Herzlichen Glückwunsch zum Gütesiegel, Frau Maier und Frau Fenrich! Das Landratsamt Karlsruhe ist die größte Behörde in der Zertifizierungsgeschichte bei AUBI-plus. Von daher ist Ihre Auszeichnung mit dem Siegel BEST PLACE TO LEARN auch für uns etwas ganz Besonderes. Auf welchen Teil Ihrer Ausbildungsarbeit sind Sie besonders stolz? Wie gestalten Sie ihn?

Besonders stolz sind wir auf unsere Arbeit im Bereich Onboarding, welcher uns wirklich sehr am Herzen liegt. Für uns ist es enorm wichtig, dass unsere Azubis und Studierenden zu einem großen Team heranwachsen, auch wenn sie nach unseren gemeinsamen Einführungstagen in unterschiedliche Bereiche gehen. Wir legen viel Wert auf das Teambuilding und möchten gleich zu Beginn der Ausbildung die sozialen Kompetenzen unserer Azubis stärken. Wir starten die Ausbildung mit gemeinsamen Einführungstagen, an denen unsere Azubis und Studierenden viele Infos erhalten, aber auch hier schon spielerisch gemeinsam Aufgaben lösen dürfen. In einem gemeinsamen Teambildungs-Wochenende an der Sportschule Schöneck wird das Kennenlernen dann noch intensiviert. Durch Coaches aus dem Bereich der Erlebnispädagogik/Teambildung werden unsere Nachwuchskräfte geschult und wachsen durch die Teamaufgaben immer enger zusammen. Ziel ist es hierbei auch, dass die Azubis selbstbewusst und mit einem „Wir-Gefühl“ in die Ausbildung bzw. das duale Studium starten. Auch während der Ausbildung bzw. dem Studium bieten wir weitere Teamevents wie z. B. Theaterpädagogik an, damit dieses „Wir-Gefühl“ und die Identifikation mit dem Landratsamt Karlsruhe als Ausbilder noch verstärkt wird.

Eine erfolgreiche Ausbildungsarbeit beginnt bereits mit dem Recruitingprozess von zukünftigen Fachkräften. Bei Ihnen wird vor allem der „einfache“ Bewerbungsprozess sehr gelobt. Auf welchen Wegen können sich junge Menschen bei Ihnen bewerben? Können Sie Anregungen geben, wie man diese gestalten sollte?

Die jungen Menschen, die sich bei uns bewerben wollen, können ihre Bewerbung per Post, per Mail sowie über unser Onlineportal einreichen. Auf unserer Homepage haben wir ein Karriereportal eingerichtet, über das die Jugendlichen mit einem Klick zur Onlinebewerbung weitergeleitet werden. Es ist wichtig, den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich zu gestalten – z. B. die Möglichkeit zur Onlinebewerbung über die Homepage klar ersichtlich einstellen, ein einfacher Zugang zum Bewerbungsportal, eine einfache Navigation, eine klare Struktur, ein sinnvoll gestalteter Bewerbungsbogen und eindeutige Informationen zu den benötigten Unterlagen.

Mit bundesweit mehr als 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind Sie einer der größten Arbeitgeber in Ihrer Region. Wie schaffen Sie es, dass Ihre Azubis sowie das Ausbildungspersonal trotz dieser Größe miteinander vernetzt bleiben?

Uns ist es sehr wichtig, dass die Azubis gute und ständige Ansprechpartner in ihren unterschiedlichen Ausbildungsabschnitten haben – das legen wir auch unserem Ausbildungspersonal nahe. Durch die individuellen Einsatzpläne unserer Azubis stehen diese immer wieder in engem Kontakt zu den Ausbilderinnen und Ausbildern und tauschen sich ständig mit diesen aus. Für die Kommunikation untereinander nutzen wir Maßnahmen wie Feedbackgespräche, Erfahrungsaustausch, Teamevents und Workshops.

Auch wenn die Zertifizierung recht frisch ist: Welche Impulse nehmen Sie mit? An welchen Stellen Ihrer Ausbildungsarbeit möchten Sie nachbessern?

Die erfolgreiche Zertifizierung ist für uns eine tolle Bestätigung, dass wir bereits eine Ausbildung auf sehr hohem Niveau anbieten und wir in vielen Bereichen bereits sehr gut sind! Optimierungsbedarf sehen wir in der Information unserer Ausbildungsverantwortlichen über den ganzen Ausbildungsprozess. Hier müssen unsere Ausbilderinnen und Ausbilder noch besser in die Abläufe mit einbezogen und ein Austausch intensiviert werden.

Welchen Herausforderungen sehen Sie sich in der Ausbildungsarbeit in Zukunft gegenübergestellt?

