Geld zurück

Erst wenn dein zu versteuerndes Einkommen über 8.130 Euro im Jahr liegt, fallen Einkommensteuern an. Addiert man zu diesem Betrag noch die Arbeitnehmer-Pauschbeträge, nämlich 1.000 Euro für Werbungskosten und 36 Euro für Sonderausgaben, erhält man 9.166 Euro. Studenten, die nur in den Semesterferien arbeiten, oder auch Auszubildende, die noch im ersten Lehrjahr sind und nur eine kleine Ausbildungsvergütung erhalten, kommen nur selten über diesen Betrag. Dennoch kann es in einzelnen Monaten sein, dass Einkommensteuer gezahlt worden ist. Entscheidend für die Einkommensteuer ist jedoch nicht das Monats- sondern das Jahreseinkommen. Hattest du Abzüge, kannst du dir das Geld über die Steuererklärung zurück holen. Auch wenn du mehr als 9.166 Euro verdient hast, kannst du Steuern zurückbekommen - zwar nicht den kompletten Betrag, aber zumindest einen Teil. Übersteigen deine Werbungskosten beispielsweise die Pauschale von 1.000 Euro, kannst du damit deine Steuerlast reduzieren.

„Da es auch bei Azubis und Studenten zahlreiche Frei- und Pauschbeträge zu beachten gilt, deren Nutzung gerade bei Steuerpflichtigen der Steuerklasse 1 fast immer zu einer Rückerstattung zu viel entrichteter Steuern führt, ist es empfehlenswert, die Steuererklärung vom Fachmann erstellen zu lassen oder sich von Software unterstützen zu lassen“, meint Daniel Franke, Betreiber des Fachportals Konto.org. „Wir haben zu diesem Thema einen Ratgeber online gestellt, der beim Erstellen der Steuererklärung aber auch bei der Auswahl einer geeigneten Software helfen soll. So werden Zeit und Geld eingespart.“


Gut zu wissen

Steuerrechtlich wird zwischen Ausbildung und Fortbildung unterschieden. Das Finanzamt versteht unter einer Ausbildung das Erlernen eines Berufes oder ein Erststudium. Die Kosten dafür werden in begrenzter Höhe als Sonderausgabe berücksichtigt. Dieser Betrag liegt aktuell bei 6.000 Euro jährlich.

Willst du nach deiner Erstausbildung eine höhere Qualifikation erreichen, z.B. durch den Erwerb eines Meistertitels oder durch ein (Zweit-)studium, musst du dies als Fortbildung in deiner Steuererklärung deklarieren. Der Unterschied zur Erstausbildung: Fortbildungskosten werden als unbegrenzte Werbungskosten abgezogen. Ein Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung zählt übrigens nicht als Erststudium, sondern als Fortbildung.


Was sind eigentlich Werbungskosten?

Werbungskosten sind der Begriff für Kosten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit deiner beruflichen Tätigkeit entstanden sind. Dazu zählen auch Ausgaben, um deine Fortbildung zu finanzieren: Studiengebühren, Teilnahmegebühren für Lehrgänge, Computer, Drucker und Möbel für das Arbeitszimmer. Auch Bewerbungskosten, Beiträge für Berufsverbände, Versicherungen für berufliche Risiken, Berufsbekleidung, Fachbücher und -zeitschriften sowie weitere Arbeitsmittel lassen sich als Werbungskosten geltend machen. Darüber hinaus kannst du Fahrtkosten zu deinem Arbeitsplatz oder zur Hochschule mit 30 Cent pro Kilometer angeben. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es auch möglich, Kosten für doppelte Haushaltsführung, Übernachtung und Umzug abzusetzen.

Selbst wenn du kein Einkommen erzielt hast, kann sich eine Steuererklärung lohnen. Warum? Auch wenn du deine berufliche Tätigkeit erst zu einem späteren Zeitpunkt antrittst, fallen bei dir womöglich schon Fortbildungskosten, Bewerbungskosten oder Kosten für ein zweites Studium an. Diese Ausgaben werden dann später abgezogen, wenn ein steuerpflichtiges Einkommen vorhanden ist. Man spricht dann von einem sogenannten Verlustvortrag.

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