Wie werde ich Polizist / Polizistin?

Du interessierst dich für eine Ausbildung bei der Polizei? Eine gute Wahl! Kaum ein Beruf ist abwechslungsreicher und spannender als der der Polizistin bzw. des Polizisten. Auch der Weg dahin ist alles andere als klassisch: Es gibt zum einen verschiedene Wege, Polizist zu werden, und zum anderen unterscheidet sich der Bewerbungsprozess durch zahlreiche Voraussetzungen und Einstellungstests von anderen Ausbildungsberufen.

Als Polizist musst du einige formale Voraussetzungen erfüllen, wie z. B. eine bestimmte Körpergröße. Wie groß du sein musst, können wir dir leider nicht beantworten, da die Vorgaben in jedem Bundesland anders sind. In NRW musst du als Frau beispielsweise 1,63 m und als Mann 1,68 m groß sein - in Berlin reicht eine Größe von 1,60 m bzw. 1,65 m.

Beim Alter sind sich alle Bundesländer einig: Du musst mindestens 16 Jahre alt sein, um eine Ausbildung bei der Polizei machen zu dürfen - beim Höchstalter unterscheiden sich die einzelnen Bundesländer jedoch wieder.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass du als Polizist weder Vorstrafen noch Schulden haben darfst. Auch eine EU-Bürgerschaft ist Pflicht. Solltest du Tattoos haben, ist das zwar kein Ausschlusskriterium, sie sollten sich aber an nicht sichtbaren Stellen befinden oder aus unauffälligen und kleinen Symbolen bestehen. Piercings, Tunnels oder ähnlichen Körperschmuck musst du aus Sicherheitsgründen herausnehmen!   

Tipp: Es gibt immer Ausnahmen! Erkundige dich deshalb am besten bei der zuständigen Behörde in deiner Stadt oder deinem Bundesland.

Neben den formalen Voraussetzungen gibt es auch noch zahlreiche persönliche Eigenschaften, die du mitbringen solltest, so z. B.:

  • Verantwortungsbewusstsein
  • Sicheres Auftreten
  • Körperliche und psychische Belastbarkeit
  • Schnelle Reaktionsfähigkeit
  • Teamfähigkeit

Über allem steht, dass du geistig, körperlich und charakterlich für den Beruf geeignet sein musst!   

Schulische Voraussetzungen

Um Polizeivollzugsbeamter im gehobenen Dienst oder Polizeikommissar zu werden, musst du ein duales Studium absolvieren. Deshalb solltest du dein (Fach-)Abitur erfolgreich abgeschlossen haben. Möchtest du im mittleren Dienst arbeiten, brauchst du mindestens einen Realschulabschluss. Wenn du nach deinem Hauptschulabschluss eine andere Berufsausbildung abgeschlossen hast, kannst du auch auf diese Weise Polizist im mittleren Dienst werden.


Was macht ein Polizist / Polizistin?

Dir muss zu jedem Zeitpunkt bewusst sein, dass der Beruf viele Gefahren mit sich bringt. Es ist möglich, dass du täglich in brenzlige Situationen gerätst. Das gilt für alle Bereiche, egal ob du deine Ausbildung im mittleren, gehobenen oder im Dienst als Polizeikommissar absolvierst. Wie du siehst, gibt es den Ausbildungsberuf Polizist in dem Sinne gar nicht. Deshalb stellen wir dir im Folgenden alle Möglichkeiten und Alternativen vor!

Polizist im mittleren Dienst

Als Polizeivollzugsbeamtin oder Polizeivollzugsbeamter im mittleren Dienst bist du in der Regel auf Streife. In bestimmten Notsituationen leistest du Hilfe und befragst eventuelle Zeugen einer Straftat. Außerdem bist du über Funk im ständigen Kontakt mit der Einsatzzentrale, um Verstärkung anfordern zu können und deinen nächsten Einsatzort zu erfahren. Auch bei Verkehrsunfällen bist du einer der ersten vor Ort und sorgst für einen reibungslosen Ablauf. Anschließend musst du Berichte und Protokolle verfassen - jeden Tag.

Bundespolizei im mittleren Dienst

Du möchtest lieber direkt bei der Bundespolizei arbeiten? Dann werde Polizeivollzugsbeamte bzw. Polizeivollzugsbeamter Bundespolizei im mittleren Dienst! Hier wirst du unter anderem zum Grenzschutz eingesetzt. Das sagt dir noch nicht viel? Konkret bedeutet das, dass du illegale Einreisen nach Deutschland verhinderst und Waffen- und Rauschgiftkriminalität entlang der Grenze unterbindest. Ein anderes Einsatzgebiet ist die Bahnpolizei: Du schützt die Fahrgäste und Bahnhöfe vor Vandalismus, Diebstahl und Gewalt. Wenn z. B. Großveranstaltungen oder Fußballspiele stattgefunden haben, sorgst du für die nötige Ruhe und Ordnung an Bahnhöfen. Ähnlich ist es bei der Überwachung der Luftsicherheit. Du wirst in der Passkontrolle eingesetzt oder beaufsichtigst das Flughafengelände. Neben diesen drei Dienstzweigen kannst du auch in verschiedenen Spezialeinheiten eingesetzt werden, so z. B. als Hubschrauberführer, Diensthundeführer oder innerhalb einer Bergungsgruppe. Bei der Bundespolizei zu arbeiten, kann auch bedeuten, dass du bei Großeinsätzen wie Demonstrationen oder Großfahndungen eingesetzt wirst.   

