Eltern-Ratgeber für die Ausbildung

Wie Sie Ihr Kind bei der Berufsorientierung unterstützen

Liebe Eltern,

Kinder werden flügge, autonom und sind oft unterwegs. Wenn sie nicht den ganzen Tage Schule haben, treffen sie sich mit Freunden und/oder sind mit ihren Hobbys beschäftigt. Die Zeit, die Sie selbst mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter verbringen, wird immer weniger. Wie sollen Sie da noch bei der Berufsorientierung unterstützen?

Die gute Nachricht: Die Vertreter der Generation Z, d. h. Ihre Kinder, betrachten die eigenen Eltern, also Sie, als gute Ratgeber. Zumeist wird Ihr Sohn oder Ihre Tochter von selbst auf Sie zukommen. Unser Tipp: Schaffen Sie Gelegenheiten, um miteinander zu reden, z. B. bei gemeinsamen Mahlzeiten.

Als Hilfestellung für gemeinsame Gespräche haben wir eine Checkliste erstellt, die Sie mit Ihrem Kind durchgehen können. Halten Sie Ihre Gedanken idealerweise schriftlich fest.

Schulfächer

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Schule. Welche Lieblingsfächer hat es? In welchen Fächern bringt Ihr Sohn oder Ihre Tochter immer gute Noten mit nach Hause? Achtung: Nicht immer ist das Fach mit der besten Note gleichzeitig auch das Lieblingsfach. Denken Sie an Ihre eigene Schulzeit zurück: Bestimmt gab es Fächer, die Ihnen grundsätzlich Spaß gemacht haben, Sie jedoch mit dem Lehrer einfach nicht klargekommen sind und immer eine schlechte Note bekommen haben.

Freizeitaktivitäten und Interessen

Welche Hobbys übt Ihr Kind aus? Womit verbringt es seine Freizeit am liebsten? Hinter vielen Interessen stecken wichtige Eigenschaften, die man für einzelne Berufe mitbringen muss. Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter gerne malt oder bastelt, liegt die kreative Ader natürlich auf der Hand. Das Spielen eines Musikinstruments erfordert regelmäßiges Üben und steht daher für Ausdauer und Beharrlichkeit. Engagieren sich die Kids bei der freiwilligen Feuerwehr oder der DLRG, drückt dies Verantwortungsbewusstsein aus. Für die Ausübung einer Mannschaftssportart braucht Ihr Kind Teamgeist. Tipp: Notieren Sie zunächst seine Freizeitaktivitäten und Interessen und überlegen Sie dann in einem zweiten Schritt, mit welchen Eigenschaften diese in Verbindung stehen.

Besondere Fähigkeiten und Eigenschaften

Wo sieht Ihr Sohn oder Ihre Tochter seine bzw. ihre Stärken? Und wo sehen Sie als Eltern die Stärken Ihres Kindes? Gibt es Tätigkeiten, die es gerne macht, bei denen es geduldig ist, sich lange auf eine Sache konzentrieren kann? Hier fließen auch die Lieblingsfächer und Lieblingsbeschäftigungen mit ein. Gibt es andere Tätigkeiten, vor denen sich Ihr Nachwuchs regelmäßig drückt und deren Nichterfüllung möglicherweise sogar zum Streit zwischen Ihnen führt? Sie werden überrascht sein: In einigen Punkten werden die Selbst- und Fremdeinschätzung übereinstimmen, in anderen überhaupt nicht.

Praktische Erfahrungen

Notieren Sie alle praktischen Erfahrungen, die Ihr Kind bereits gemacht hat, beispielsweise im Rahmen von Schülerpraktika, Ferienarbeiten, Nebenjobs oder Schnuppertagen in Ausbildungsbetrieben. Gehen Sie die Liste durch: Welche Tätigkeiten haben Ihrem Kind gefallen und warum? Wenn Ihr Sohn bei Ihren Nachbarn den Rasen mäht und im Garten hilft, kann das mehrere Gründe haben. Am naheliegendsten ist, dass er gerne körperlich aktiv ist und die Arbeit an der frischen Luft mag. Vielleicht hat er aber auch einfach eine hilfsbereite Ader und interessiert sich für einen sozialen Beruf. Wenn Ihre Tochter nebenbei Baby sittet, spricht das für eine Vorliebe für die Arbeit mit Kindern sowie für Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit. Ohne diese Eigenschaften würde andere Eltern Ihrer Tochter wohl kaum ihre Kinder anvertrauen!

Tipp: Auch Schnuppertage verschaffen erste Einblicke in das Berufsleben. Viele Unternehmen richten beispielsweise regelmäßig einen Tag der offenen Tür aus oder beteiligen sich am Mädchen- und Jungenzukunftstag. Diese Aktionstage sind tolle Gelegenheiten, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Eine Auswahl solcher Aktionstage finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Wenn Ihr Kind bislang nur wenig Gelegenheit hatte, praktische Erfahrungen zu sammeln, können Sie über unsere Suchmaschine nach freien Praktikumsplätzen für Schüler suchen.

Gesundheitliche Einschränkungen

Auch der Gesundheitszustand ihres Kindes spielt bei der Berufswahl eine Rolle. Nutzen Sie auf jeden Fall die Jugend-Vorsorgeuntersuchungen J1 und J2 für einen allgemeinen Gesundheits-Check. Wenn Kids gerne ein Handwerk erlernen möchten, aber an Höhenangst leiden, scheiden Berufe wie Dachdecker oder Gerüstbauer aus. Neben Ängsten spielen auch Allergien eine Rolle. Eine Stauballergie schließt Berufe wie Bäcker (Mehlstaub) oder Tischler (Sägespäne) aus. Und mit einer Rot-Grün-Schwäche kann Ihr Nachwuchs z. B. kein Pilot, Polizist oder Kapitän werden.

