Wie werde ich Technischer Konfektionär?

Als angehender technischer Konfektionär solltenst du folgende Eigenschaften und Interessen mitbringen:

  • Interesse am Umgang mit Textilien
  • mechanisches und technisches Verständnis
  • motorisches Geschick
  • rasche Auffassungsgabe
  • Reaktionsvermögen
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • gutes Augenmaß
  • Sorgfalt

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Schulische Voraussetzungen

Rein rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, um technischer Konfektionär zu werden. In der Praxis werden jedoch überwiegend Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife eingestellt.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Technischer Konfektionär?

Aus einem Stück Stoff mithilfe von Nadel und Faden ein neues Kleidungsstück herzustellen, das klingt noch recht alltäglich. Doch wie werden eigentlich andere Stoffe verarbeitet? Wie werden Zelte zusammengenäht oder die Planen von LKWs? Diese Fragen können dir Technische Konfektionäre beantworten, denn sie verarbeiten die unterschiedlichsten Textilien Werkstoffe zu technischer Konfektionsware wie z.B. Zelten, Sonnenschirmen, Planen oder Schutzkleidung.

Vom Schnittmuster bis zum fertigen Produkt

Stell dir vor, der Sommer steht vor der Tür, die Campingplätze sind ausgebucht und die Nachfrage an Zelten ist riesig. Damit diese Nachfrage befriedigt werden kann, müssen zunächst einmal einige Zelte produziert werden. Doch wie wird aus einer Plane ein ganzes Zelt? Du schaltest deinen Computer an und erstellst als erstes eine technische Zeichnung und fertigst ein Schnittmuster bzw. Schablonen an. Mithilfe der Schablonen kannst du aus dem für Zelte geeigneten Stoff die einzelnen Teile zuschneiden, die du brauchst. Anschließend werden die Teile von dir fachmännisch zusammengesetzt, sei es durch Nähen, Kleben oder Schweißen. Als Technischer Konfektionär kennst du dich nicht nur mit den verschiedenen Materialen bestens aus, sondern bist ein wahrer Meister, wenn es um die Handhabung von Spezialnähmaschinen oder Schweißgeräten geht.

Riemen, Ösen, Seile, Gurte

So ein Zelt oder eine LKW-Plane besteht natürlich nicht nur aus ein paar zusammengenähten Stoffbahnen, sondern auch aus anderem Zubehör. Deine Aufgabe ist es, Riemen, Ösen, Seile oder Gurte zu verarbeiten. So setzt du beispielsweise Ösen an die Zeltlaschen ein, damit das Zelt später durch Heringe im Boden verankert werden kann oder die LKW-Plane mit Gurten am Fahrzeug festgeschnallt werden kann. Die fertige LKW-Plane oder Markise für den Garten bringst du direkt vor Ort beim Kunden an und überprüfst, ob alles qualitativ einwandfrei ist. Egal ob Markisen, Planen, Zelte oder Schutz- und Wetterkleidung, als Technischer Konfektionär stellst du die unterschiedlichsten Produkte her. So könnte es auch sein, dass du Sprungtücher für die Feuerwehr herstellst und deine Arbeit eines Tages dazu beiträgt, dass ein Menschenleben gerettet werden kann.


Inhalte der Ausbildung

Während deiner dreijährigen dualen Ausbildung verbringst du nicht nur Zeit im Betrieb, sondern drückst auch regelmäßig die Schulbank der Berufsschule, damit du sowohl in Praxis als auch Theorie alles lernst, was du als angehender technischer Konfektionär brauchst.

Schulische Ausbildungsinhalte

In der Berufsschule lernst du die theoretischen Grundlagen im Bereich Wirtschafts- und Sozialkunde, Planung und Fertigung sowie Konfektion technischer Textilien. Dir wird beigebracht, wie du handwerklich-technisch arbeitest, technische Zeichnung anfertigst und liest und und wie du Näharbeiten ausführst. Hierzu machst du dich mit den verschiedenen Werkzeugen und Geräten vertraut und lernst die verschiedenen Näh-, Schweiß- und Klebetechniken kennen. Darüberhinaus frischst du deine mathematischen Kenntnisse auf, damit du später fehlerfrei den Materialbedarf berechnen kannst.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Betrieb geht es an die praktische Arbeit. Zu Beginn deiner Ausbildung wirst du deinem Ausbilder noch viel über die Schulter schauen, doch je weiter deine Ausbildung voranschreitet, desto mehr Aufgaben darfst du eigenständig ausführen. Du wirst lernen, Arbeitsabläufe zu planen und vorzubereiten. Du machst dich mit den Programmen für technische Zeichnungen vertraut und lernst, wie du Schnittmuster am Computer anfertigst und mithilfe von Schablonen Stoffe richtig zuschneidest. Du führst deine ersten Näharbeiten an den Maschinen durch und lernst, wie du Stoffe klebst oder zusammenschweißt. Neben der Handhabung der Werkzeuge und Geräte gehört auch die Wartung zu deinen Aufgaben. 


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