Pharmakanten stellen maschinell Medikamente her. ©Pixabay Public Domain

Ausbildung
Pharmakant (m/w/d)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Realschulabschluss / Mittlere Reife
Ausbildungsdauer
3,5 Jahr(e)

Pharmakanten und Pharmakantinnen produzieren Tabletten, Kapseln, Pulver, Salben und Lösungen mithilfe von computergesteuerten Produktionsmaschinen und –anlagen. Sie wiegen Inhaltsstoffe ab, überwachen die Produktion und prüfen die Produkte unter strengen Vorgaben.

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Deine Tätigkeiten

Die Kopfschmerztablette nach einer schlaflosen Nacht, das Antibiotikum bei einem grippalen Infekt, der Hustensaft und das Nasenspray bei einer Erkältung, Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln, Tabletten und Dragées, hochdosierte Schmerztabletten nach einer Operation oder die Anti-Baby-Pille jeden Tag – was wäre, wenn keine Arzneimittel mehr produziert würden? Eine solche Situation können und wollen wir uns nicht vorstellen. Wie gut, dass es die Pharmakanten und Pharmakantinnen gibt!

Tabletten, Salben, Lösungen…

Zu allererst holst du die Rohstoffe aus dem Lager. Dort findest du zum einen die vorgeschriebenen und zugelassenen Wirkstoffe, die du zum Beispiel für die Herstellung von Tabletten benötigst und auch die Hilfsstoffe wie Stärke, Zucker, Fette und Farbstoffe. Wenn du die Menge der Stoffe berechnest und abwiegst, hältst du dich streng an die Rezeptur, denn schon minimale Abweichungen können gefährliche Konsequenzen haben. Sind alle Inhaltsstoffe gut vermischt, bedienst du die Tablettenpresse, um die gewünscht Form herzustellen. Nun hast du Tablettenkerne – doch das ist noch nicht das Produkt, was später verpackt werden soll. Zunächst werden die Tablettenkerne im Dragierkessel dragiert. Sie bekommen also einen Überzug aus Zucker, um den Kern zu schützen, das Schlucken der Tabletten zu erleichtern und den Geschmack zu verbessern. Darüber kommt noch eine weitere Schicht, nämlich ein säurefester Überzug, der vor der Zersetzung durch die Magensäure schützt.

Qualitätsmanagement

Ob die Tabletten ihre gewünscht Form und Farbe erreicht haben, kannst du schon mit dem bloßen Auge erkennen. Doch es gibt noch ein paar weitere Kriterien, nach denen du die Produkte überprüfen musst. Mit einem Zerfalltester, das ist eine Art Warmwasserbad, misst du die Zeit, in der sich eine Tablette auflöst. Durch eine Waage kannst du das Gewicht der Tabletten kontrollieren. In der Hand prüfst du die Härte von Tabletten oder auch die Konsistenz von Pulvern und Salben. Sowohl die Fertigungsschritte als auch die anschließende Kontrolle wird genau protokolliert. Damit die Produktion reibungslos ablaufen kann, müssen Produktionsanlagen überwacht und gepflegt werden und Störungen schnellst möglichst beseitigt werden.

Abfüllen und Verpacken

Wenn die Tabletten, das Pulver, die Kapseln oder die Lösung alle Tests bestanden haben, können sie nach EU-Richtlinien und dem Arzneimittelgesetzt verpackt werden. Dazu steuerst du Form-, Füll- und Verschließmaschinen und arbeitest an der Präge- und Stanzstation. Als Erstverpackung eignen sich je nach Produkt Dosen, Gläser, Folien oder Tuben. Die Zweitverpackung ist meist eine Schachtel aus Pappe. Zuletzt prüfst du noch einmal, ob auch überall die Zulassungsnummer, die offizielle Bezeichnung und das Verfallsdatum zu sehen sind. Nun ist das Arzneimittel fertig und geht raus in den Verkauf.

Inhalte der Ausbildung


Schulische Ausbildungsinhalte

Es schadet nicht, wenn du noch einige Erinnerungen an den Chemie-, Physik- und Matheunterricht hast, denn diese Fächer werden dich auch in der Berufsschule in deiner Ausbildung zum Pharmakanten oder zur Pharmakantin begleiten. Du lernst du Wirkungsweise und Verwendung von verschiedenen Arzneistoffen kennen. Dabei experimentierst du sowohl mit anorganischen Verbindungsgruppen wie Säuren, Basen oder Salzen wie auch mit organischen Stoffklassen. Du bestimmst und erlernst die chemischen Eigenschaften und Reaktionen der Stoffe. Physikalische Größen wie Volumen, Masse und Dichte helfen dir dabei. Das gibt dir eine gute Grundlage, um Stoffgemische für Arzneimittel herzustellen. Auch mit rechtlichen Grundlagen, wie dem Arzneimittelgesetz, wirst du dich auseinandersetzen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Was du im Schullabor vielleicht schon im kleinen Rahmen beobachtet hast, kannst du im Betrieb nun an großen Maschinen und in großen Massen sehen. Zunächst lernst du deinen Betrieb und seine verschiedenen Bereiche kennen: Produktion, Abfüllung, Verpackung, Qualitätsmanagement und die Werkstatt, in der die Produktionsanlagen gewartet und repariert werden. Je länger du im Betrieb bist, desto mehr Verantwortung wird man dir übertragen. Wenn du zunächst angelieferte Inhaltsstoffe in Regale sortieren sollst, darfst du am nächsten Tag vielleicht schon Stoffe abwiegen und mischen. Je mehr technische Grundlagen du aus der Berufsschule erwirbst, desto mehr wird man dich auch in der Produktion bei den Maschinen und Anlagen mit einspannen.

Besonderheiten


In deiner dualen Ausbildung zum Pharmakanten durchläufst du unterschiedliche Bereiche deines Ausbildungsbetriebs. Je nach Betrieb kannst du dich auf einen Bereich spezialisieren. Dazu gehören zum Beispiel die Herstellung und Verpackung fester Arzneiformen, die Herstellung steriler Arzneimittel, die Instandhaltung von Fertigungsanlagen und die biotechnologische Wirkstoffgewinnung.


Voraussetzungen


Bist du
  • teamfähig?
  • handwerklich begabt?
  • interessiert an Chemie, Technik und IT?
  • gewissenhaft und verantwortungsvoll?
  • bereit, dich streng an rechtliche Vorschriften, zum Beispiel zur Hygiene in der Arzneimittelherstellung, zu halten?
Dann sollte dir zum Beruf des Pharmakanten nichts mehr im Wege stehen. Teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp in unserem Berufsscout).

Schulische Voraussetzung

Du solltest für eine Ausbildung zum Pharmakanten mindestens einen mittleren Schulabschluss mitbringen.

Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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