Wie werde ich Rohrleitungsbauer?

Du
  • arbeitest gerne an der frischen Luft?
  • liebst es, an ständig wechselnden Orten zu arbeiten?
  • bist teamfähig?
  • bist nicht aus Zucker und machst dir gern mal die Hände schmutzig?
  • verstehst etwas von Technik und Handwerk?
  • hast einen Hauptschulabschluss oder einen Realschulabschluss?
Teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp in unserem Berufsscout, um herauszufinden, ob der Beruf des Rohrleitungsbauers tatsächlich zu dir passt!

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Rohrleitungsbauer?

Woher kommt eigentlich das Wasser aus dem Hahn? Oder die Wärme in der Heizung? Oder der Strom aus der Leitung? Oder das Internet? Oder das Löschwasser der Feuerwehr? Frag doch mal einen Rohrleitungsbauer oder eine Rohrleitungsbauerin!

Die Vorbereitung

Hast du schonmal gesehen, wie bei Bauarbeiten die ganze Straße aufgerissen wird? Wenn ein Haus renoviert oder eine Straße neu gebaut wird, kann es sein, dass die dort entlanglaufenden Leitungen verlegt werden müssen, um neuen Platz zu schaffen oder um einen Neubau mit ins Versorgungsnetz aufzunehmen. Deine erste Aufgabe als Rohrleitungsbauer ist es, die Rohrgräben auszuschachten und abzusichern – und zwar nicht du nur zu deinem Schutz und dem deiner Kollegen, sondern auch zum Schutz von Anwohnern oder Passanten, die auf dem anliegenden Bürgersteig gehen. Bei der Arbeit in der Stadt müssen eventuell zusätzlich Straßenabschnitte gesperrt und die Straße umgeleitet werden. Ganz schön viel Arbeit, bevor es erst so richtig losgehen kann!

Rohre freilegen, verlegen und verbinden

Bevor die Rohre verlegt werden können, müssen sie zunächst freigeschält und gesäubert werden. Nun können einzelne Rohrstücke demontiert werden und neu zusammengesteckt werden. Für zusätzliche Biegungen verwendest du Normteile oder stellst Einzelstücke aus unterschiedlichen Materialien her, zum Beispiel Gusseisen, Stahl oder Kunststoff. Es gibt zum Beispiel PI-Rohre und PE-Rohre. Polyimide und Polyethylen sind Hochleistungskunststoffe, die besonders beständig gegen Wind und Wetter sowie gegen Chemikalien sind. Sie sind einfach zu verbinden und sehr leicht. Die Rohre verbindest du durch Kleben, Schrauben oder Schweißen. Beim Stumpfschweißen zum Beispiel werden die Rohre erhitzt und mit Druck miteinander verbunden.

Kontrolle

Bevor die Rohrleitungen wieder in das Versorgungsnetz aufgenommen werden, müssen sie geprüft werden. Sind die Schweißnähte alle dicht? Halten die Rohre einen Druck bis zu 5 bar aus? Trinkwasseranlagen werden außerdem auf Keimfreiheit geprüft. Alle Vorgänge der Qualitätsprüfung und die gemessenen Werte dokumentierst du sorgfältig. Schließlich schließt du den Rohrgraben wieder. Weiter geht es zum nächsten Projekt!

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule besuchst du in der Regel an ein bis zwei Tagen in der Woche. Du erwirbst dort alle Grundlagen, die du für die Arbeit im Tiefbau benötigst. Das sind zum Beispiel verschiedene Rohr-Verbauarten und Vermessungstechniken. Anschließend lernst du die Techniken des Rohrbaus kennen, zum Beispiel die Bearbeitung von Gussrohren und die Herstellung von Gewindeverbindungen. Dafür ist auch Mathe sehr wichtig, denn du musst verschiedene Flächen- und Raumberechnungen anstellen, um die Rohre passgenau herzustellen und das passende Material auszuwählen. Erst gegen Ende deiner Ausbildung wirst du mit den verschiedenen Schweißtechniken bekannt gemacht. Du lernst zum Beispiel die Unterschiede von Stumpfschweißen und Elektroschweißen kennen. In Physik erfährst du außerdem, wie sich Gas unter Druck und unter verschiedenen Temperaturen verhält. Die Arbeit mit Gas-, Wasser- und Stromleitungen erfordert sehr viel Verantwortungsbewusstsein und Professionalität!

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Damit die Theorie aus der Berufsschule sich richtig bei dir festigen kann, setzt du die Inhalte in deinem Ausbildungsbetrieb in die Praxis um. Du lernst dort, zunächst unter Anleitung die verschiedenen Werkzeuge und Baugeräte zu bedienen. Du erfährst, wie man Rohrteile aus Gusseisen, Beton oder Kunststoffen herstellt und miteinander verbindet. Du wirst mit dem Bagger Baugruben ausheben, Höhenmessungen mit dem Nivelliergerät durchführen und Materialberechnungen anstellen. Außerdem lernst du, wie Druckrohrleitungen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen verlegt werden. Aus der Berufsschule weißt du bereits, dass es bei der Arbeit in Rohrgräben verschiedene Gefahren gibt, nämlich Einsturzgefahr, Wassereinbruch oder Gasaustritt. Umso wichtiger ist es, dass du dir die Arbeit zunächst bei deinen Kollegen ansiehst und erst nach und nach Aufgaben eigenständig erledigst.

Ablauf der Ausbildung

Die duale Ausbildung zum Rohrleitungsbauer kannst du entweder im Handwerk oder in der Industrie absolvieren.  

Du erreichst nach zwei Jahren bereit den Facharbeiter-Abschluss „Tiefbaufacharbeiter (m/w)“ und nach einem weiteren Jahr den Berufsabschluss des Rohrleitungsbauers oder der Rohrleitungsbauerin.

Wie gut passt der Beruf Rohrleitungsbauer zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Rohrleitungsbauer genau der richtige für dich.
Wenn du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Teamfähigkeit
  • Handwerkliches Geschick

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