Spezialtiefbauer bei der Arbeit ©Pixabay Public Domain

Ausbildung
Spezialtiefbauer (m/w/d)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer
3 Jahr(e)

Spezialtiefbauer und Spezialtiefbauerinnen arbeiten sowohl im Neubau als auch in der Sanierung und Instandsetzung auf unterschiedlichen Baustellen, zum Beispiel bei Brücken, im Gewerbe- und Industriebau, bei Hochhäusern, bei unter- und überirdischen Verkehrswegen oder beim Bau von Deponien. Sie stellen tiefe Baugruben, Gründungselemente, Verbauelemente, Verankerungssysteme und Unterfangungen her und führen Bodenverdichtungen und Bodenverbesserungen durch.

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Was macht ein Spezialtiefbauer ?

Auf Großbaustellen sind viele Hände und schlaue Köpfe beschäftigt. Damit Brücken, Hochhäuser, Tunnel, Fernsehtürme und Einkaufszentren gebaut werden können, bedarf es der akkuraten Planung und grandiosen Teamarbeit von Spezialtiefbauern.


Die Vorbereitungen

Sobald der Auftrag für ein mehrstöckiges Bürogebäude eingegangen ist, können die Planungen für den Bau beginnen. Vor Ort führst du Vermessungsarbeiten durch und erstellst Skizzen und Ablaufpläne für die Baumaßnahmen der kommenden Wochen. Du nimmst auch Bodenproben mithilfe von Probebohrungen und beurteilst die Tragfähigkeit des Bauuntergrunds. Daraus entwickelst du die notwendigen Maßnahmen der Verankerung. Sobald die Bauteile und Arbeitsgeräte auf der Baustelle eingetroffen sind, kann es richtig losgehen.

Die Sicherung der Baugrube

Noch bevor eine Baugrube mit dem Bagger ausgehoben wird, wird sie durch das sogenannte Einrammen von Metallplatten und Spundwänden gesichert. Dazu ist ein besonders gutes Teamwork zwischen dem Kranführer und dem einweisenden Spezialtiefbauer erforderlich. Spundwände bestehen aus Baustahl und können bis zu 30 Meter lang sein. Sie sichern eine Baugrube und werden auch zur Abdichtung gegen Grundwasser verwendet. Mit der Ramme, die durch einen Mäkler, also einer speziellen Führungseinrichtung verstärkt ist, können die schweren Spundbohlen sehr genau in den Boden eingerammt werden. Die einzelnen Bohlen müssen so exakt in den Boden eingeführt werden, dass sie ineinander greifen können. Je nach Tiefe der Spundwände müssen Rückverankerungen, zum Beispiel durch innenliegende Gurte angebracht werden.

Das Fundament

Um den Untergrund für das Fundament des Gebäudes zu sichern, insbesondere wenn die Boden- oder Gesteinsschicht nicht besonders tragfähig ist, arbeitest du mit sogenannten Verrohrungsmaschinen. Dazu werden Stahlrohre in den Boden eingelassen. Die Erde wird aus den Stahlrohren entfernt und der Hohlraum mit einer Betonmischung gefüllt. Bevor der Beton ausgehärtet ist, werden die Stahlrohre wieder entfernt.

Entwässerung

Bei der Aushebung der Baugrube kann Grundwasser hineinsickern. Für diesen Fall baust du ein System aus Röhren und Brunnen, die das Wasser ableiten, sodass du mit deinem Team ungestört arbeiten kannst. Spundwände und andere Abdichtungsmaßnahmen halten das Grundwasser langfristig dem Gebäudefundament fern. 

Inhalte der Ausbildung


Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule bereitet dich an ein oder zwei Tagen in der Woche oder als Blockunterricht auf die Praxis im Betrieb vor. Hier lernst du in Physik die Grundlagen der Statik und Kräftelehre, denn die brauchst du auf dem Bau jeden Tag. In Mathe übst du, den Baustoffbedarf zu ermitteln sowie Flächen und Volumina zu berechnen. Auch für technische Zeichnungen sind solche Berechnungen wichtig, doch hierfür benötigst du vor allem auch zeichnerische Fähigkeiten und räumliches Vorstellungsvermögen. Um Messungen durchführen zu können, lernst du unterschiedliche Messverfahren kennen. Im Bautechnik-Unterricht erfährst du außerdem, welche Verbautechniken es gibt, zum Beispiel den Essener Verbau, den Berliner Verbau oder den Verbau durch Spundwandbohlen. Dafür benötigst du wiederum Kenntnisse über Erdschichten und unterschiedliche Bauuntergründe sowie Grundwasserabsenkungsmaßnahmen.


Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb wirst du von Anfang an in die Abwicklung echter Aufträge mit eingespannt. Hier wird es also ernst und dir wird vom ersten Handgriff an Verantwortung übertragen. Natürlich werden dir die einzelnen Schritte zunächst von deinem Ausbildungsleiter erklärt. Du schaust ihm beispielsweise über die Schulter, wie er nach einer Auftragsübernahme den Arbeitsplan erstellt. Vielleicht darfst du bereits den Bedarf an Baumaterial errechnen und überprüfen, dass alle bestellten Baugeräte auf der Baustelle erscheinen. Nach und nach lernst du die verschiedenen Tätigkeiten, die du für den Bau der Fundamente für Brücken, Tunnel und Hochhäuser benötigst. Dazu gehört Schweißen, Bohrungen durchführen, Holzverbindungen herstellen, Baggerführung und auch die Instandhaltung der Baumaschinen und –geräte. 



Wie werde ich Spezialtiefbauer ?


Du
  • arbeitest gern im Freien, auch bei Wind und Wetter?
  • hast kein Problem damit, dir die Hände schmutzig zu machen?
  • kannst Verantwortung übernehmen?
  • arbeitest genau und sorgfältig?
  • bringst ein technisches, physikalisches und mathematisches Verständnis mit? 
  • hast ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen?
  • kannst im Team arbeiten und dich auf Andere verlassen?

Schulische Voraussetzung

Wenn du darüber hinaus noch mindestens einen Hauptschulabschluss in der Tasche hast, solltest du dich unbedingt für eine Ausbildung zum Spezialtiefbauer bewerben. 

Du bist dir noch unsicher? Finde im Test heraus, welche Berufe zu dir passen!

Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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