist es zunächst einmal wichtig, dass man ein sprachliches Talent mitbringt, da man während der Ausbildung Englisch und Französisch/Spanisch lernt. Ohne Interesse an den Sprachen kann der Unterricht somit schnell zur Qual anstatt zum Spaß werden. Es ist zwar von Vorteil, aber gewiss keine Voraussetzung, wenn man das Fach Betriebswirtschaft schon einmal an der Schule hatte. Es kann einem das Lernen in der Anfangsphase erleichtern, aber wenn man genug Neugierde und Verständnis für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge mitbringt, geht einem das Lernen auch leichter von der Hand. Dazu sollte man noch in der Lage sein, sich über einen längeren Zeitraum hinweg mit einer Aufgabe beschäftigen zu können. Das Interesse an den typischen kaufmännischen Tätigkeiten stellt auch einen essentiellen Bestandteil dar, ohne welches man diese Ausbildung überhaupt nicht anfangen sollte. Weitere wichtige persönliche Voraussetzungen sind Teamfähigkeit, Sorgfältigkeit, Offenheit und Selbstständigkeit.

Wie ist der Unterricht an der Berufsschule organisiert und welche Fächer sind besonders wichtig?
Jedes Unterrichtsfach ist wichtig. Neben den Fächern Betriebswirtschaft, Gesamtwirtschaft, Steuerung und Kontrolle, Controlling und Englisch (1. Fremdsprache) werden für die Zusatzqualifikation noch internationale Volks- und Betriebswirtschaftslehre sowie Französisch oder Spanisch (2. Fremdsprache) unterrichtet. Für Französisch werden allerdings mindestens zwei Jahre schulische Vorkenntnisse verlangt, während man bei Spanisch von Null anfängt. Das Interesse an Sprachen ist daher für die Ausbildung erforderlich. Der Unterricht findet außerdem an der Berufsschule in Künzelsau statt und man muss es auch in Kauf nehmen, jeden zweiten Samstag Schule zu haben, da samstags die Zusatzqualifikation ausgebildet wird und dies auf freiwilliger Basis geschieht.

Welche Perspektiven hast du nach der Ausbildung?
Die Wirtschaftskrise hat auch vor unserer Firma keinen Halt gemacht. Natürlich bangt man um seine Übernahme nach dem Ende der Ausbildung, aber unsere Firma bemüht sich darum, seine Auszubildenden nach Möglichkeit zu übernehmen. Nach der Ausbildung zur Industriekauffrau mit Zusatzqualifikation stehen einem viele Türen offen. Zunächst einmal möchte man Arbeitserfahrung in seinem Beruf sammeln, fachlich auf dem Laufenden bleiben und sich eventuell sogar in einem Bereich spezialisieren. Dabei helfen diverse Seminare der IHK. Es ist auch möglich, nach der Ausbildung seinen Fachwirt zu erwerben oder sogar zu studieren und seinen Bachelor zu machen. Dabei gibt es viele verschiedene Richtungen, über die man sich sehr gut im Internet informieren kann.

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