Aus dem Magazin Spiegel online vom 04.08.2006

Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind Jugendliche ziemlich flexibel. Jeder Vierte würde auch der Heimat den Rücken kehren. Wer noch keine Lehrstelle hat, sollte jetzt ranklotzen - im August und September werden viele Plätze kurzfristig vergeben. Schulabgänger strengen sich nicht richtig an und kleben viel zu stark an ihrem Heimatort - so kommentieren Chefs gern die Ausbildungsmisere. Stimmt gar nicht, wie eine neue Studie zeigt: Ein Viertel aller Jugendlichen hat sich auf eine mehr als 100 Kilometer entfernte Lehrstelle beworben. In besonders tristen Regionen wie Brandenburg oder Sachsen-Anhalt war es sogar mehr als die Hälfte, ergab die Untersuchung des Bundesinstitut für Berufsbildung. Auch bei der Berufswahl zeigten sich die 5000 befragten Schulabgänger flexibel und setzten keineswegs allein auf den einen "Traumberuf". 70 Prozent hatten sich für zwei oder mehr Berufe beworben, 44 Prozent sogar für vier. Flexibilität lohnt sich, sagt auch Ilona Mirtschin von der Bundesarbeitsagentur - gerade für die, die noch für 2006 eine Lehrstelle suchen. Denn August und September seien erfahrungsgemäß Monate, "in denen auf dem Stellenmarkt für Azubis noch einmal richtig viel passiert". Fast ein Viertel aller Ausbildungsverträge werde in den ersten vier Monaten der Probezeit gelöst und neu vergeben, so Mirtschin. Bis zum Jahresende würden noch Angebote ausgeschrieben. "Wer jetzt intensiv bei den Arbeitsämtern und Handelskammern nachhakt und im Internet sucht, hat gute Chancen noch einen Ausbildungsplatz zu finden", sagt Mirtschin. Nur: Wie stellt man das geschickt an? Wer intensiv nach einer Lehrstelle fahndet, hat dafür viele Möglichkeiten. So führt die Bundesagentur für Arbeit nicht nur eine große Stellenbörse im Internet, die Arbeitsämter vor Ort veranstalten häufig auch Last-Minute-Ausbildungsplatzbörsen. Der Berufsberater informiert über solche Aktionen und hilft bei der Suche. Viele Betriebe melden sich zuerst bei ihrer zuständigen Industrie- oder Handelskammer, wenn eine Stelle kurzfristig frei wird, zum Beispiel weil ein Bewerber absagt. "Einfach mal anrufen und nachfragen", rät Mirtschin von der Arbeitsagentur. Der Dachverband, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), unterhält auch eine eigene Lehrstellenbörse im Internet. Und auf der Homepage des Handwerks in Deutschland gibt es eine Liste mit regionalen Internetbörsen der Handwerkskammern. Viele Ausbildungsplätze werden nach wie vor in der Lokalzeitung ausgeschrieben. "Zusätzlich sollten Bewerber noch im Internet recherchieren, am besten gleich in mehreren Datenbanken", empfiehlt Mirtschin. Eine davon ist zum Beispiel die Ausbildungsplatzbörse bei Monster.de, in der man direkt bei SPIEGEL ONLINE suchen kann. Das Internetportal meinestadt.de hat vor vier Wochen eine Lehrstellenaktion gestartet. Jeden Tag gibt es nach Angaben der Betreiber 20 bis 40 neue Angebote, bisher sind es über 1000. Wer seine Postleitzahl eintippt und damit das Portal seiner Stadt aufruft, bekommt nur Stellenangebote aus der Region. Der Lehrstellenfuchs ist ebenfalls eine überregionale Börse, enthält aber besonders viele Angebote für Niedersachsen. Mehr als 350 Lehrstellen für Niedersachsen, die 2006 noch zu vergeben sind, gibt es auch bei der privaten Jobbörse Jump. Marktführer unter den privat betriebenen Lehrstellenbörsen ist Aubi- Plus. In der Lastminute-Datenbank gibt es noch 2000 Ausbildungsplätze in Betrieben und Berufsschulen für den Sommer 2006. Azubitage.de listet für dieses Jahr laut eigenen Angaben noch etwa 1000 Plätze auf, viele davon in Berufsfachschulen. Bei Jobware sind vor allem Angebote von großen Unternehmen verzeichnet, die sich an Abiturienten richten, etwa Ausbildungen zum Chemielaboranten oder Fachinformatiker. http://aubi-plus.de/presse/echos/2006/Spiegel_04_08_06

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