Lange hatte unser Ausbilder uns, also Denise, Fabian, Tim und mir, angekündigt, dass wir ihn auf seiner Fahrt zur IFAT begleiten dürften. Die IFAT ist eine internationale Fachmesse für Umwelttechnologien und da dürfen die Berliner Wasserbetriebe natürlich nicht fehlen. Die große Attraktion der Messe ist der Berufswettbewerb, der unter Auszubildenden und Facharbeitern ausgetragen wird. Dreizehn Teams treten in vier verschiedenen Aufgaben gegeneinander an und zeigen, was sie können. Wir, die angehenden Fachkräfte für Abwassertechnik im dritten Lehrjahr, durften am Wettbewerb teilnehmen.

Doch bevor es soweit war, bedurfte es einiger Vorbereitungen. Im Vorfeld bekamen wir die zu lösenden Aufgaben von der Deutschen Wasserakademie (DWA) zugesandt und gingen sie bis ins kleinste Detail durch. Bei der Realisierung bekamen wir tatkräftige Unterstützung. Unsere Ausbilder übten mit uns zusammen die Kanalrettung und die Prozesskontrolle. Sie halfen uns bei der Aufgabe zum Messen, Steuern und Regeln, und eine Kollegin aus dem Betriebslabor im Klärwerk Waßmannsdorf zeigte uns, auf was es beim Küvettentest ankommt. Mit einem Küvettentest wird mittels Fotometrie die Konzentration eines gesuchten Stoffs in einer Lösung bestimmt. Beispielsweise wie viel Phosphat sich im Klarlauf eines Klärwerks befindet.

Am Montag, den 14. Mai, war es dann soweit. Wir flogen gemeinsam nach München und besuchten nach dem Check-In im Hotel sofort die Messe. Es war wirklich beeindruckend, wie viele Firmen aus aller Welt dort anwesend waren. Nach einem kurzen Rundgang checkten wir die Startzeit für unseren Wettkampf und sprachen noch einmal über die Aufgaben.

Der Dienstag war unser großer Tag: Ein Ausbilder trat mit uns, dem Mädchenteam „Glücksbärchis“, bestehend aus Denise und mir, an. Ein weiterer Ausbilder startete mit Tim und Fabian, den „Wasserträgern“.

Und nun zu den Aufgaben: Eine Aufgabe bestand darin, einen Dummy unter Beachtung der Arbeitssicherheit aus dem Kanal zu retten. Währenddessen baute ein anderes Team einen portablen Kran auf, um einen Propeller an einem Rührwerk auszutauschen. Bei der Prozesskontrolle sollte mit Hilfe von Karten und farbigen Linien ein beschriebenes Klärwerk aufgebaut werden. Die letzte Aufgabe bestand aus dem Küvettentest und gleichzeitiger Montage der Messeinrichtung mit Inbetriebnahme. Jede Aufgabe hatte ein Zeitfenster von 30 Minuten und für jeden Verstoß gegen die Arbeitssicherheit gab es Zeitzuschläge. Das Team, das die wenigsten Fehler machte und die geringste Zeit brauchte, gewann.

Insgesamt belegten die „Glücksbärchis“ den 9. und die „Wasserträger“ den elften von dreizehn Plätzen. In der Aufgabe „Prozesskontrolle“ wurden die Glücksbärchis allerdings Zweite!

Es war eine schöne Fahrt, und wir nehmen viele Impressionen von der Woche mit nach Hause. Vielleicht wird der eine oder andere nach der Ausbildung noch einmal beim Berufswettbewerb im Profiteam sein, um sein Können unter Beweis zu stellen.

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