Gerade jetzt bei dem ständig wechselnden Wetter weiß man oft nicht, welches Schuhwerk das passende ist. Sollte man eher Sportschuhe anziehen oder doch lieber Sandalen? In einigen Berufen wie dem Feuerwehrmann erübrigt sich diese Frage, denn das Tragen von Sicherheitsschuhen ist Pflicht und dient in erster Linie der Sicherheit. Um die Vielfalt an Schuhen weiterhin zu gewährleisten, stellen die Schuhfertiger für die unterschiedlichen Funktionen und Anlässe die entsprechenden Schuhe her.

Modernisierung des Ausbildungsberufs „Schuhfertiger“

Schuhfertiger und Schuhmacher sind doch dasselbe, oder? Nein. Die Ausbildung zum Schuhfertiger findet in der Schuhproduktion in der Industrie statt und der Schuhmacher ist eine Ausbildung im Handwerk. Des Weiteren unterscheiden sich die beiden Ausbildungsberufe in der Herstellung des jeweiligen Schuhs. Schuhmacher sind für den Bodenbau zuständig und der Schuhfertiger kümmert sich um die Schaftfertigung, die den Einsatz unterschiedlicher Materialien und deren Kombination beinhaltet. Neben dem häufig verwendeten Material Leder kommen auch noch weitere Materialien für die Fertigung eines Schuhs in Frage. Je nach Funktion des Schuhs und der optischen Gestaltung kannst du deine Kreativität einbringen und den individuellen Ansprüchen der Käuferzielgruppe gerecht werden. Insbesondere der letzte Arbeitsschritt, der sogenannte Schuhfinish, gewinnt mit der modernisierten Ausbildungsordnung eine stärkere Bedeutung. In der Berufsschule lernst du die theoretischen Inhalte des Veredelns des Schuhs kennen und kannst deine Kenntnisse in der industriellen Schuhproduktion umsetzen. Du bereitest den Schuh optisch und gestalterisch nun für den Verkauf vor und wendest neue Techniken an, um die Oberflächen des Schafts zu bearbeiten und den Schuh mit Details zu versehen.

Neben den neuen Möglichkeiten des Veredelns, dem Einsatz neuer Materialien und den erhöhten Anforderungen in Punkto Schutz, Sicherheit und Nachhaltigkeit hat sich auch einiges an der Prüfungsordnung getan. Es findet mit der Modernisierung des Ausbildungsberufs Schuhfertiger eine gestreckte Abschlussprüfung statt. Das bedeutet, dass du während deiner Ausbildung zum Schuhfertiger verschiedene Prüfungsbereiche absolvieren musst, die sich in Teil 1 und Teil 2 der Abschlussprüfung gliedern. Der erste Teil findet bereits nach dem Ende deines zweiten Ausbildungsjahres statt und befasst sich mit dem Prüfungsbereich "Herstellen von Schaftteilen". Inhaltlich musst du drei Arbeitsaufgaben durchführen und zusätzlich einen schriftlichen Aufgabenteil bearbeiten. Der zweite Teil der Abschlussprüfung findet am Ende deiner Ausbildung statt. Hier wird dein Wissen in Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt. Des Weiteren absolvierst du den praktischen Teil „Herstellen von Schuhen“, der in einer Schuhfertigung stattfindet. Deine Aufgabe ist es, ein Paar Schuhe herzustellen, die anschließend zum Verkauf bereitgestellt werden. In einem Fachgespräch, das maximal 20 Minuten dauert, erläuterst du die Beschaffenheit des Schafts, deren Eigenschaften und zeigst die Funktionen auf. Doch damit ist es noch nicht getan. Auch im zweiten Teil deiner Abschlussprüfung musst du einen schriftlichen Teil – „Schuhtechnik“ – in 240 Minuten bearbeiten.

Nach der erfolgreichen Ausbildung zum Schuhfertiger stehen deine Chancen gut, dass du als Fachkraft übernommen wirst. Denn die Nachfrage nach Sportschuhen jeglicher Art, aber auch Sicherheitsschuhen wächst und führt dazu, dass du auch zukünftig einen sicheren Job in der Schuhindustrie erhältst. Solltest du nach der Ausbildung eine Weiterbildung oder ein Studium anstreben, stehen dir alle Türen offen. Als geprüfter Industriemeister Fachrichtung Schuhfertigung oder mit dem Abschluss des Studiengangs Bachelor of Engineering Kunststoff-, Leder- und Textiltechnik hast du die Möglichkeit, dich selbstständig zu machen und deine eigenen Schuhe herzustellen.

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