Oberflächenbeschichter bei der Arbeit ©Ahrens+Steinbach Projekte

Ausbildung
Oberflächenbeschichter (m/w/d)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Realschulabschluss / Mittlere Reife
Ausbildungsdauer
3 Jahr(e)

Oberflächenbeschichter veredeln Metall- und Kunststoffoberflächen zum Schutz und zur Verschönerung sowie zur Verbesserung der elektrischen Leitfähigkeit.

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Was macht ein Oberflächenbeschichter ?

Das wunderschön glänzende Chrom eines schicken Sportwagens oder die Außenwand eines Flugzeugs - ohne eine Oberflächenbeschichtung wäre in unser technisierten Welt so einiges gar nicht möglich, denn erst durch die Beschichtung erhalten diverse Bauteile ihre gewünschten Eigenschaften. Deine Aufgabe als Oberflächenbeschichter ist es durch unterschiedliche Verfahren und Techniken metallische Überzüge auf Kunststoffen oder Metallen herzustellen. Die Beschichtungen schützen beispielsweise vor Korrosion, verbessern die elektrische Leitfähigkeit oder haben dekorative Aufgaben. 

Bevor es losgehen kann 

Damit du genau weißt was ansteht, liest du dir zunächst die technischen Unterlagen deines heutigen Arbeitsauftrages durch und bereitest die zu beschichtenden Werkstücke vor, beispielsweise spezielle Schrauben für Flugzeugbauteile, indem du dir die Beschaffenheit der Oberfläche genau anschaust und eventuelle Verschmutzungen oder Ablagerungen entfernst. Je nachdem welche Beschichtungstechnik gefordert ist, setzt du Elektrolytbäder an oder stellst die entsprechenden Anlagen ein. Unabhängig davon, welche Oberflächentechnik du anwendest, kümmerst du dich um Mess- und Dokumentationsarbeiten sowie die laufende Überprüfung des Beschichtungsvorganges.

Beschichtungsverfahren 

Als Oberflächenbeschichter kennst du die verschiedenen Beschichtungsverfahren und wendest sie tagtäglich an. Hierzu gehört beispielsweise das Galvanisieren oder Feuerzinken. Für einen Galvanisierungsvorgang setzt du beispielsweise Chemikalien und Elektrolytbäder an und füllst die zu beschichtenden Werkstücke in Trommeln oder bestückst die Gestelle, auf denen die teilweise sehr kleinen Werkstücke ruhen. Im Galvanisierbad - einer Metallsalzlösung - ist genau das Metall in der Lösung, das auf die Werkstückoberfläche aufgebracht werden soll. Damit der Prozess in Gang kommt, müssen sowohl die Werkstücke als auch das Auftragsmetall in einen elektrischen Stromkreis eingebunden werden. Unter dem Einfluss der elektrischen Spannung wandern die Ionen des Auftragsmetalls in der Metallsalzlösung und lagern sich in Form einer gleichmäßigen Oberfläche am Werkstück ab. Als Oberflächenbeschichter ist es deine Aufgabe diese Prozesse zu steuern, die benötigten Metallmengen zu berechnen und die Anlage einzurichten. Du schätzt ab, wie lange der Vorgang für eine bestimmte Schichtdicke braucht und führst während des Beschichtungsvorgangs immer wieder Prüfungen durch. Weitere Verfahren, die du als Oberflächenbeschichter anwendest, sind beispielsweise die Dünnschichttechnik oder Vakuumbeschichtung. Hier trägst du im Unterdruck- oder Vakuumverfahren Plasmen auf die Oberflächen auf. 

Kontrolle und Sicherheit 

Nachdem du den jeweiligen Beschichtungsvorgang abgeschlossen hast, prüfst du je nach Vorgaben Schichtdicke, Haftfestigkeit, Härte, Farbgebung oder elektrische Leitfähigkeit und behandelst das Werkstück gegebenenfalls nach, indem du es beispielsweise polierst. Es kann auch mal vorkommen, dass du metallische oder nichtmetallische Beschichtungen entfernen musst, um die Werkstücke in den gewünschten Zustand zu bringen. Neben den Beschichtungsvorgängen gehört auch das Warten und Instandhalten der Anlagen sowie das Reinigen von Wannen und Behältern zu deinen Aufgaben als Oberflächenbeschichter bzw. Oberflächenbeschichterin. Da in den Bädern häufig giftige Chemikalien enthalten sind, musst du vor der Ableitung in die Kanalisation die Abwasserwerte entsprechend den gesetzlichen Vorschriften prüfen. Umweltbewusstes Handeln ist ebenso wichtig wie das Einhalten der Sicherheitsbestimmungen.

Inhalte der Ausbildung


Die Ausbildung in Betrieb und in der Berufsschule hilft dir dabei, deine Fähigkeiten und dein Wissen auszubauen und ein Experte im Bereich der Oberflächenbeschichtung zu werden. 

Schulische Ausbildungsinhalte 

Die nötigen theoretischen Grundlagen bekommst du in der Berufsschule beigebracht, schließlich ist es wichtig, die chemischen Vorgänge zu kennen, die bei den Beschichtungsverfahren im Betrieb angewendet werden. Wie in anderen dualen Ausbildungen auch kommst du also nicht darum herum, ein paar Stunden die Woche die Schulbank zu drücken. Du lernst, wie man Metall- und Kunststoffoberflächen behandeln kann und setzt dich mit den verschiedenen Verfahren genau auseinander. Um bestimmte Werkstücke galvanisieren zu können ist es wichtig, dass du die Metallmengen für Elektrolytbäder berechnen kannst oder dass du weißt, wie viel Grad das Verzinkungsbad für das Feuerverzinken haben muss. Auch physikalische Grundlagen spielen eine Rolle, denn du solltest dich für bestimmte Verfahren mit Stromkreisläufen auskennen und wissen, wie du beispielsweise beschichtete Leiterplatten auf ihre Leitfähigkeit testest.

Betriebliche Ausbildungsinhalte 

Zu Beginn deiner Ausbildung darfst du natürlich noch nicht gleich alles alleine machen, aber je weiter deine Ausbildung fortschreitet, desto mehr Aufgaben darfst du eigenverantwortlich übernehmen. Zunächst einmal lernst du, wie du die jeweiligen Werkstücke vorbereitest, indem du sie beispielsweise feilst, bohrst oder säuberst. Nicht nur das Überprüfen der Werkstücke, auch das Überprüfen der Maschinen und deren Instandhaltung wird dir im Betrieb vermittelt. Du überwachst und überprüfst die Verweildauer der Werkstücke in den jeweiligen Tauchbecken und kontrollierst die Schichtdicke. Durch deine Beobachtungsgenauigkeit nimmst du Unregelmäßigkeiten in der Beschichtung sofort wahr und behebst diese. 

Besonderheiten


Es handelt sich um eine dreijährige duale Ausbildung in Industrie und Handwerk.


Wie werde ich Oberflächenbeschichter ?


Hast du... 

  • gute Kenntnisse in Chemie, Physik und Mathe? 
  • handwerkliches Geschick? 
  • ein gutes technisches Verständnis? 
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Schulische Voraussetzung 

Rein rechtlich gibt es keine Vorschriften, in der Praxis stellen Handwerksbetriebe überwiegend Bewerber mit Hauptschulabschluss an, wohingegen Industriebetriebe Bewerber mit Realschulabschluss bevorzugen. 


Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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