Achtung: Die Laufbahn im mittleren Dienst wird nicht mehr in jedem Bundesland angeboten!

Polizeivollzugsbeamter im gehobenen Dienst

Als Polizeivollzugsbeamte oder Polizeivollzugsbeamter im gehobenen Dienst übernimmst du Führungsverantwortung, denn im Bereich der Schutzpolizei leitest du die anderen Polizistinnen und Polizisten bei Einsätzen. Außerdem bist du Ausbilder der Polizei-Azubis. Auch Einsätze in der Verwaltung oder als Fachlehrer sind möglich.   

Bundespolizei im gehobenen Dienst

Wenn du dich für den Beruf Polizeivollzugsbeamte bzw. Polizeivollzugsbeamter Bundespolizei im gehobenen Dienst entscheidest, hast du viel Verantwortung: Bis zu 30 Beamte hören auf dein Kommando! Die Einsatzbereiche decken sich mit denen des mittleren Dienstes. Das bedeutet, du bist beim Grenzschutz, in der Bahnpolizei, Luftsicherheit und verschiedenen Spezialeinheiten tätig. Der Unterschied ist, dass du hier die Einsatzgruppen dirigierst!   

Polizeikommissar

Auch als Polizeikommissarin oder Polizeikommissar sorgst du für die Sicherheit der Menschen, indem du auf Streife bist und alle Geschehnisse auf der Straße im Blick behältst. Solltest du eine Schlägerei oder andere körperliche Gewalt sehen, schreitest du sofort ein. Wenn einer der Beteiligten anschließend Strafanzeige wegen Körperverletzung stellen möchte, nimmst du diese auf. An anderen Tagen bist du auf Autobahnen unterwegs und ziehst Autos aus dem Verkehr: Gab es einen Unfall, der Folge einer Ordnungswidrigkeit war, stellst du eine Strafanzeige. Sicherheit ist schließlich das A und O!

Wenn jemand auf die Wache kommt, um Anzeige zu erstatten, hörst du geduldig zu und formulierst den Sachverhalt nach polizeilichen Vorgaben. Anschließend kümmerst du dich darum, dass mit der Ermittlung begonnen wird. Neben den alltäglichen Einsätzen kann es auch vorkommen, dass du bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen im Einsatz bist. Die Menschen sind in diesen Situationen für jede Hilfe dankbar! Du behältst stets einen kühlen Kopf und bewahrst den Überblick.

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Gut zu wissen...
  • Je nach Bundesland und Laufbahn kommen auf einen Ausbildungsplatz zwischen fünf bis zehn Bewerberinnen und Bewerber.
  • Der Dienstgrad eines Polizisten lässt sich anhand der Sterne auf den Schulterklappen der Uniform ablesen.
  • Mit jeweils zwölf Prozent sind die beiden häufigsten Berufswünsche von Kindern Polizist und Tierarzt.

Besonderheiten

Die Ausbildung zur Polizistin bzw. zum Polizisten im mittleren Dienst dauert je nach Bundesland zwischen zwei und zweieinhalb Jahren. Das Wissen des Theorieunterrichts einer Ausbildungseinrichtung der Bundespolizeiakademie wird im zweiten Jahr in mehreren Praktika vertieft, sodass du bestens für den Beruf vorbereitest bist.

Sowohl als Polizist im gehobenen Dienst als auch als Polizeikommissar absolvierst du ein dreijähriges duales Studium an einer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (FHöV). Hier lernst du in fachtheoretischen und berufspraktischen Studienabschnitten alles über verschiedene Einsatz- und Kriminalwissenschaften. Auch deine körperlichen Fähigkeiten musst du regelmäßig unter Beweis stellen. Deine Praxisphasen absolvierst du in Form von Praktika in Behörden und verschiedenen Liegenschaften der Polizei. Du lernst, wie du mit deiner Dienstwaffe und dem Digitalfunk umgehst und bist auch schon zusammen mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen auf Streife unterwegs. Am Ende deiner Ausbildung erwirbst du sowohl den Dienstgrad des Polizeimeisters bzw. des Polizeikommissars als auch den akademischen Titel Bachelor of Arts.

Außerdem bist du mit Abschluss Beamte bzw. Beamter auf Probe. Sobald du drei Jahre im Dienst warst, wird der Status in „auf Lebenszeit“ verlängert.

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