Im heutigen Interview der Woche berichtet Herr Julian Niemeyer über die Ausbildung zum Bachelor of Arts in Banking and Finance.

Welche Aufgaben erfüllen Sie hauptsächlich in Ihrem Ausbildungsbetrieb?:

Die Aufgaben sind ganz unterschiedlicher Art und zudem abhängig von dem Lehrjahr in welchem man sich gerade befindet. Zum Beginn des dualen Studiums liegt es im Interesse der Bank ersteinmal den Service- und Kassenbereich kennenzulernen. Hier hat man direkten Kontakt zu den Kunden und kann sich in das Thema "Bank" einarbeiten. Hierzu zählen Kassentransaktionen (Einzahlungen, Auszahlungen, Schecks, Überweisungen, Daueraufträge etc.).
In den folgenden Ausbildungsjahren wird man immer wieder in Kontakt mit dem "Service-Bereich" kommen, er ist jedoch längst nicht mehr Schwerpunkt der Ausbildung. Hinzu kommen mehr und mehr Kontakte in Bezug auf Kundengespräche. So hat man u.a. schon recht früh die Möglichkeit einem Berater "über die Schulter zu schauen" und so ein Gespräch mitzuverfolgen.
Zudem legt die Bank sowie die Akademie großen Wert darauf, dass im Laufe der Ausbildung alle Bereiche der Bank, oft auch mehrmals, durchlaufen werden, damit man einen vollständigen Einblick und Eindruck von seinem Ausbildungsbetreib erhält.
Zu den Abteilungen gehören u.a. die Marketing-Abteilung, Vermögensberatung, Immobilien-Abteilung, Innenrevision, Buchhaltung, Privat-sowie Firmenkunden. Die Zeiten sind in einem Ausbildungsplan geregelt, welcher einem von der Personalleitung ausgehändigt wird.

Zur Zeit bin ich im 2. Ausbildungsjahr und habe schon ziemlich viele Abteilungen durchlaufen. Momentan bin ich in den unterschiedlichsten Filialen meiner Bank eingeteilt und lerne somit tagtäglich neue Kollegen und Kunden kennen. Dies ist auf jeden Fall ein persönlicher Zugewinn!


Was ist das Besondere in Ihrem Ausbildungsbetrieb?:

Die Raiffeisen-Volksbank Varel-Nordenham eG ist sehr groß und hat neben der Hauptstelle, Sitz in Varel, noch 15 weitere mittlere bzw. kleinere Zweigstellen. Diese befinden sich im Geschäftsgebiet der Bank (Friesland/Ammerland/Wesermarsch). Dadurch wird einem als Auszubildener die Chance gegeben überall einmal "vorbeizuschauen" und die anderen Kollegen sowie Kunden kennenzulernen. Man gewinnt viele Neue Eindrücke.

Zudem ist besonders, dass den Auszubildenen zum Bankkaufmann/Frau als auch den Studenten, die Chance gegeben wird, an einem internen Unterrichtsprogramm teilzunehmen. Dieser "interene Unterreicht" findet in einer Außenstelle statt und soll die praktischen Lerninhalte der Bank hinterlegen und vertiefen. Themen sind u.a. Kredite, Auslandsgeschäft etc.)

Zudem herrscht auch bei einer Mitarbeiterzahl von ca. 220 Personen ein äußerst angenehmes Arbeitsklima, die Kollegen sind offen und tragen ihren Teil zur Ausbildung bei.


Warum haben Sie sich für den Ausbildungsberuf entschieden?:

Das duale Studium ist aufgrund der Aufteilung in Theorie und Praxisphasen äußerst abwechselungsreich. In Zukunft wird es immer wichtiger sein, dass man als Student nicht nur über theortische Kenntnisse verfügt, sondern zugleich auch viele praktische Erfahrungen gesammelt hat. Ich hoffe, dass mir diese Tatsache in Zukunft zu Gute kommen wird.
Zudem ist die Ausbildung im Wirtschaftsbereich sehr breit gefächert. So werden neben der klassischen Bankbetriebslehre auch VWL, BWL, Business English und Statistik gelehrt. Somit hat man die Chance auch in der "freien Wirtschaft" unterzukommen. Man ist, vorausschauend gesehen, nicht ausschließlich auf den Bankensektor angewiesen.

Ein großer Faktor in meinem Entscheidungsprozess war zudem die Tatsache, dass ich neben meiner tariflich gezahlten Ausbildungsvergütung durch die Bank darüber hinaus noch das Studium von der Bank finanziert bekomme. Somit bin ich weitestgehend finanziell unabhängig und kann mich voll und ganz auf das Studium konzentrieren!

Allerdings sollte man bei der Entscheidung beachten, dass solch ein duales Studium vollste Konzentration und Lernbereitschaft erfordert. Die drei Jahre sind nicht "mal einfach so zu schaffen", sondern es wird viel verlangt und gefordert. Gerade die Zeit in der Akademie ist kurz bemessen und somit werden Themen z.T. nur angerissen, diese müssen dann selbsständig zu Hause nachgearbeitet und vorbereitet werden.


Welche Aufgaben fallen Ihnen besonders leicht?:

Ich habe sehr viel Spaß daran Kunden zu treffen , diese zu beraten und in Kontakt mit Ihnen zu stehen.
Man sollte auf jeden Fall offen für andere Menschen sein, denn der Kundenkontakt ist das primäre Ziel der Beratung, denn nur so kann man das Vertrauen des Kunden gewinnen und zusammen ein Geschäftsverhältnis aufbauen.
Außerdem habe ich gefallen an der Arbeit im Bereich Vermögensberatung und Immobilien gefunden.


