Wellness hier, Wellness da, der Trend ist nicht mehr aufzuhalten. Das Angebot wächst rasant - nicht nur für diejenigen, die sich verwöhnen lassen möchten. Gefragt sind auch zunehmend gut ausgebildete Fachkräfte. Wir sprachen mit Julia Scharnhorst, Leiterin des Bereichs Lernen & Bildung beim Deutschen Wellness-Verband.

EINSTIEG Abi Online: Frau Scharnhorst, überblicken Sie noch, was in Deutschland alles an Wellness angeboten wird? Welche Trends sind neu?

Scharnhorst: Inzwischen ist es kaum noch möglich, den Überblick zu behalten, ständig werden neue Trends auf den Markt gebracht. Das betrifft auch den Ausbildungsmarkt, hier gibt es praktisch wöchentlich neue Angebote. Zurzeit sind die asiatischen Verfahren immer noch stark im Trend, ob nun Ayurveda, Lomi-Lomi-Massagen oder auch die Traditionelle Chinesische Medizin. Im Bewegungsbereich ist Nordic Walking angesagt. Das Verwöhnen des Gastes wird immer wichtiger, also wird auch entsprechend gut ausgebildetes Personal gebraucht. Keine Wellness-Anlage kommt heute noch alleine mit einer schönen Badelandschaft aus, der Gast erwartet inzwischen deutlich mehr an Anwendungen und Behandlungen.

EA Online: Wer früher im Dienstleistungssektor Wellness arbeitete, kam meist als Seiteneinsteiger ins Fach. Hat sich daran etwas geändert?

Scharnhorst: Insbesondere Berufseinsteigern ohne solide Fachkenntnisse auf dem Arbeitsfeld Gesundheit raten wir von einer Schnellfortbildung oder Umschulung zum Wellness-Trainer, -Berater, -Coach etc. ab. Insgesamt geht der Trend immer mehr hin zu hochwertigen Ausbildungen. Wo früher noch der Seiteneinsteiger mit ein paar Wochenendkursen einen Job fand, werden heute einschlägige Berufsausbildungen vorausgesetzt. Es gibt sogar schon die ersten Ausbildungsangebote an Hochschulen.

EA Online: Das Thema Wellness spielt inzwischen ja auch in Reisekatalogen eine wichtige Rolle. Diese Verbindung aus Tourismus und Wellness macht es für viele Schulabgänger vielleicht noch interessanter, in diese Richtung zu gehen. Stimmt das?

Scharnhorst: Der Wellness- und Gesundheitsmarkt wächst nach wie vor und weiteres Wachstum wird erwartet. Die Jobaussichten sind also bei entsprechender Grundausbildung und qualifizierter Weiterbildung gut. Allerdings ist die Voraussetzung, auch mobil zu sein. Wellness-Trainer arbeiten viel im Hotel- und Tourismusbereich. Da ist eventuell ein Umzug in entsprechende Urlaubsgebiete innerhalb und außerhalb Deutschlands nötig. Neben den ganz anwendungsbezogenen Jobs im Hotel gibt es auch interessante Stellen im Tourismus-Marketing oder im Management von Wellness-Hotels. Hierfür braucht es in der Ausbildung allerdings eine solide betriebswirtschaftliche Grundlage. Inzwischen gibt es auch für diesen Berufsbereich eine Reihe von Ausbildungsangeboten. Arbeitgeber könnten große Hotels oder Hotelketten, Reiseveranstalter, Tourismusverbände und große Organisationen sein.

Die Fragen stellte Tilman Strobel

--

Als Basisausbildung für den Wellnessbereich eignen sich die allgemein anerkannten Berufe mit Gesundheitsbezug:

Bewegung: Sportlehrer, Gymnastiklehrer, Physiotherapeut, Masseur, med. Bademeister
Ernährung: Oecotrophologe, Diätassistent, Koch
Entspannung: Yoga-Lehrer (BDY), Psychologe
Stress-Management und Beratung: Psychologe, Gesundheitspädagoge, Sozialpädagoge, Psychotherapeut
Medizinische/hilfsmedizinische Behandlung: Arzt, Heilpraktiker
Nichtmedizinische Behandlung: Kosmetikerin (mit ganzheitlichem Ansatz!)
Sonstige: Krankenschwester/Krankenpfleger, Gesundheitswissenschaftler (mit hohem Praxisbezug, z.B. über Fachhochschulen)

Folgendes könnte dich auch interessieren


Die Zeit der Gegensätze - Lebensretter Ehrenamt

Die Weihnachtszeit gilt bekanntlich als Zeit der Besinnlichkeit. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, alte Freunde kommen heim, treffen sich nach Monaten wieder und Familien finden kurz vor den bevorstehenden Feiertagen zusammen. Für viele von uns ist es fast schon selbstverständlich, an Weihnachten beschenkt und tagelang von besonders leckerem Essen verwöhnt zu werden.

Deine Traumberufe als Kind

Gerade am Ende der Schulzeit stellt man sich die Frage, in welchem Bereich man gerne einmal arbeiten möchte und welcher Beruf zu einem passt. Selbst früher war die Berufswahl schon präsent. Auch du erinnerst dich bestimmt an die Liste der Berufswünsche deiner Kindheit, doch was ist aus ihnen geworden? Wir geben dir Einblick in eine Wunschliste, in der ganz sicher auch dein ehemaliger, vielleicht sogar jetziger Traumjob zu finden ist. Welchen Weg hast du eingeschlagen?

Das Volontariat - der Berufseinstieg als Redakteur

Eventuell verbindest du mit einem Volontariat erstmal den Freiwilligendienst oder du hast es bereits öfter als Voraussetzung für einen bestimmten Job im Bereich Journalismus gesehen. Wir zeigen dir, was ein Volontariat im Bereich Journalismus eigentlich ist, welche Voraussetzungen du erfüllen musst und was du als Volontär machst.

Nach oben