Die meisten Jugendlichen sind zielstrebig und wollen nach ihrem Schulabschluss weiter lernen. Sie absolvieren eine Ausbildung oder ein Studium. Doch um zu den Abschlüssen zu gelangen, kommen auf die Jugendlichen und ihre Eltern, die sie finanziell unterstützen, viele Kosten zu. Wir beantworten in diesem Artikel die Frage, ob und wie Studien- und Ausbildungskosten von der Steuer abgesetzt werden können. 


Hinweise für Studenten 

Bedeutend für eine steuerliche Absetzung von Kosten ist, ob es sich um ein Erststudium oder ein Zweitstudium handelt. Ein Erststudium beginnt direkt nach dem Abitur. Dabei gibt es kaum Möglichkeiten, Kosten abzusetzen. Die Ausgaben für die sogenannte Erstausbildung werden auch künftig nicht als Werbungskosten anerkannt. Der Grund ist, dass das Erststudium oder die erste Berufsausbildung „der privaten Lebensführung zuzuordnen“ sind (nachzulesen bei Spiegel.de). Es wurde lediglich der Betrag für Sonderkosten auf bis zu 6.000 Euro erhöht. Dies ist jedoch ein Posten, der nur für Studenten oder Auszubildende gilt, die während ihrer Tätigkeit so viel verdienen, dass mehr als der Grundfreibetrag in Höhe von 8004 Euro zusammenkommt. Dies ist nur selten der Fall. Gegenwärtig sind Verfahren anhängig, die gegen diese Regel klagen. Wer damit nicht einverstanden ist, kann sich an diese Klagen anhängen. Hierzu muss eine Steuererklärung eingereicht werden, wo auf der ersten Seite "Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags" angekreuzt wurde, dann die Studienkosten als Werbungskosten geltend gemacht werden und auf die gesetzeskonforme Ablehnung warten. 


Im Zweitstudium sind die Möglichkeiten zur steuerlichen Absetzung besser. Neben Studenten, welche ein Aufbau- oder Zweitstudium nach einem erfolgreich absolvierten Erststudium absolvieren gilt die gesetzliche Regelung noch für folgende Gruppen:

  • Studenten im Erststudium nach abgeschlossener Berufserstausbildung
  • Studenten, die berufsbegleitend studieren 
  • Doktoranden 
Diese Gruppen können Werbungskosten steuerlich absetzen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Ausgaben für
  • Studiengebühren
  • Fachliteratur 
  • benötigte Arbeitsmittel 
  • Fahrten zwischen Wohnung und Studienort 
Rechtlich nicht geklärt ist der Umgang mit Kosten auswärtiger Unterbringung. Die erwähnten Werbungskosten können rückwirkend für vier Jahre beantragt werden (§ 169 AO). Dies ist die sogenannte Festsetzungsfrist. Sie fängt mit dem Ablauf des Entstehungsjahres der Steuer an (§ 170 AO).  Grundsätzlich sollten Studenten der oben erwähnten Gruppen Rechnungen und Quittungen sammeln, um ihre Absetzungsforderungen dem Finanzamt gegenüber umfassend zu belegen. 


Hinweise für Auszubildende 

Die Erstausbildung bietet wenige Möglichkeiten zur steuerlichen Absetzung von Kosten (siehe oben). Steuerrechtlich sind Lehre, duales Studium, Referendariat und Promotion alle als Ausbildungszeit gleichgestellt. Bei der ersten Berufsausbildung im Dienstverhältnis muss der Auszubildende auf sein Gehalt Steuern zahlen. Auch hier lohnt es sich also, die Rechnungen von Bewerbung bis hin zu Busfahrkarten zu sammeln. Diese Werbungskosten werden zusammengerechnet und auf dem Mantelbogen der Steuererklärung auf Seite 2 eingetragen. Wenn ein PC Programm wie Elster oder die Software von Lexware (Taxman und weitere Programme) zum Einsatz kommt, können diese ebenfalls dort als Werbungskosten eingetragen werden. Das Finanzamt zieht die Gesamtsumme von den Jahreseinnahmen ab und versteuert nur das, was übrig bleibt.  


Weiterführende Informationen: http://www.studis-online.de/StudInfo/Studienfinanzierung/ausbildungskosten-absetzen.php 


 Bildquelle: GG-Berlin  / pixelio.de

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