Wie lange dauert die Ausbildung und unter welchen Voraussetzungen ist eine Verkürzung möglich?:

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Eine Verkürzung ist aufgrund des Dualen-Systems nicht möglich. Falls man sich jedoch für den Abschluss Bankkaufmann/Frau entscheidet und Abitur vorweisen kann ist eine Verkürzung grundsätzlich möglich!


Welche schulischen und persönlichen Voraussetzungen sollten für den Beruf vorhanden sein?:

Auf jeden Fall Offenheit gegenüber neuem und keine Scheu sich auch einmal in Themen vorzuwagen von denen man bisher nichts gehört hat! Ich selbst habe auch "nur" eine allgemeinbildene Schule besucht, welche wirtschaftliche Themen, wenn überhaupt, auch nur angerissen hat. Somit war für mich im ersten Ausbildungsjahr alles neu! Aber das wirtschaftliche Verständnis wächst mit der Zeit! Zudem sollte man keine Scheu vor Zahlen haben und auch gegenüber Mathe/Statistik nicht abgeneigt sein, denn fast der gesamte Lerninhalt besteht aus Mathematik und Zahlenverständnis.
Persönlich kann ich nurnoch einmal wiederholen, dass man bereit sein muss viel Freizeit für die Akademie zu opfern. Die drei Jahre lassen sich nur erfolgeich absolvieren, wenn man Interesse und Arbeitseinsatz zeigt.


Wie ist der Unterricht in der Berufsschule organisiert und welche Fächer sind besonders wichtig?:

Da ich das duale Studium zum Bachelor of Arts in Banking and Finance absolviere besuche ich keine Berufsschule, sondern die Berufsakademie für Bankwirtschaft in Rastede.
Wie es in einem dualen System üblich ist, gibt es Therie- sowie Praxispahsen. Zu Beginn der Ausbildung überwiegen noch die Theoriephasen in der Akadmie um ersteinmal eine "Grundlage" des Verständnisses für Bank und Wirtschaft zu erlangen! Die erste Akademie-Phase war ca. 13 Wochen!
Danach nehmen dann die Theorie-Phasen ab und die Praxis-Phasen in der Bank nehmen zu.
Ein Tag in der Akademie ist vergleichbar mit einem Tag an einer Uni. Wir haben Vorlesungen mit unterschiedlichem Schwerpunkt. Einige erfodern starke Einbindung andere sind mehr wie Vorlesungen im klassischen Sinne.
Postiv ist, dass die Gruppe sehr klein ist und mehr den Klassencharakter aus der Schule hat. Mit 28 Personen in Rastede ist der Jahrgang übersichtlich und die Teilnahme an der Vorlesung wird vereinfacht.
Normalerweise beginnt ein Akademie Tag um 9.00 Uhr und endet um 17.00 Uhr. Danach beginnt dann, wie gesagt die Vor- bzw. Nacharbeitung des vermittelten Stoffes allein oder in Gruppen.
Diese individuelle Nacharbeitung und Vorarbeitung ist Voraussetzung für eine gute Teilnahme.
Da es sich primär um eine Bankausbildung handelt, ist das fach BBL (Bankbetrieblehre) sehr wichtig. Schwerpunkte werden jedoch auch auf VWL (Volswirtschaftslehre) und BWL (Betreibswirtschaftslehre) gelegt. Ergänzt werden diese "Module" durch Englisch und z.T. auch dem Fach Schlüsselkompetenzen, in dem wissenschaftliches Arbeiten vermittelt wird.

Neben den eigentlichen Vorlesungen finden noch Lerninhalte online statt über die Plattform/Homepage der Akademie im Internet. Hier müssen einige Themen und Module online absolviert werden.
Des Weiteren werden die Vorlesungen bzw. auch die Praxisphasen von Studienarbeiten (vergleichbar mit Facharbeiten) begleitet, die fristgerecht bearbeitet werden müssen. Im Schnitt hat man ca. 7 Wochen Zeit. Als Ansprechpartner steht einem in dieser Zeit sein Dozent zur Verfügung, welcher auch u.a. auch in den Vorlesungen das Fach unterrichtet und begleitet hat.
Außerdem sind Präsentationen zu unterschiedlichen Themen sehr häufig und sollen helfen frei zu sprechen und offener zu werden. Viele dieser Präsentationen müssen auch als "Prüfung" absolviert werden und fließen dann mit in die Note des Moduls ein. Darüber hinaus gibt es noch Prüfungs- Kundengespräche.


Welche Perspektiven haben Sie nach der Ausbildung in Ihrem Betrieb:?

Vertraglich ist vorgesehen, dass man als Student vorerst zwei Jahre in der Bank bleibt! Dies ist seitens der Bank nicht zuletzt auch eine finanzielle Entscheidung, da die Bank das gesamte Studium finanziert.
Wo ich genau in Zukunft eingesetzt werde steht momentan allerdings noch nicht zur Diskussion. Diese Frage wird sich zu gegebener Zeit klären. Ich bin jedoch, nicht zuletzt aufgrund der größe der Bank, äußerst optimistisch in einem für mich interessanten Bereich eingesetzt zu werden.

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