Vom Baum zum Buch

Bevor du ein Buch in der Buchhandlung kaufen oder in der Bibliothek ausleihen kannst, sind viele verschiedene Schritte notwendig. Es braucht vor allem zwei Dinge: Eine gute Geschichte und Papier.

Es beginnt damit, dass der Schriftsteller seine neue Geschichte niederschreibt und das Manuskript an einen Verlag schickt. Die Mitarbeiter aus dem Lektorat lesen das Manuskript und entscheiden, ob das Buch verlegt werden soll. Nicht nur die Geschichte muss gut sein, sie muss auch zum Verlagsprogramm passen. Wenn das Werk verlegt werden soll, macht der Lektor Verbesserungsvorschläge. Er liest das Buch Korrektur und prüft zum Beispiel, ob die Figuren glaubwürdig sind, die Handlung spannend ist oder ob langatmige Passagen enthalten sind, die gekürzt werden sollten. Diese Stellen streicht der Lektor im Manuskript an und sendet es zurück an den Schriftsteller, der es anhand der Verbesserungsvorschläge überarbeitet. Manchmal geht das Dokument ein paar mal zwischen Schriftsteller und Lektor hin und her, bis es schließlich fertig ist.

Aber wie wird man eigentlich Lektor? Die schlechte Nachricht: Der Beruf ist kein Ausbildungsberuf. Auch gibt es keinen speziellen Studiengang für Lektoren. Wenn du den Beruf des Lektors ergreifen möchtest, kannst du dies nur über Umwege tun. Wichtig sind ein gutes Sprachgefühl, Interesse für Literatur, ein breites Allgemeinwissen und ein Gespür für aktuelle Themen. Viele Lektoren haben zum Beispiel Sprach- und Literaturwissenschaften bzw. Philologie) studiert und ein Praktikum bei einem Verlag gemacht. Weitere relevante Studiengänge sind Buchwissenschaften, Buchhandel/Verlagswesen oder Medienmanagement. Auch Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer haben gute Chancen.

Bevor das Buch gedruckt werden kann, sind weitere vorbereitende Schritte notwendig: Das Cover muss gestaltet und der Klappentext geschrieben werden. Manche Bücher werden auch noch illustriert. Der Text muss formatiert und Text und Bilder passend angeordnet werden. Die Druckdaten werden von Mediengestaltern Digital und Print (Schweiz: Polygraf, Österreich: Fachmann für Medientechnik) aufbereitet. Danach geht es in die Druckerei, wo die Medientechnologen der Fachrichtungen Druck und Druckverarbeitung Hand in Hand arbeiten: Das Papier wird bedruckt, die Bögen gefaltet, gebunden, beschnitten und mit dem Umschlag versehen. Die fertigen Bücher kommen ins Lager, von wo aus sie dann an die Buchhandlungen geliefert werden.

Doch zurück zum Anfang, denn ohne Papier keine Bücher. Die lateinische Bezeichnung für Papier lautet Papyrus. Erfunden wurde Papier jedoch nicht in Ägypten, sondern in China. Früher wie heute liegt der Ursprung in der Natur, denn der wichtigste Rohstoff in der Papierherstellung ist Holz. Dazu arbeiten die Papierfabriken mit Forstbetrieben zusammen. Die Forstwirte fällen die Bäume und sortieren und lagern das Holz. Für die Papierherstellung sind vor allem dünnere Stämme und schnell wachsende Hölzer gefragt.

Das Holz von den Bäumen wird solange zerkleinert, bis nur noch Sägespäne übrig sind. Diese werden in Wasser eingeweicht und mit Füll- und Hilfsstoffen zu einem Brei gemischt. Dieser wird gepresst und entwässert und die so entstehenden Papierbahnen aufgerollt. Die Zeiten, in denen der Brei noch von Hand angerührt werden musste, sind längst vorbei. Heute setzen die Papiertechnologen moderne, computergesteuerte Maschinen ein. Wenn du dir jetzt Sorgen um die Umwelt machst, können wir dich beruhigen: Die Altpapiereinsatzquote liegt derzeit bei 74 %, d.h. für die Produktion von 100 Tonnen Neupapier werden 74 Tonnen Altpapier eingesetzt. Achte daher gut auf die Mülltrennung bei dir zu Hause und wirf Zeitungen, Zeitschriften etc. in die Papiertonne.

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