Sonstiges

Überlegen Sie am Ende der Checkliste, ob Ihr Kind noch irgendwelche Eigenheiten hat, die Sie bis jetzt nicht notiert haben. Hat Ihr Sprössling zum Beispiel einen sehr ausgeprägten Biorhythmus? Einem Morgenmuffel wird es denkbar schwerfallen, morgens um 4:00 Uhr in der Backstube anzutreten. Kommt Ihr Sohn oder Ihre Tochter erst abends so richtig in Fahrt, ist möglicherweise eine Arbeit in der Gastronomie geeignet. Achtung: Wenn Ihr Kind abends, nachts sowie am Wochenende arbeitet, bedeutet das zwangsläufig, dass es sich weniger mit Freunden treffen kann. Auch die berufstypischen Arbeitszeiten sollten Sie daher in die Berufswahl mit einbeziehen.


Sie haben die Checkliste durchgearbeitet? Prima, damit sind Sie einen großen Schritt weiter – vielleicht sogar schon so weit, dass die berufliche Richtung feststeht?! Dann nutzen Sie unser Informationsangebot, um sich detailliert über einzelne Berufe zu informieren:


Bei Bedarf bieten Tests zur Berufswahl weitere Unterstützung. Manchmal bestätigen die Testverfahren den Berufswunsch (sofern dieser schon feststeht), manchmal sind sie auch eine gute Inspiration, um über Berufe nachzudenken, mit denen man sich vorher gar nicht beschäftigt hat. Testen Sie selbst!

  • Unser Berufsscout fragt acht Kriterien ab und zeigt danach die Berufe mit der größten Übereinstimmung an.

    Zum Berufsscout

  • Wenn sich Ihr Kind in unserem Servicebereich registriert, kann es dort unseren sog. Profiler nutzen. Dieser ist umfangreicher als der Berufsscout und fragt 25 Kriterien ab. Das Persönlichkeitsprofil Ihres Kindes (grün) wird mit den Anforderungen des ausgeschriebenen freien Ausbildungsplatzes (rot) verglichen und in einem Radar-Diagramm dargestellt. Die Registrierung ist kostenlos und die persönlichen Daten Ihres Kinds werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

    Zur Registrierung

    Matching über den AUBI-plus Profiler


  • Ein weiteres Produkt, auf das Ihr Kind in seiner Orientierungsphase zurückgreifen kann, ist der Bewerbungs-Coach. Dieser enthält viele Tipps, um Ihr Kind erfolgreich durch seinen Bewerbungsprozess zu begleiten sowie eine Potenzialanalyse mit zwei Tests:
    • Der Persönlichkeitstest besteht aus 90 Fragen, die mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden. Am Ende des Fragenkataloges erfährt Ihr Kind, ob es eher eine innovative, organisierte, strategische oder kommunikative Persönlichkeit ist und welche Berufe zu ihm passen. Sie werden staunen: Das Testergebnis kann durchaus anders ausfallen als die eigene Einschätzung! Manchmal werden auch Berufe vorgeschlagen, an die man im Vorfeld gar nicht gedacht hat.
    • Im Stärkentest werden 63 Eigenschaften abgefragt. Durch die Eingabe einer Zahl von 1 (sehr schwach ausgeprägt) bis 6 (sehr stark ausgeprägt) muss Ihr Kind selber einschätzen, wie ausgeprägt diese bei ihm sind. Danach werden ihm Berufe vorgeschlagen, die zu seinen Eigenschaften passen. So gibt es beispielsweise Berufe, in denen zielorientiertes Vorgehen, selbstständiges Denken und Handeln sowie die Fähigkeit zur Selbstkontrolle besonders ausgeprägt sind.
  • Sprechen Sie den Klassen- oder Beratungslehrer Ihres Kindes an: Dieser kann den Bewerbungscoach für die gesamte Klasse oder Jahrgangsstufe bei uns bestellen.

Studium statt Ausbildung oder beides?

Möchte Ihr Kind keine Ausbildung machen, sondern lieber studieren gehen, sollten Sie sich mit potenziellen Studiengängen oder mit Berufen, die ein Studium voraussetzen, beschäftigen.

Mittlerweile gibt es neben den klassischen Studiengängen, die als Vollzeitstudium an einer Hochschule absolviert werden, auch viele duale Studiengänge, in denen nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Kenntnisse erlangt werden.

Ausbildungsintegrierte bzw. kooperative Studiengänge sind eine besondere Form des dualen Studiums. Ihr Kind erwirbt nämlich nicht nur einen Bachelor-Abschluss, sondern auch einen Berufsabschluss. Für Sie als Eltern ist ein duales Studium in jedem Fall eine finanzielle Erleichterung, denn Ihr Kind erhält während des Studiums bereits sein eigenes Gehalt!

Nutzen Sie unser Informationsangebot über die verschiedenen Studienmöglichkeiten:

Noch nicht das passende gefunden?

Wenn Ihr Kind noch etwas Zeit braucht, den richtigen Weg für sich zu finden, ist das kein Beinbruch. Im Gegenteil: Ein Orientierungsjahr ist eine tolle Chance, den eigenen Horizont zu erweitern und sich persönlich weiterzuentwickeln. Diese Möglichkeiten sind beliebt:

Wie Sie Ihr Kind bei der Betriebsfindung unterstützen