Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, die Inhalte und Methodik speziell auf die junge Zielgruppe auszurichten, da sie keine ausgebildeten Pädagogen seien, so Charlotte Weber. „Wir haben uns gefragt: Werden die Kinder sich überhaupt für das interessieren, was wir erzählen? Welche Sprache wählen wir? Wie übermitteln wir die Inhalte? Auf welchem Stand sind die Kinder? Uns war nach dem ersten Brainstorming klar: Das wird keine einfache Powerpoint-Präsentation! Wir müssen neue Wege der Kommunikation schaffen.“ So entstand die Idee, Dos and Donts, Möglichkeiten und Gefahren spielerisch zu erklären.

Ziel des Workshops ist es, Dritt- und Viertklässlern zu vermitteln, dass es im Netz vielfältige Inhalte gibt, die sie nutzen können, sie jedoch auch dafür zu sensibilisieren, bedacht mit dem Internet umzugehen und es als mächtiges Werkzeug zu verstehen. Die Schüler erhalten dabei auch konkrete Tipps, beispielsweise beim Surfen lieber einen Nickname zu verwenden als ihren Klarnamen.

Am 8. Mai durften Charlotte Weber und Mona Friedrich ihr Konzept mit Schülern der dritten Klasse live testen – ein voller Erfolg, wie die beiden berichten: „Wir haben verschiedenste Spiele durchgeführt, beispielsweise zum Thema Cyber Mobbing, welches auch für uns ein interessantes Experiment war: Die Kinder hatten die Aufgabe, etwas Gemeines über ihren besten Freund aufzuschreiben, und sollten sich im Anschluss entscheiden, ob sie es ihm sagen möchten. Alle entschlossen sich, es nicht zu tun. Damit wollten wir ihnen erklären, wie einfach es ist, im Internet einen Hass-Kommentar zu verfassen, da die Person einem nicht gegenübersteht und die Emotionen somit unterdrückt werden. All das hat super funktioniert. Die Kinder waren begeistert und haben toll mitgemacht. Auch die Lehrer haben nur positives Feedback ausgesprochen.“

In Kürze werden die Studentinnen ihr Workshop-Konzept an der Hochschule Fresenius in Wiesbaden präsentieren. Das Projekt ist damit erst einmal abgeschlossen. Aber: „Falls die Nachfrage besteht, haben wir danach vor, weitere Konzepte zu erarbeiten. Denn dieser Workshop ist nur die Basis. In aufbauenden Workshops könnten sich beispielsweise Fünft- bis Siebtklässler mit Social Media beschäftigen“, so Mona Friedrich.

Wie wichtig es ist, dass Kinder zu mündigen Internetnutzern werden, zeigen Daten aus dem UNICEF-Bericht zur Situation der Kinder in der Welt 2017: So war bereits vor zwei Jahren jeder dritte Internetnutzer weltweit ein Kind oder Jugendlicher unter 18 Jahren.

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