Wie werde ich Zahntechniker?

Natürlich gibt es nicht DEN Kandidaten für einen bestimmten Beruf, aber bestimmte Eigenschaften und Interessen solltest du mitbringen, damit dir dein Beruf später Freude bereitet. Das brauchst du für die Ausbildung zum Zahntechniker:

  • Handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit
  • Technisches Interesse und Verständnis
  • Präzision und Sorgfalt
  • Geduld
  • Selbstständigkeit

Darüber hinaus ist in der Regel der Realschulabschluss oder ein vergleichbarer Abschluss Voraussetzung, um dir einen der vielen Ausbildungsplätze zu sichern.


Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3,5 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 675 EUR

Was macht ein Zahntechniker?

Deine Aufgaben als Zahntechniker auf einen Blick

  • Herstellen von: Zahnbrücken, Zahnspangen, Kronen, Implantaten und Prothesen
  • Bearbeiten: Schleifen, Schmelzen und Polieren von Metall; Material Fräsen; Keramik im Ofen brennen
  • Reparieren: Künstliche Gebisse, Zahnpangen oder auch Prothesen verbessern

Deine Aufgaben als Zahntechniker im Detail

Dass die Zahntechnik ein Handwerk ist, wird dir sicherlich schnell bewusst werden. Du arbeitest zwar in zahntechnischen Labors, wirst aber nicht mit Reagenzglas und Chemikalien hantieren, sondern eher mit Hartgips, Metall, Keramik, Schleifgeräten, Poliermaschinen, Öfen und mit dem PC.

Zahntechniker stellen Zahnbrücke, Kieferabdrücke und Zahnspangen her

Wenn ein Patient beim Zahnarzt eine neue Brücke verschrieben bekommt, beginnt dein Job. Der Zahnarzt gibt sie bei dir in Auftrag und schickt eine Kieferabformung, also einen Abdruck, des Patienten. Bevor du deinem handwerklichen Geschick freien Lauf lässt, musst du die Produktion, teilweise anhand von CAD-Systemen (Computer Aided Design), planen. Anhand des Abdrucks fertigst du ein Gebiss aus Hartgips an, was wiederum als Modell für die Brücke dient, die du aus Wachs in die richtige Form bringst. Auch herausnehmbare Zahnspangen, Kronen, Implantate und Prothesen stellst du her.

So bearbeiten Zahntechniker ihre Modelle

Zahnersatz aus Metall bearbeitest du mit Schleif-, Schmelz- und Löteinrichtungen, Schweißgeräten und Poliermaschinen. Titan für künstliche Wurzeln wird hingegen gefräst. Keramik für die Verblendung von Zahnersatz wird aus feuchtem Keramikpulver hergestellt, das anschließend im Ofen gebrannt wird. Das Ziel ist es, die Farbe so zu treffen, dass man die künstlichen Zähne von den natürlichen Zähnen farblich nicht mehr unterscheiden kann. Mithilfe von Artikulatoren überprüfst du, ob die künstlichen Zähne, die du vorher angefertigt hast, ihre Funktion erfüllen. Sind die Lage, die Ausrichtung und die Abstände korrekt?

Auch Reparieren und reinigen gehört zu deinen Aufgaben

Menschen, die mit einem künstlichen Gebiss leben, sind voll auf die Funktionsfähigkeit ihrer Prothese angewiesen. Wenn ein künstlicher Zahn abbricht oder das Gebiss drückt, zu locker ist oder der Patient eine Unverträglichkeit zu dem Material zeigt, ist es deine Aufgabe, schnellstens alles wieder in Ordnung zu bringen. Solch körperfremde Hilfsmittel müssen auch gereinigt werden. Dazu verwendest du eine spezielle Methode: Ultraschall.



Gut zu wissen...
  • Zahnschmelz ist das härteste Material in unserem Körper.
  • Im Jahre 1780 wurde die erste Zahnbürste entwickelt.
  • Fast jeder zweite Jugendliche in Deutschland trägt eine Zahnspange.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Bei diesem Beruf handelt es sich um eine duale Ausbildung. Daher verbringst du einen Teil in der Berufsschule, wo du in der Regel an ein bis zwei Tagen in der Woche oder im Block sein wirst.

Dort wirst du mit allen theoretischen Inhalten vertraut gemacht, die du für deine praktische Arbeit im Ausbildungsbetrieb benötigst. Du lernst anatomische Grundlagen des Kiefers und die Übertragung von Unterkieferbewegungen in Simulatoren. Verschiedene Werkstoffe, die dir in deinem Berufsleben begegnen werden, lernst du zu bestimmen und zu unterscheiden. Du kannst bald schon eigene Rekonstruktionen von Zähnen durchführen sowie Prothesen planen und herstellen – zumindest in der Theorie! Wie in anderen medizinischen Jobs auch, werden wichtige Fächer Physik, Mathematik und Technik sein.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

In deinem Ausbildungsbetrieb kannst du die in der Berufsschule gelernten Inhalte direkt in die Praxis umsetzen. Du lernst zu allererst deinen Ausbildungsbetrieb näher kennen, durchläufst die verschiedenen Stationen und bekommst einen Überblick über das vielseitige Aufgabenfeld. Technische Unterlagen zu lesen und zu verstehen ist eine deiner ersten Fähigkeiten sowie die täglichen Arbeitsgeräte und Werkzeuge zu bedienen. Rotierende Instrumente, Öfen und Gussmaschinen wirst du programmieren und bedienen lernen. Außerdem erfährst du, wie man kieferorthopädische Geräte herstellt und Zahnersatz optimal auf das Gebiss der Patienten einstellt.


Ablauf der Ausbildung

Italien (Südtirol)

In Italien dauert die Ausbildung vier Jahre, statt drei, wie in Deutschland.

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