Wie werde ich Radiomoderator?

Für die Ausbildung zum Radiomoderator solltest du zunächst einmal einige Voraussetzungen mitbringen, denn nicht jeder kann diesen Job übernehmen.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Radiomoderator sind…

  • eine flüssige und fehlerfreie Aussprache
  • Spaß an der redaktionellen Arbeit
  • eine lockere, offene und humorvolle Art
  • Stressresistenz
  • Improvisationstalent
  • Teamfähigkeit
  • Durchhaltevermögen
  • Herzblut

Die Ausbildung zum Radiomoderator

Eine klassische Ausbildung, wie du sie vielleicht von Berufen wie dem Kaufmann für Büromanagement oder dem Mechatroniker kennst, gibt es hier nicht. Stattdessen geht der Weg zur Karriere als Radiomoderatorin meistens über ein Studium und/oder ein Volontariat.

Ein Volontariat ist eine 1,5 bis 2-jährige journalistische Ausbildung. Diese ist jedoch nicht einheitlich geregelt, weshalb sie von Institution zu Institution unterschiedlich ablaufen kann. Für gewöhnlich lernst du währenddessen jedoch alle Abteilungen eines Radiosenders kennen, durchläufst mehrere Schulungen und wirst vollständig in den Alltag des Senders eingebunden. Volontariatsstellen sind heiß begehrt und leider recht rar gesät. Deshalb ist es wichtig, dass du bereits vorab Radio-Erfahrungen vorweisen kannst, um dich so von deinen Mitbewerbern abzuheben. Erfahrungen kannst du beispielsweise durch ehrenamtliche Arbeit, beispielsweise beim Uni-Radio oder (seriösen!) Internetradios oder (noch besser) durch Praktika bei privaten oder staatlichen Radiosendern erlangen. Je mehr Praktika du gemacht hast, desto besser! Wenn du jedoch glaubst, dass du als Praktikant direkt moderieren und live on Air gehen darfst, hast du leider falsch gedacht. Während des Praktikums kümmerst du dich insbesondere um die redaktionellen Tätigkeiten hinter der Moderation. Du bereitest Beiträge vor oder machst Umfragen auf der Straße, die in der Sendung verwertet werden können. Wenn du ganz viel Glück hast, darfst du aber auch mal einen kurzen Beitrag einsprechen, der dann in der Sendung ausgestrahlt wird. Ein Mitschnitt dieses Beitrags eignet sich übrigens super als Referenz bzw. Stimmprobe für deine Bewerbung um ein Volontariat!

Zusätzlich zur Praxiserfahrung wird bei vielen Volontariatsstellen ein abgeschlossenes Studium verlangt. Das bedeutet, dass du zunächst ein Journalismus-Studium erfolgreich beenden musst, um überhaupt in die engere Wahl für eine Volontariatsstelle zu kommen. Aber keine Sorge, ein Studium im Bereich Journalismus lässt sich gut mit Praktika und Nebenjobs beim Radio verbinden, sodass du deine praktische Erfahrung beispielsweise in den Semesterferien oder eben nebenbei sammeln kannst.

Wenn du dein Volontariat beim Radio nach ca. zwei Jahren beendet hast, hast du gute Chancen, direkt vom Sender übernommen zu werden. Sollte das nicht funktionieren, stehen deine Chancen für eine Vollzeitstelle oder eine freie Mitarbeit bei einem anderen Radiosender aber auch nicht schlecht. Die Wahrscheinlichkeit, dass du direkt als Radiomoderator eingestellt wirst, ist allerdings eher gering. Stattdessen kannst du dich als Redakteur, Reporter oder Producer bewerben und so redaktionelle Inhalte erstellen, von Events berichten oder organisatorisch und inhaltlich an der Radiosendung mitwirken. Dabei gilt: Je öfter du selbst mit deiner Stimme on Air gehst, desto besser! Hast du den Job und darfst regelmäßig Beiträge einsprechen und Probeaufnahmen machen, gehört nur noch ein bisschen Glück dazu – wenn eine neue Sendung startet und dafür Moderatoren benötigt werden, kannst du deine Chance ergreifen und endlich als Radiomoderator durchstarten!