Als Herausforderung sehen wir zum einen die sinkenden Bewerberzahlen für einzelne Ausbildungsberufe und Studiengänge. Wir versuchen, unser Marketing ständig an die neuen Maßgaben anzupassen und neue Wege zu gehen, um auch in Zukunft ausreichend Bewerberinnen und Bewerber zu gewinnen und so unsere Ausbildungs- und Studienplätze besetzen zu können. Ebenso werden wir uns im Bereich Homeoffice neu ausrichten müssen, um auch in der „neuen“ Homeoffice-Situation gute Rahmenbedingungen zu schaffen und die Azubis und Studierenden aktiv begleiten zu können. Zuletzt sollten auch die Besonderheiten der jeweiligen Generation der Jugendlichen berücksichtigt werden. Durch die einzelnen Merkmale der unterschiedlichen Generationen liegt es an uns als Ausbilder, diese intensiv zu prüfen und jede Generation individuell anzusprechen und zu betreuen.

Grundlage der Zertifizierung bildet eine Mitarbeiterbefragung Ihrer aktuellen und ehemaligen Auszubildenden sowie Ihres Ausbildungspersonals. Wie haben Sie diese für die Teilnahme ins Boot holen können?

Wir haben mit unseren Mitarbeitenden, Auszubildenden und Studierenden über die positiven Auswirkungen, vor allem auch im Marketing, und die Ziele der Zertifizierung gesprochen und dabei aufgezeigt, inwieweit wir uns dadurch weiterentwickeln und verbessern können. Schwierigkeiten gab es hierbei keine, nach ein bis zwei Erinnerungsmails hatten wir die benötigte Teilnehmerzahl erreicht.

Wie haben Sie den Prozess der Zertifizierung insgesamt empfunden?

Die Zusammenarbeit mit AUBI-plus war hervorragend. Die Kolleginnen, die uns während der Zertifizierung betreuten, waren jederzeit erreichbar und sehr bemüht, unsere Anliegen und Fragen schnellstmöglich zu klären. Die Betreuung hätte daher nicht besser sein können.

Und zum Abschluss: Was ist Ihr Tipp für eine gelungene Ausbildung?

Für eine gelungene Ausbildung braucht es optimale Rahmenbedingungen, qualifizierte Ansprechpartner und motivierte und engagierte Ausbildungsverantwortliche, denen es wichtig ist, ihr Wissen und ihre Erfahrung an die Azubis und Studierenden weiterzugeben und diese zu unterstützen. Wir freuen uns, wenn sich unsere Azubis mit uns als Ausbilder und Arbeitgeber identifizieren. Dazu setzen wir auf verantwortungsvolle, sinnhafte und nachhaltige Aufgaben, ausbildungsbegleitende Maßnahmen und ein gutes, wertschätzendes Miteinander.

Vielen Dank für das Gespräch!


Über das Landratsamt Karlsruhe

Das Landratsamt Karlsruhe ist mit seinen 2.200 Mitarbeitenden einer der größten Arbeitgeber in der Region und zeichnet sich mit seinen fast 100 Azubis, den vielfältigen Einsatzbereichen, sinnhaften Aufgaben und der flexiblen Arbeitszeit als attraktiver Ausbilder und sicherer Arbeitsplatz aus. Durch ein sehr gutes Ausbildungskonzept und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können wir eine hervorragende Ausbildung anbieten und somit tolle junge Menschen bei uns ausbilden. Als besonderes Plus zählt unsere sehr gute Übernahmequote und die tolle berufliche Perspektive im Rahmen zahlreicher Weiterbildungsmöglichkeiten.


Über das Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN®

BEST PLACE TO LEARN ist das Gütesiegel für die betriebliche Ausbildung. Für die Auditierung werden ausbildendes Personal, aktuelle und ehemalige Azubis des Unternehmens umfassend befragt – selbstverständlich anonym. Die Auswertung erfolgt auf Basis der Erkenntnisse des BIBB-Forschungsverbunds und der wissenschaftlichen Arbeiten von Rauner und Piening von der Universität Bremen. Mehr Infos gibt es auf unserer Website: https://www.bestplacetolearn.de/


Ausbilderinterviews im Überblick

In einer losen Interview-Reihe spricht die AUBI-plus-Redaktion mit Vertreterinnen und Vertretern von zertifizierten Ausbildungsbetrieben. Bereits erschienen:

  1. Ausbilderinterview KEB: Modernstes Lernumfeld und ein Mathe-Grundkurs
  2. Ausbilderinterview Creditreform: Sich als Menschenbegleiter verstehen
  3. Ausbilderinterview REINTJES: Moderne Ausstattung, kompetente Ausbilder
  4. Ausbilderinterview Bockermann Fritze: Stärken individuell fördern
  5. Ausbilderinterview J. Schneider: Voll dabei von Anfang an
  6. Ausbilderinterview DEHN: Beste Bedingungen von Anfang an
  7. Ausbilderinterview swt: Individuelle Entwicklung in der Ausbildung
  8. Ausbilderinterview MLP: Selbstständig und praxisnah
  9. Ausbilderinterview Landratsamt Karlsruhe: Mit einem Wir-Gefühl starten

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