Euro Akademie Dienstag, 7. November 2017 4 Minuten Lesezeit

Kostproben aus der Talentschmiede beeindrucken

„It’s showtime!“, lautete das Motto am Samstag an der Euro Akademie Chemnitz. Der Vorhang ging tatsächlich auf, denn alle Berufsschüler präsentierten ihre Projekte, an denen sie im Rahmen verschiedener Kreativ- und Aktivangebote seit Anfang des Schuljahres arbeiten. So führten Heilerziehungspfleger, Sozialassistenten und angehende Erzieher ein selbstgeschriebenes Theaterstück auf, in dem sie ihr Gespür für Dramaturgie, Szenenwechsel, Mimik und Gestik originell unter Beweis stellten.

Kreative Köpfe zeigten Besuchern ihr Können
Kreative Köpfe zeigten Besuchern ihr Können© Euro Akademie

Inhaltlich brachten sie die jeweils angestrebten Berufsbilder authentisch, unverblümt, mit Wortwitz, Augenzwinkern und Sachverstand auf die Bühne, so dass ihr Publikum begeistert applaudierte.

Schauspielern heißt: Hemmschwellen überwinden und die Rolle fühlen

Dozentin Thea Urbig, die Leiterin der Theatergruppe, attestiert ihren Schützlingen gute Arbeit in Eigenregie: „Sie wollen schauspielerisch agieren, also geht es darum, Hemmschwellen zu überwinden und ganz in ihrer Rolle zu sein. Sie haben das Drehbuch selbst geschrieben. Erst jede Gruppe für sich, dann wurde zusammengefasst und geübt. Um uns weiterzuentwickeln, planen wir eine Zusammenarbeit mit dem Chemnitzer Schauspielhaus und dem Bereich Theaterpädagogik. Wir werden zu den Proben gehen und schauen, wie sich professionelle Schauspieler ein Stück erarbeiten.“
Für die bevorstehende Adventszeit sind die 25 Berufsschüler dabei, ein Märchen zu schreiben, um Klein und Groß, Jung und Alt damit zu erfreuen.



Step by step – tänzerische Schrittfolgen von klassisch bis feurig

Dass sie Rhythmus im Blut haben, bewiesen 30 bis 40 junge Auszubildende, die sich für das Tanzprojekt „Ko’n‘ Fu Fighting“ entschieden hatten. Am Samstag brachten sie mit einem Blues, Cha-Cha-Cha sowie Aerobic-Elementen mit Disco-Fox die kleinen und großen Zuschauer zum Mitschwingen. Dozentin Katharina Fuchs verfügt selbst über sieben Jahre Tanzerfahrung, hat Gold im Schrank stehen und sagt: „Das Projekt kam gerade recht. So kann ich mein Wissen weitergeben und selbst wieder im Tanzbereich aktiv werden, was bisher immer zu kurz kam.“


Crossmediale Dokumentation: Schreiberlinge, Regisseure und Fotografen

Dokumentiert wurden die Projektbeiträge durch verschiedene Medien: von der Gruppe der Schülerzeitung „Fünfzehn“ und der Mediengruppe Film. Letztere arbeitet mit dem Sächsischen Erprobungs- und Ausbildungskanal (SAEK) zusammen und bekam zwei Filmkameras gestellt. Andreas Richter, seines Zeichens zukünftiger Erzieher, hielt die Eindrücke des gesamten Samstagvormittags fest und berichtet: „Unter Leitung von Dozentin Margit Günther beschäftigen wir uns mit Tonaufnahmen, Schnitt und Präsentation. Ein Video über den Tag der offenen Tür wird nun in der Projektgruppe fertiggestellt und in circa vier Wochen auf der Website der Euro Akademie veröffentlicht.“
Die Schülerzeitung erscheint Mitte November bereits in ihrer dritten Auflage. Ein Nachbericht über den Samstagvormittag wird auch dort in Bild und Text gedruckt. Über das Wirken der jungen Redakteure und „Macher“ der Schülerzeitung entsteht demnächst ein Extra-Bericht.



Eine Bewerbung als Fotograf hat Mikael Gebremedhine, der derzeit an einem berufsbezogenen B2-Sprachkurs an den Euro-Schulen Chemnitz teilnimmt, bereits abgeschickt. Der junge Mann aus Eritrea fotografierte schon als Kind sehr gern und möchte sein Hobby nun zum Beruf machen. Die Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hatte ihn eingeladen, seine Art des Fotografierens, im Zuge des Tages der offenen Tür, unter Beweis zu stellen und veröffentlicht hier einige Fotos von ihm.

Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte, aber mindestens so wichtig ist die Welt der Musik. So sorgte die Schülerband gesanglich und instrumental für Abwechslung und gute Laune im tristen Novemberwetter.
 

Club der Visionäre tüftelt an neuem Schulsystem

„Wie sieht die Schule von morgen aus? Gibt es noch Lehrer oder wird alles durch Roboter ersetzt? Wie sollte der Tagesablauf aussehen und was müsste sich an den Fächern, den Räumen und am Bewertungssystem ändern? Welches Marketing in Form von Messen, Social Media oder gar der Entwicklung einer eigenen App muss ich beherrschen, damit die Leute auf mich aufmerksam werden?“ Diesen und noch mehr Fragen geht der „Club der Visionäre“ unter Leitung der Dozenten Max Wolf, Robin Scheller und Thomas Selbig auf den Grund. Bis Januar 2018 muss die Präsentation fertig sein, damit sie im Rahmen eines Bundeswettbewerbs nach Berlin eingeschickt werden kann. Den Gewinnern winkt die Veröffentlichung eines Artikels in der Tageszeitung „Die ZEIT“.


Mit allen Sinnen genießen

Wer geistige und körperliche Höchstleistungen vollbringt, muss dann und wann auch seinen Energiehaushalt auffüllen. Dafür hatte das Küchenteam rund um die Dozentin in der Altenpflege Claudia Nier passende Antworten in Form von allerlei selbstgemachten Köstlichkeiten. Falafel mit verschiedenen Dips, Gemüselasagne, Nudelsalat, Schokokuchen und Kürbissuppe indischer Art. Für letztere spendierte Dozent Thorsten Moder gern selbstgezüchtete Hokkaido-Kürbisse und war vom Ergebnis sichtlich begeistert.



Gut gesättigt im kulinarischen und künstlerischen Sinne, aber auch mit viel Wissen rund um die verschiedenen Ausbildungsberufe, gingen sowohl die Besucher, als auch die engagierten Lehrer und Schüler zufrieden in den Samstagnachmittag – bis zum nächsten Mal, wenn sich der Vorhang wieder öffnet …