Wie du siehst, ist der Weg zum Radio-Moderator kein leichter. Aber mit viel Fleiß, Hartnäckigkeit, Talent und Herzblut schaffst du es sicherlich, dich zu deinem Ziel durchzuarbeiten!

Alternative Ausbildungen zum Beruf Radiomoderator

Der Weg bis zum Job als Moderatorin ist dir zu lang oder du würdest doch lieber direkt eine Berufsausbildung machen? Kein Problem, denn es gibt noch viele weitere Berufe mit Medien und Berufe rund um Film, Funk und Fernsehen, die dir vielleicht ebenfalls gefallen könnten. 

Mediengestalter für Bild und Ton

Vielleicht hast du schon einmal von diesem Beruf gehört, denn als Mediengestalter für Bild und Ton bist du für die Entwicklung, Planung und Produktion von Bild- und Tonaufnahmen verantwortlich und stehst somit dem Radiomoderator bei seiner Arbeit technisch zur Seite. Du sorgst dafür, dass alle Aufnahmen klar und deutlich zu verstehen sind und die Technik so vorbereitet ist, dass die Moderatoren im Studio direkt loslegen können.

Journalist

Wenn dir die redaktionelle Arbeit der Radiomoderatorin besonders gut gefällt, dann wäre vielleicht auch eine Ausbildung als Journalist etwas für dich. Du kannst nämlich nicht nur klassisch über ein Studium Journalist werden, sondern es gibt auch eine Reihe von Journalistenschulen, die dich für den Beruf ausbilden.

Kaufmann für Marketingkommunikation

Wenn du gerne etwas Kreatives machen möchtest und gleichzeitig sehr aufgeschlossen und kommunikativ bist, könnte auch der Beruf Kaufmann für Marketingkommunikation etwas für dich sein. Diese entwickeln nämlich Kommunikations- und Werbekonzepte im Rahmen einer Kampagne - und da man diese Kampagne auch seinem Kunden vorstellen muss, kannst du deine kommunikative Seite hier voll ausleben.

Das ist natürlich nur eine kleine Auswahl der möglichen Ausbildungsberufe als Alternative zum Radiomoderator. Auf unserer Seite kannst du selbstverständlich noch mehr Berufe entdecken. Wenn du dich für die allgemeine Ausbildung zum Moderator interessierst, erhältst du in unserem Berufsbild Moderator weitere Infos.

Was macht ein Radiomoderator?

Egal, ob im Auto, im Supermarkt oder in der Küche beim Kochen: Da ist immer diese Stimme, die dich überallhin begleitet, nämlich die des Radiomoderators. Er moderiert seine eigene Sendung, führt Interviews mit interessanten Personen oder bringt dich mit dem ein oder anderen Witz zum Schmunzeln. Du könntest dir auch vorstellen, deine eigene Sendung zu haben und die Menschen durch den Tag zu begleiten? Dahinter steckt jedoch noch viel mehr als du vielleicht erst einmal denken magst, denn als Radiomoderator hat man eine Reihe von abwechslungsreichen und spannenden Aufgaben.

