Vattenfall Montag, 27. August 2018 3 Minuten Lesezeit

Die Energietour 2018: Duale Studenten auf den Spuren der Energiewende

Fast schon eine Tradition: Die Energietour von Vattenfalls technischen und kaufmännischen dualen Studenten aus Hamburg. Auch in diesem Sommer unternahm ein buntes Team eine über 1.000 Kilometer lange Reise voller spannender Diskussionsrunden und Besichtigungen zu verschiedenen Themen der Energiewende. Ein Teilnehmer berichtet.

Die dualen Studenten unterwegs in der Braunkohleregion
Die dualen Studenten unterwegs in der Braunkohleregion© Vattenfall

Ziel dieser Reise war die sektorübergreifende Betrachtung, wie das Ziel Vattenfalls erreicht werden kann, innerhalb einer Generation ohne fossile Brennstoffe auszukommen. Es geht also nicht allein um die Strom- und Wärmeproduktion durch regenerative Energien, sondern auch um die Nutzung regenerativen Stroms im Wärme- und Verkehrssektor, um die Speicherung der Energie und die Leistungsfähigkeit unserer Stromnetze.


Wasser gibt Stoff

Der erste Stopp der Energietour war ein Heimspiel: die Wasserstoffstation in der Hamburger HafenCity. An der Entwicklung und dem Bau dieser Station, einer der größten und leistungsfähigsten in Europa, war Vattenfall maßgeblich beteiligt. Busse und PKW werden hier betankt. In der Industrie wird Wasserstoff bereits seit mehr als 100 Jahren genutzt. In Zukunft könnte er als Energiespeicher für die schwankende Erzeugung aus Wind und Sonne dienen und nicht nur im Verkehrssektor, sondern auch als Brennstoff zum Heizen eingesetzt werden. Hürden müssen noch beim Wirkungsgrad und den Kosten genommen werden. Das Fazit der Besuchergruppe: An Wasserstoff als Energieträger werden wir in Zukunft nicht vorbeikommen.


Berlin: Zwischen Kraftwerk und Smart Grid

In Berlin haben wir im Heizkraftwerk Berlin-Mitte einen Einblick in die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage mit ihrem hohen Wirkungsgrad erhalten. Eine Sehenswürdigkeit am Rande: die durch Abwärme beheizten Sitzbänke am Spreeufer – gebaut von Vattenfall-Auszubildenden. Bei allen Diskussionen und Gesprächen auf der Energietour kam immer wieder die Frage auf, wie man mit den erheblichen Fluktuationen der Stromerzeugung aus Sonne und Wind umgeht. Mit Ausnahme der Pumpspeicherwerke existieren (noch) keine großen Speicher.

Über eine Möglichkeit, dieser Herausforderung zu begegnen, informierten wir uns auf dem EUREF-Campus am Südkreuz in Berlin. Dort werden mit Blockchain-Technologie, innovativen Speichern sowie eigener Erzeugung und Ladeinfrastruktur zwei Micro-Grids aufgebaut, die miteinander „kommunizieren“. Dadurch können Überschüsse und Flauten regenerativer Anlagen ausgeglichen werden. Dies wird durch die Forschung an einer intelligenten Ladeinfrastruktur ergänzt, die es ermöglicht, vorhandene Ladekapazitäten optimal zu nutzen.


Pumpspeicherwerk im Erzgebirge

In Markersbach besuchten wir eines der beiden größten Pumpspeicherwerke Deutschlands. Mit seiner Leistung von gut einem Gigawatt spielt es für die Energiewende eine wichtige Rolle. Es hilft dabei, Schwankungen der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auszugleichen und trägt so zur Sicherheit und Stabilität des Stromnetzes bei. Bei der Energietour kam auch die Information über Forschungsprojekte nicht zu kurz. So erläuterten Mitarbeiter des CUTEC-Instituts in Clausthal-Zellerfeld ihre Projekte zur dezentralen Energieversorgung.


Unterwegs in der Braunkohleregion

Auch wenn Vattenfall kein Braunkohlegeschäft mehr betreibt, besichtigten wir den Braunkohletagebau in Welzow-Süd und das Kraftwerk Schwarze Pumpe – ein Grundlastkraftwerk, das Versorgungssicherheit gewährleistet. Positiv überrascht waren wir von den Rekultivierungsmaßnahmen. Wo früher Tagebau betrieben wurde, entstehen nicht nur Wälder, landwirtschaftlich nutzbare Flächen und ein See, sondern es gibt sogar einen Weinberg.


Unsere Schlussfolgerungen

Nach dieser Woche mit vielen verschiedenen Eindrücken diskutierten wir die Frage, welchen Weg hin zu einem Leben ohne fossile Brennstoffe man am besten einschlägt. Damit die sektorenübergreifende Energiewende gelingen kann, bedarf es vor allem passender Speichertechnologien mit ausreichenden Kapazitäten. Der Ausbau der regenerativen Stromerzeugung in Deutschland ist sehr gut vorangeschritten. Jetzt muss die Frage beantwortet werden, wie man den Anteil erneuerbarer Energien in der Wärmeversorgung und im Verkehr erhöhen kann. Einige aus der Gruppe regten an, das man das bestehende System der Subventionen neu ordnen könne, um die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energielösungen und die Attraktivität von dezentralen Lösungen zu stärken.

Nicht jede neue technische Entwicklung ist an jedem Standort in gleichem Maße anwendbar. Deshalb wird es umso wichtiger werden, auch über Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Dennoch fängt alles im Kleinen an: Dezentrale Lösungen, wie Wärmepumpen und Kollektoren, und eine effiziente Gebäudedämmung werden im privaten Sektor einen großen Beitrag leisten.

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