Zwischen Sekt und Selters

Festliche Empfänge, VIP-Betreuung im First-Class-Hotel - davon träumt der Hotelnachwuchs. Die Ausbildung hat es in sich: Man muss arbeiten, wenn andere frei haben und trotz Stress immer freundlich bleiben.

Geschult wird der Hotelnachwuchs im Rahmen einer dualen Ausbildung oder in einer der ca. 40 Hotelfachschulen. Wer sich für die schulische Ausbildung entscheidet, konzentriert sich neben den praktischen Anteilen auf Lerninhalte wie Marketing, Personalmanagement, Ernährungslehre und Bankettorganisation. Sandra Warden vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) betont: "Es wird besonderer Wert auf die Vermittlung praxisrelevanten Wissens gelegt, der Kontakt zu Praktikern der Branche wird gepflegt, und der abschließenden Studienarbeit liegt ebenfalls in Praxisprojekt zu Grunde."

Die Hotelfachschule Pirna ist eine der 24 von der DEHOGA empfohlenen Schulen. Hier drücken zukünftige Hotelfachleute und Assistenten für Hotelmanagement die Schulbank. Nicht nur theoretisches Lernen, auch praktische Arbeit steht für die Hotelfachleute alle sechs Wochen im schuleigenen Ausbildungsrestaurant »Jacobäer« auf dem Stundenplan. Die Assistenten für Hotelmanagement verbringen das gesamte dritte Jahr mit Praktika. "Viele unserer Schüler erhalten nach den Praktika ein konkretes Jobangebot in den Praktikumsbetrieben oder der entsprechenden Hotelkette", sagt Sabine Claus von der Hotelfachschule. Die Ausbildung in Pirna kostet zwischen 120 und 150 Euro im Monat. Alle Bildungsgänge sind BAföG-berechtigt.

Ausbildung in der Schweiz
Die Hotelausbildung in der Schweiz hat eine genauso lange Tradition wie almfrischer Käse: Hier öffnete 1893 die erste Hotelschule der Welt. Auch heute spielt der Fremdenverkehr eine bedeutende Rolle für die Wirtschaft: Dem Schweizer Tourismus-Verband zufolge setzte die Tourismus-Branche im Jahr 2004 über 22 Milliarden Schweizer Franken um - sie ist damit der drittwichtigste Wirtschaftszweig des Alpenlandes.

Rekrutiert wird der Nachwuchs aus den rund 30 Hotelfachschulen, die zum größten Teil in privater Hand sind. Viele stehen unter der Aufsicht von Verbänden wie GastroSuisse, der Swiss Hotel Association oder der Swiss Union of Hotel Employees.

Ecole Hôtelière de Lausanne (EHL)
Die Ecole Hôtelière de Lausanne (EHL) bietet das achtsemestrige Bachelor-Programm "International Hospitality Management" an. Obligatorisch für die Aufnahme ist das Abitur oder ein vergleichbarer Abschluss. Darüber hinaus müssen die Bewerber bei Studienbeginn 18 Jahre alt sein. Die englische Sprache sollte man gut beherrschen sowie Grundkenntnisse in Französisch ausweisen: Das Bestehen des TOEFL-Tests gehört u.a. zur Aufnahmevoraussetzung. Zur Bewerbung gehört außerdem ein aussagekräftiges Motivationsschreiben. Das Studienjahr startet zweimal jährlich, jeweils im September und Februar. 

César Ritz Colleges
Wer an den César Ritz Colleges studieren möchte, hat die Wahl zwischen der Hochschule in Le Bouveret am Genfer See oder dem University Center in Brig. In Le Bouveret werden drei einjährige Ausbildungsgänge rund um die Themen Restaurant-Management angeboten. Studieren kann man nur in Brig, und zwar den Bachelor-Studiengang "Hotel and Tourism Management" und der Master-Studiengang "International Hospitality Management". Wichtig für alle Programme sind gute Englischkenntnisse. Haben die Studenten die acht Terms bis zum Bachelor absolviert, haben sie 98.000 Schweizer Franken, umgerechnet ca. 64.200 Euro, in ihre Zukunft investiert. In den Schulgebühren ist Unterbringung und Verpflegung enthalten.

Swiss Hotel Management School (SHMS)
Vor der idyllischen Kulisse des Genfer Sees liegt auch die dritte Hotelfachschule: Die Swiss Hotel Management School ist Anziehungspunkt für Studenten aus mehr als 60 Ländern. In Vollzeitunterricht kann der Nachwuchs die Bachelor-Studiengänge "Hospitality Management" "Event Management" oder "Travel & Tourism Management" besuchen. Außerdem gibt es die Master-Studiengänge "International Hospitality Management" und "Tourism Management". Das Semester schlägt mit bis zu 22.300 Schweizer Franken zu Buche, darin enthalten sind Studiengebühren, Unterkunft und Vollverpflegung.

Glion - Institute of Higher Education
Auch diese Schweizer Privat-Uni bietet eine Vielzahl von Studiengängen an. Dabei wird auch neues Terrain erkundet: Ausbildungsgänge in den Bereichen Event, Sport und Entertainment gehören ebenfalls zum Angebot des Instituts. Folgende Bachelor- und Master-Studiengänge sind zurzeit im Programm:

Bachelor Hospitality Management
Bachelor Hospitality and Tourism Management
Bachelor Hospitality and Human Resources
Bachelor Hospitality Finance and Revenue Management
Bachelor Hospitality Marketing
Master of Education in Hospitality Organisational Training and Management

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