Pünktlich zum Beginn des Ausbildungsjahres treten am 1. August 21 neue Ausbildungsordnungen in Kraft. Bundesbildungsministerin Annette Schavan sieht die betriebliche Ausbildung dadurch gestärkt. "Die duale berufliche Ausbildung ist so aktuell und modern wie nie", sagte sie am Freitag in Berlin. In den vergangenen zehn Jahren seien über 250 Ausbildungsberufe modernisiert oder neu geschaffen worden. In ihnen werden aktuell vier Fünftel der Jugendlichen ausgebildet. Ab dem Sommer gibt es insgesamt 343 Ausbildungsberufe. "Die moderne berufliche Ausbildung ist ein überzeugendes Angebot an die Betriebe und die junge Generation."

Der Bund-Länder-Koordinierungsausschuss zur Abstimmung von Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrplänen verabschiedete die Ordnungen für 4 neue und 17 modernisierte Berufe. An der Entwicklung der Ausbildungsberufe waren Bildungsexperten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer beteiligt.

Die Ministerin hob den Praxisbezug der dualen Berufsausbildung hervor. Die Betriebe könnten die nach modernen Erkenntnissen konzipierte Ausbildung für ihren Fachkräftebedarf nutzen. Sie sollten jetzt bis zum Sommer neue Ausbildungsplätze schaffen "Die Betriebe müssen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Ausbildung sichern", sagte Schavan.

Neue duale Ausbildungsberufe zum 1. August 2006:

Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung sind in Marktforschungsinstituten, in Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit eigener betriebliche Marktforschung, einschließlich Unternehmensberatungen, Werbe- und Media-Agenturen sowie in Forschungseinrichtungen der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung tätig. Sie planen, organisieren und steuern in enger Zusammenarbeit mit den Forschern die Durchführung von Projekten, um die Akademiker von den operativ-organisatorisch orientierten Tätigkeiten im Forschungsbereich zu entlasten.

Fachkräfte für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice arbeiten in Unternehmen des Küchen- und Möbelhandels sowie in Möbelspeditionen. Sie montieren Küchen- und Möbelteile und bauen Küchen und Möbel auf und ab bis hin zur Installation elektrischer Einrichtungen und Geräte sowie dem Anschluss an Wasserleitungen und Lüftungsanlagen.

Kaufleute für Dialogmarketing sind in Call Centern, in Servicecentern von Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen und in anderen dialogorientierten Organisationseinheiten tätig. Sie verhandeln mit Auftraggebern und planen, steuern und kontrollieren die Projektabwicklung.

Servicefachkräfte für Dialogmarketing arbeiten in Call Centern, in Servicecentern von Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen und in anderen dialogorientierten Organisationseinheiten. Sie analysieren unter Einsatz von Gesprächsführungstechniken den Bedarf, beraten Kunden und bieten kundenspezifische Problemlösungen an; sie präsentieren Produkte und Dienstleistungen kundenorientiert und verkaufen diese. Die Ausbildungszeit beträgt zwei Jahre.

Modernisierte Ausbildungsordnungen zum 1. August 2006:

Fachkraft für Hafenlogistik (früher: Seegüterkontrolleur)
Fachverkäufer/Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk (früher: Fachverkäufer/in im Nahrungsmittelhandwerk)
Flechtwerkgestalter/Flechtwerkgestalterin (früher Korbmacher/in)
Hafenschiffer/Hafenschifferin
Holzmechaniker/Holzmechanikerin
Immobilienkaufmann/Immobilienkauffrau (früher Kaufmann / Kauffrau in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft)
Kaufmann/Kauffrau für Marketingkommunikation (früher: Werbekaufmann)
Kaufmann/Kauffrau für Versicherung und Finanzen (früher: Versicherungskaufmann/ -kauffrau)
Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel
Mediengestalter/Mediengestalterin Bild und Ton
Medienkaufmann/Medienkauffrau Digital und Print (früher: Verlagskaufmann /-kauffrau)
Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte (früher: Arzthelfer/in)
Müller (neue Berufsbezeichnung möglich)
Ofen- und Luftheizungsbauer/Ofen- und Luftheizungsbauerin (früher: Kachelofen- und Luftheizungsbauer/in)
Tiermedizinischer Fachangestellter/Tiermedizinische Fachangestellte (früher: Tierarzthelfer/in)
Tischler/Tischlerin
Verfahrensmechaniker/Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung

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