Redaktionelle Arbeit: Recherchieren, schreiben, planen

Bevor du als Radiomoderator mit deiner Sendung live on Air gehen kannst, muss zunächst der Inhalt stehen. Und dieser erstellt sich nicht von ganz allein. Als Radiomoderatorin bist du auch dafür zuständig, deine Texte auszuarbeiten. Ein gewisses journalistisches Talent sowie ganz viel Kreativität solltest du also für den Beruf mitbringen, denn ansonsten kann das Schreiben und Texten ganz schön anstrengend und nervenaufreibend werden. Schließlich musst du nicht nur den Inhalt zu einer bestimmten Deadline fertig haben, sondern auch die passende Ansprache für deine Zielgruppe wählen. Während es da bei jungen Leuten etwas lockerer sein darf, solltest du bei einem älteren Publikum nicht zu sehr über die Stränge schlagen. Selbstverständlich bist du aber nicht ganz allein für alle Themen von Interviews über Musik bis hin zu den Nachrichten zuständig, sondern du wirst unterstützt von einem ganzen Team aus Redakteuren, Reportern und Producern, die mit dir gemeinsam inhaltlich und organisatorisch an einer guten Sendung arbeiten. Teamarbeit ist somit angesagt!
In Zeiten der Digitalisierung musst du dich jedoch nicht nur um die Inhalte für deine Radiosendung kümmern, sondern auch die sozialen Medien bedienen (Sender wie 1LIVE machen es vor). Zwischendurch ein lustiges Foto aus dem Studio für die Homepage oder eine interessante Umfrage auf Facebook - auch das gehört zu deiner Arbeit.

Moderation: Zuhörer abholen und begeistern

Stumpf die Texte vorlesen und schon ist die Arbeit beendet? Wohl kaum, denn Moderatoren müssen ihre Hörer mit ihrer Stimme begeistern und unterhalten. Deshalb erhältst du vor dem Beginn der Tätigkeit als Radiomoderatorin auch jede Menge Coachings und Schulungen. Eine gute Stimme ist nämlich nicht alles. Du musst lernen, wie man Monotonie in der Stimme vermeidet, wie man seine Sprache auf verschiedene Zielgruppen abstimmt und deine Sprachmelodie wird geschult. Schließlich darf man auf keinen Fall hören, dass du die Nachrichten oder einen anderen vorgefertigten Beitrag einfach abliest! Das Tolle an dem Beruf ist aber insbesondere, dass du die Möglichkeit hast, deine Persönlichkeit in die Moderation einfließen zu lassen, sodass du deinen ganz individuellen Wiedererkennungswert bekommst - und sicherlich schnell auch einige Fans.

Technik: Zwischen Mikrofon und Nachrichtenanlage

Ja, auch mit der Technik musst du dich auskennen! Im Studio gibt es gefühlt 100 verschiedene Einstellungen und Knöpfe, die du alle bedienen können musst. Sowohl Einspieler als auch das Mikrofon oder übertragene Telefonate von Zuhörern musst du selbst koordinieren können, denn dafür bist du als Moderator im Radio selbst zuständig. Ein kleines bisschen technisches Verständnis und Organisationstalent gehören also auch zum Job dazu. Aber keine Sorge, auch wenn du kein besonderes technisches Talent hast, wirst du die verschiedenen Funktionen hinter den Knöpfen sicherlich schnell draufhaben.

Gut zu wissen...
  • Im Jahr 1909 ging in den USA der erste Hörfunk-Nachrichten-Sender der Geschichte On Air.
  • Am 13. Februar findet der jährliche Welttag des Radios, auch „Weltradiotag“ genannt, statt.
  • 1943 entschied ein Patentgericht, dass Nikola Tesla der Erfinder des Radios war. Er entwickelte schon 1893 die Grundtechnik, mit der man Töne auf Empfänger übertragen konnte.

Besonderheiten

Radiomoderatoren sind häufig Freiberufler bzw. freie Mitarbeiter. Sie sind also nicht fest bei einem Radiosender angestellt, sondern selbstständig. Natürlich gibt es aber auch Moderatoren, die eine feste Stelle bei einem Sender haben. Wie genau du angestellt bist, kannst du in deinem Arbeitsvertrag nachlesen.

Der Job des Radiomoderators kann übrigens auch recht ungewöhnliche Arbeitszeiten mit sich bringen. Denn auch früh morgens und spät abends sowie am Wochenende wollen die Hörer unterhalten werden. Dementsprechend solltest du dich darauf einstellen, dass du nicht unbedingt den klassischen nine-to-five-Job haben wirst. Dafür kannst du jedoch deine Persönlichkeit in deinem Job ausdrücken und hast einen Beruf, um den dich viele andere beneiden würden - da nimmt man doch gerne ein paar ungewöhnlichere Arbeitszeiten auf sich, oder?

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