Wie werde ich Produktionstechnologe?

Du hast dir bereits einen Überblick verschafft, welche Tätigkeiten während und nach der Ausbildung auf dich zukommen und bist drauf und dran, dich zu bewerben? Dann solltest du noch einmal checken, ob du diese Voraussetzungen erfüllst:

  • Technisches Verständnis
  • Logisches Denken
  • Geschick mit Zahlen, Daten, Fakten
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit
  • Schnelles und präzises Arbeiten
  • Eigenständigkeit
  • Teamfähigkeit

Du möchtest wissen, welche Berufe sonst noch für dich in Frage kommen? Mach hier den Test!

Schulabschluss

In der Regel stellen Unternehmen Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder (Fach-)hochschulreife ein.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Produktionstechnologe?

Mittlerweile sind sogenannte IK-Technologien (Informations- und Kommunikationstechnologien) in der produzierenden Industrie nicht mehr wegzudenken. Mitarbeiter werden verstärkt auf den Umgang mit den vernetzten Produktionsanlagen vorbereitet. Erhöhung der Stückzahlen, Einbeziehung ausländischer Märkte und immer kundenspezifischere Lösungen sind die Folgen. Als Produktionstechnologe stehst du mittendrin und trägst einen erheblichen Teil dazu bei, dass die Prozesse kontinuierlich optimiert werden.

In der Entwicklungsabteilung

„Intelligente Produkte“ nennt man das, was durch vernetzte Fertigungsprozesse und autonome Fertigungsstationen entsteht. Eine ständige Verbesserung der Produkte und Verfahren ist dein Ziel und deine tägliche Aufgabe. Du stellst zum Beispiel die Maschine so ein, dass die Konfiguration während eines Fertigungsprozesses automatisch geändert wird, um verschiedene Variationen eines Produkts ohne großen Aufwand und in kürzester Zeit zu produzieren. Eine weitere Innovation ist die Kommunikation der Fertigungsmaschinen untereinander. Das in Japan entwickelte Kanban-System (Kanban bedeutet „Karte“) macht das zum Beispiel möglich. In jedem Einzelteil, jeder Baugruppe und jedem Endprodukt ist eine Identifizierungskarte verbaut, die zum Beispiel, wenn ein entsprechendes Element verbraucht wurde, eine „Neubestellung“ an die vorgelagerte Produktionsstufe sendet. So intelligent diese bereits angewandten Ideen sind – nach oben ist noch viel Luft für Neues!

In der Serienproduktion

Du hast bereits für einen Auftrag ein geeignetes Fertigungsverfahren ausgewählt, nachdem dir bei Kosten- und Zeitrechnungen der Kopf ganz schön geraucht hat. Du hast die Arbeits- und Hilfsstoffe ausgewählt und die Maschinen anhand von Konstruktionsplänen mit Werkzeugen bestückt und eingerichtet. Dabei ist Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt das A und O. Ein Fehler in der Verkabelung oder der Einstellung der Prozessparameter könnte die Fertigung zum Stoppen bringen und das hat fatale wirtschaftliche Folgen für das Unternehmen. Mit einer speziellen Software kannst du daher im Voraus eine Testreihe starten – virtuell! Der Produktionsvorgang wird simuliert, sodass du überprüfen kannst, ob du alles richtig eingerichtet hast. Wenn alles nach Plan läuft, informierst du deine Kollegen über die neue Einstellung – Teamwork ist also in deinem Beruf ziemlich wichtig. 

Qualitätsmanagement

Während des gesamten Fertigungsprozesses überwachst du die Anlagen und stellst sicher, dass die Endprodukte den gewünschten Maßen entsprechen. Außerdem schaust du, dass der Materialfluss ununterbrochen läuft und die Anlagen jederzeit mit Betriebs- und Hilfsstoffen bestückt sind. Sollten Sicherheitsmängel oder Fehler auftreten, prüfst du die Anlagen unverzüglich und behebst die Fehler eigenständig. Häufig sind Defekte in der Verkabelung Ursachen für einen Maschinenausfall. Daher gibt es mittlerweile sogenannte energieautarke Aktor- und Sensorsysteme. Du kannst dir das ungefähr wie bei einem solarbetriebenen Taschenrechner vorstellen: Bestimmte Maschinen- und Anlagenkomponenten beziehen ihre Energie direkt aus der Umgebung. Das spart mittelfristig Energie und Kosten.

Im Büro erstellst du zu jedem Auftrag Abnahme- und Prüfprotokolle, die du anschließend sorgfältig archivierst.

Inhalte der Ausbildung

Deine dreijährige duale Ausbildung verbringst du teils an einer Berufsschule und teils in deinem Ausbildungsbetrieb.

Schulische Ausbildungsinhalte

Zunächst lernst du die Funktionszusammenhänge verschiedener Produktionsanlagen kennen. Du wirst dich mit unterschiedlichen Maschinenelementen auseinandersetzen und lernst das manuelle und maschinelle Spanen und Umformen, Fügetechniken, Oberflächenbeschichtung und generative Verfahren, zum Beispiel an Fräs- und Drehmaschinen. Bevor du allerdings mit Werkzeugen und Maschinen in Kontakt kommst, wirst du über Sicherheitsaspekte und Arbeitsschutz aufgeklärt. Die gelten auch in besonderem Maße beim Umgang mit elektrischen Komponenten. Du lernst an der Berufsschule elektrische Größen kennen, elektrische Messverfahren und Gefahren durch Überlastung, Kurzschluss und Überspannung. Außerdem wirst du dich mit IT-Systemen auseinandersetzen, da du mit vernetzten Anlagen zu tun hast, die von dir programmiert bzw. konfiguriert werden müssen.

Schließlich wird dir in der Berufsschule auch gezeigt, wie du Produktionsprozesse analysieren und evaluieren kannst. Das fällt unter den Bereich der Qualitätssicherung. Du lernst, Auftragszeiten und -kosten zu berechnen, Prozesse mittels Simulationssoftware zu simulieren und schließlich zu optimieren. Weitere Inhalte sind das Umweltmanagement, Entsorgungsvorschriften und europäische Sicherheitsnormen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Was du in der Berufsschule lernst, soll natürlich nicht nur rein ins Ohr und durch das andere wieder hinaus. Um das Gelernte direkt in die Praxis umzusetzen, gibt es den Ausbildungsbetrieb. Hier wirst du nach und nach an die Tätigkeiten eines Produktionstechnologen herangeführt. Zunächst darfst du deinem Mentor über die Schulter schauen, doch dann bist du an der Reihe und darfst dich an den ersten Aufgaben versuchen – natürlich unter dem prüfenden Auge deines Ausbilders. Während du am Anfang deiner Ausbildung damit beschäftigt sein wirst, Produktionsanlagen zu bestücken, sie einzurichten und zu warten, lernst du zu einem späteren Zeitpunkt, wie du Prozesse vorbereitest und sie hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit optimierst.  

Ablauf der Ausbildung

Lehre in Österreich

Auch in Österreich kannst du der Ausbildung zum Produktionstechnologen nachgehen. Hier wird sie Lehre zum Produktionstechniker genannt und dauert, anders als in Deutschland, zwischen 3,5 und 5 Jahre.

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