Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Zertifizierung mit dem Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN! Welche Anregungen konnten Sie bzw. Ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Zertifizierung mitnehmen?

Durch die Zertifizierung und den Ergebnisreport haben wir erkannt, dass sich unsere betriebliche Ausbildung kontinuierlich verbessert hat. Wir haben einen frischen Blick auf unser bisheriges Ausbildungskonzept erhalten und konnten dadurch hilfreichen Input für Optimierungsmaßnahmen oder Entwicklungsmöglichkeiten für die zukünftige Planung mitnehmen. 

Auf welchen Teil Ihrer Ausbildungsarbeit sind Sie besonders stolz? Wie gestalten Sie diesen?

Wichtige Bestandteile unseres Ausbildungsplans sind betriebsinterne Schulungen, die unseren Auszubildenden helfen, den theoretischen Unterrichtsstoff der Berufsschule besser zu verstehen. Wir wollen, dass unsere Azubis sowohl Theorie und Praxis verinnerlichen, damit sie ihre Prüfungen erfolgreich abschließen können und bestens auf ihren späteren Berufsalltag vorbereitet sind. 

Welche Impulse nehmen Sie mit? An welchen Stellen Ihrer Ausbildungsarbeit möchten Sie nachbessern?

Dank des ausführlichen Ergebnisreports konnte unser Ausbildungspersonal viele hilfreiche Anregungen mitnehmen. Zum einen möchten wir das Onboarding verbessern, um unseren neuen Auszubildenden den Ausbildungsstart zu erleichtern. Zum anderen haben wir erkannt, dass regelmäßige Feedback-Gespräche zwischen Ausbildenden und Auszubildenden einen höheren Stellenwert bekommen müssen, denn dadurch können wir ihre Stärken oder Schwächen frühzeitiger erkennen und besser darauf eingehen. 

Welchen Herausforderungen sehen Sie sich in der Ausbildungsarbeit noch gegenübergestellt? 

Die wohl größte Herausforderung für uns ist, dass wir junge Menschen aus der Region für einen handwerklichen Ausbildungsberuf begeistern. Wir müssen den Handwerksberuf attraktiver machen und Jugendlichen aufzeigen, welche Chancen und Entwicklungspotentiale es in diesem Berufszweig gibt. 

Wie fiel das Feedback der jungen Menschen zur Zertifizierung aus?

Da wir die Zertifizierung erst Ende Juli abgeschlossen haben, haben wir bisher wenig Feedback erhalten. Doch insbesondere für unsere Jugend- und Ausbildungsvertretung (JAV) war der Ergebnisreport sehr aufschlussreich. Durch die ausführliche Ergebnisanalyse haben sie einen guten Einblick in unsere betriebliche Ausbildung erhalten und können Hintergründe besser verstehen, um dies auch in ihrer Arbeit nutzen zu können. 

Welche Leitlinien sind Ihnen bzw. dem Unternehmen wichtig? Unterliegt die Ausbildungsarbeit einem Motto? Wie bereiten Sie neue Ausbilderinnen und Ausbilder auf die Aufgabe vor? 

Als traditionelles Familienunternehmen basiert unser Erfolg auf starker Gemeinschaft und intensiver Nachwuchsförderung. Bereits mit Beginn der Ausbildung sind unsere Azubis vollwertiger Bestandteil des Unternehmens und daher legen wir viel Wert auf einen respektvollen und familiären Umgang in allen Bereichen. Dieses Verständnis versuchen wir unseren Auszubildenden zu vermitteln, damit sie mehr Wertschätzung für ihren Beruf, ihre Arbeit und unser Unternehmen entwickeln. 

Grundlage der Zertifizierung bildet eine Mitarbeiterbefragung Ihrer aktuellen und ehemaligen Auszubildenden sowie Ihres Ausbildungspersonals. Wie haben Sie diese für die Teilnahme ins Boot holen können?

Bereits in der Planungsphase haben wir alle Mitarbeitenden mit einbezogen und über das Ziel, die Vorgehensweise und die Durchführung informiert. Im Anschluss haben wir zu den Befragungsteilnehmenden direkt Kontakt aufgenommen und nochmals detailliert über den Ablauf gesprochen. Doch vor allem während der Befragungsphase war es wichtig, dass wir mit den Teilnehmenden in Kontakt blieben, um eine möglichst hohe Teilnahmequote zu erreichen. 

Und wie haben Sie den Prozess der Zertifizierung insgesamt empfunden?

Durch die angenehme und einfache Zusammenarbeit mit dem Team von AUBI-plus liefen die Planung und Umsetzung des Zertifizierungsprozess reibungslos. Vor allem unsere zuständigen Ansprechpartner erleichterten uns den Zertifizierungsprozess, da wir unsere Fragen oder Schwierigkeiten direkt ansprechen und lösen konnten.

Zum Abschluss: Was ist Ihr Tipp für eine gelungene Ausbildung?

Eine gelungene Ausbildung setzt sich aus vielen Komponenten zusammen. Doch vor allem müssen wir unsere Azubis für ihren Ausbildungsberuf und ihre Arbeit begeistern, damit sie dies auch nach Außen tragen.

Vielen Dank für das Interview!


Über die J. Schneider Elektrotechnik GmbH

Seit 1939 ist J. Schneider Elektrotechnik langsam aber stetig gewachsen: vom kleinen Reparaturwerk zum Industriebetrieb mit mehr als 370 Mitarbeitern. Inzwischen hat das Unternehmen drei Standorte in Offenburg und gilt als Innovationsführer in den Bereichen Transformatoren, unterbrechungsfreie Stromversorgungen sowie Hochspannungs- und Plasma-Stromversorgungen. Das hauseigene Service-Center hält elektrische Anlagen in der Region in Schuss. Basis dieser Entwicklung sind die Werte Qualität, Verantwortung und Weitblick, kombiniert mit einem vertrauensvollen und familiären menschlichen Umgang.

Über das Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN®

BEST PLACE TO LEARN ist das Gütesiegel für die betriebliche Ausbildung. Für die Auditierung werden ausbildendes Personal, aktuelle und ehemalige Azubis des Unternehmens umfassend befragt – selbstverständlich anonym. Die Auswertung erfolgt auf Basis der Erkenntnisse des BIBB-Forschungsverbunds und der wissenschaftlichen Arbeiten von Rauner und Piening von der Universität Bremen. Mehr Infos gibt es auf unserer Website: https://www.bestplacetolearn.de/

Ausbilderinterviews im Überblick

In einer losen Interview-Reihe spricht die AUBI-plus-Redaktion mit Vertreterinnen und Vertretern von zertifizierten Ausbildungsbetrieben. Bereits erschienen:

  1. Ausbilderinterview KEB: Modernstes Lernumfeld und ein Mathe-Grundkurs
  2. Ausbilderinterview Creditreform: Sich als Menschenbegleiter verstehen
  3. Ausbilderinterview REINTJES: Moderne Ausstattung, kompetente Ausbilder
  4. Ausbilderinterview Bockermann Fritze: Stärken individuell fördern
  5. Ausbilderinterview J. Schneider: Voll dabei von Anfang an
  6. Ausbilderinterview DEHN: Beste Bedingungen von Anfang an
  7. Ausbilderinterview swt: Individuelle Entwicklung in der Ausbildung
  8. Ausbilderinterview MLP: Selbstständig und praxisnah
  9. Ausbilderinterview Landratsamt Karlsruhe: Mit einem Wir-Gefühl starten

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