Herr Straten, erst einmal Gratulation zur erfolgreichen Zertifizierung! Wie haben Sie Ihre Mitarbeitenden für die Teilnahme an der Befragung erwärmen können? Gab es Schwierigkeiten? Wie sind Sie diesen gegebenenfalls begegnet?
Unsere Auszubildenden haben die Teilnahme von Beginn an als selbstverständliche Verpflichtung gegenüber dem Betrieb wahrgenommen. So konnten wir diese auch schnell aktivieren und für die Befragung erwärmen. Nur in wenigen Fällen mussten wir die Azubis daran erinnern, den Fragenbogen auszufüllen. Am Ende lag unsere Rücklaufquote bei 90 Prozent. 

Zur hohen Ausbildungsqualität trägt auch die verantwortungsvolle Arbeit des ausbildenden Personals bei. Welche Anregungen konnten Sie bzw. die betreffenden Personen für diese Aufgabe aus der Zertifizierung mitnehmen?
Die Zufriedenheit mit unserem ausbildenden Personal war insgesamt sehr groß. Wir konnten feststellen, dass sich unsere jungen Fachkräfte sehr differenziert mit ihrer Ausbildungssituation auseinandersetzen und viele Themen als wichtig wahrnehmen, die auch Priorität für unsere Ausbilderinnen und Ausbilder haben. Das freut uns und hat uns natürlich auch in unserer Arbeit bestätigt. Ein besonderes Anliegen, welches wir aus der Befragung mitnehmen konnten, war der Wunsch nach mehr Feedback in der Ausbildung. Daran werden wir in Zukunft weiter arbeiten.

Wie bereiten Sie neue Ausbilderinnen und Ausbilder auf die Aufgabe vor? Welche Leitlinien sind Ihnen bzw. dem Unternehmen wichtig?
Uns ist vor allem eine wertschätzende und persönlichkeitsfördernde Haltung unseres Ausbildungspersonals sehr wichtig. Unser Ziel ist, dass unsere Auszubildenden nicht nur Fachwissen erwerben und dieses erweitern, sondern dass auch der individuellen Entwicklung ihrer Persönlichkeit Raum gegeben wird. Das versuchen wir über eine große Anzahl regelmäßiger Gespräche und Treffen zwischen dem ausbildenden Personal und Auszubildenden sicherzustellen. Auf der anderen Ebene findet wiederum auch zwischen der Ausbildungsleitung und den Ausbilderinnen und Ausbildern ein regelmäßiger Austausch statt, wie beispielsweise die Quartals-Ausbildertreffen oder Methodenschulungen. Ergänzend zu diesen Treffen bieten wir unseren ausbildenden Fachkräften auch externe Schulungen an, um immer am Puls der Zeit zu sein.  

Welchen Herausforderungen sehen Sie sich in der Ausbildungsarbeit noch gegenübergestellt? Nicht nur, aber z. B. auch im Hinblick auf Themen wie Digitalisierung und Ausbildung 4.0?
Eine der größten Herausforderungen wird sein, die betriebliche Ausbildung weiterhin als zukunftsträchtigen Weg ins Berufsleben herauszustellen. Dazu gehört auch, dass diese mit den technischen Entwicklungen in den jeweiligen Berufsfeldern Schritt hält. Die voranschreitende Digitalisierung ist hierbei natürlich ein wichtiges Thema, sowohl in kaufmännischen als auch in nicht-kaufmännischen Berufen. Je digitaler diese werden, desto digitaler muss auch das Ausbildungscurriculum werden.

Welche Impulse nehmen Sie aus der Zertifizierung mit? An welchen Stellen Ihrer Ausbildungsarbeit möchten Sie nachbessern?
Die Bestätigung, die wir auf vielen Ebenen in der Befragung bekommen haben, ist für uns ein großer Impuls, uns weiterhin zu bemühen und noch besser zu werden. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Schulen wollen wir verbessern und dort in Zukunft viel stärker präsent sein.

Wie beschreiben Sie die Zusammenarbeit mit AUBI-plus hinsichtlich der Zertifizierung?
Die Zusammenarbeit verlief problemlos, verbindlich und insbesondere professionell. Die Ansprechpartner bei AUBI-plus waren zuverlässig und somit konnte der gesamte Prozess auch schnell abgewickelt werden.

Insbesondere das Onboarding wurde in Ihrem Unternehmen besonders gut bewertet. Was macht diesen Prozess so erfolgreich?
Ich glaube, dass unsere Prozesse dort sehr wertschätzend und stärkend für die Auszubildenden sind. Die intensive Betreuung erlaubt einen sanften Einstieg in das Ausbildungsleben. Wir definieren bewusst keine Erwartungen oder bauen Druck auf, da sich die jungen Menschen in der Regel selbst schon unter Erwartungs- und Leistungsdruck setzen. Weil die ausgewählten Kandidatinnen und Kandidaten bereits eine stark ausgeprägte Leistungsmotivation mitbringen, können wir uns verstärkt um die soziale und persönliche  Entwicklung kümmern. Das kommt immer gut an. 

Und zum Schluss: Welche Tipps können Sie anderen Unternehmen diesbezüglich oder auch in anderen Bereichen geben?
Aus unserer Erfahrung bei den Auswahlprozessen können wir sagen, dass die jungen Menschen das Bewerbungsverfahren oftmals als Stresssituation erleben. Gleichzeitig betrachten Ausbildungsverantwortliche eben dieses Verfahren zu selten aus Sicht der Bewerberinnen und Bewerber. Die sehr gut bis gut qualifizierten Schülerinnen und Schüler, die sich die Ausbildungsplätze aussuchen können, werden insbesondere dort hingehen, wo es für sie nicht nur eine fachliche Perspektive gibt. Sie machen ihre Entscheidung vor allem auch von der atmosphärischen und emotionalen Erlebniswelt beim Bewerbungsverfahren und im Betrieb abhängig. Sprich: Wir finden auch deshalb vielfach geeignete Azubis, weil andere Firmen ihre Bewerbungsprozesse schlechter gestalten.

Vielen Dank für das Interview und die spannenden Einblicke!

Lesen Sie auch die Pressemitteilung der swt vom 26.07.2021: 
Stadtwerke Tübingen sind ein „BEST PLACE TO LEARN" für junge Menschen
>> zur Pressemitteilung


Über die Stadtwerke Tübingen

Versorgungsauftrag aus Tradition auf der einen Seite und Arbeit an der Infrastruktur von morgen auf der anderen: die Stadtwerke Tübingen (swt) wirken mit an der Zukunft Tübingens. Die swt kümmern sich um die Daseinsvorsorge - mit einer Unternehmenshistorie, die über 150 Jahre zurück reicht. Das Unternehmen versorgt die Universitätsstadt mit Strom, Erdgas, Wärme, Wasser und Glasfaserleitungen für schnelles Internet sowie Infrastrukturangebote, die das Leben in der Stadt am Neckar attraktiv machen.

Über das Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN®

BEST PLACE TO LEARN® ist das Gütesiegel für die betriebliche Ausbildung. Für die Auditierung werden ausbildendes Personal, aktuelle und ehemalige Azubis des Unternehmens umfassend befragt – selbstverständlich anonym. Die Auswertung erfolgt auf Basis der Erkenntnisse des BIBB-Forschungsverbunds und der wissenschaftlichen Arbeiten von Rauner und Piening von der Universität Bremen. Mehr Infos gibt es auf unserer Website: https://www.bestplacetolearn.de/

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