Am Freitag, dem 22. März 2019, erhielten die Klassen der angehenden Physiotherapeuten im ersten und zweiten Lehrjahr sowie der zukünftigen Altenpfleger und Altenpflegehelfer die Möglichkeit, der Geschichte der Medizin auf die Spur zu gehen. Unter der Leitung von Frau Dr. Jammermann, Frau Paul und Frau Eck unternahmen wir einen Tagesausflug in die Charité nach Berlin. Pünktlich um neun Uhr startete unser Bus vor dem Schulgebäude der Euro Akademie Halle.

Kurz vor Mittag erreichten wir die Charité und damit begann unsere Reise in die Vergangenheit der Medizin. Überwältigt von dem riesigen Gelände sahen wir uns genau um. Besonders die Altbauten wie das Pathologische Institut sowie die Psychiatrie- und Nervenklinik imponierten uns und prägten den ersten Eindruck auf dem Weg zum Medizinhistorischen Museum. Vor dem Gebäude belehrte man uns über das Verbot des Fotografierens in den Ausstellungsräumen. Aus diesem Grund können leider keine Bilder zur Verfügung gestellt werden.


Lebenslauf eines großen Chirurgen

Aufgeregt, gespannt und voller Vorfreude gingen wir ins Museum. Über drei Stockwerke wurden wir durch die Geschichte der Medizin sowie entlang einiger Darstellungen seiner wichtigsten Vertreter geführt. Auf der ersten Etage war eine Sonderausstellung zum Chirurg Ferdinand Sauerbruch (1875-1951) zu sehen. Er galt als Inbegriff des Chirurgen, war Generalarzt und Forschungsgutachter. Die Ausstellung mit dem Titel „Auf Messers Schneide“ zeigte seinen beruflichen Werdegang vom Jungen aus kleinbürgerlichen Verhältnissen bis zum anerkannten Wissenschaftler. Außerdem erfuhren wir viel zur Entwicklung der Unterdruckkammer für Operationen am offenen Brustkorb und der Konstruktion aktiv beweglicher Prothesenarme.


Geschichte der Heilungsmethoden

Auf der zweiten Etage gab die Ausstellung „Dem Leben auf der Spur“ einen Überblick über ca. 300 Jahre Medizingeschichte. Zentrale Bilder sowie Modelle vom menschlichen Körper, welche die Medizin in dieser Zeit entwickelt hatte, zogen uns in ihren Bann. Jede Menge Querschnitte von Organen, welche von den verschiedensten Krankheiten befallen sind, waren zu sehen: Von Tuberkulose befallene Organe, Herzerkrankungen, Fehlbildungen von Kindern und mehr sorgten für viel Gesprächsstoff. Das Anatomische Theater sowie Virchows Arbeitstisch zeigten interessante Dinge wie Röntgentechniken und Techniken der Endoskopie.

Auf der letzten und dritten Etage waren unter dem Titel „Historischer Krankensaal“ spannende medizinische Utensilien vom Gebärstuhl aus dem 18. Jahrhundert über das erste Krankenbett bis hin zur „eisernen Lunge“ zu entdecken. Mit diesem klinischen Gerät war unter anderem Kinderlähmung behandelt worden.

Am Nachmittag trafen wir uns am Brandenburger Tor und traten von dort die Rückreise nach Halle an. Unser Fazit? Wir sind ehrlich: Dieses Museum ist nicht für jeden geeignet. Nichtsdestotrotz wird hier jeder, der sich für Medizin interessiert, sehr viel lernen und Spaß haben.

Autorin: Bianca Liebing, Ausbildung zur Altenpflegerin, Euro Akademie Halle


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