Notfallsanitäter bei der Arbeit ©Pixabay Public Domain

Ausbildung
Notfallsanitäter (m/w/d)

Bildungsweg
Schulische Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Realschulabschluss / Mittlere Reife
Ausbildungsdauer
3 Jahr(e)

Notfallsanitäter führen die medizinische Erstversorgung am Unfall- bzw. Einsatzort durch und assistieren dem Notarzt bei der Akutversorgung von Patienten. Sie kümmern sich um den Transport des Erkrankten oder Verletzten bis zum nächsten Krankenhaus und überwachen währenddessen seinen medizinischen Zustand.

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Deine Tätigkeiten

Platzwunde, Beinbruch, Bewusstlosigkeit, Herzinfarkt, Verkehrsunfall – es gibt viele Momente, in denen wir unverzüglich den Notruf wählen sollten. Manchmal sind es „kleinere“ Verletzungen wie eine Platzwunde und manchmal handelt es sich um lebensbedrohliche Situationen, in denen jede Sekunde zählt. Als Laie kann man in Unfall- und Akutsituationen schon mal überfordert sein, doch ausgebildete Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen wissen genau, was in solchen Situationen zu tun ist.

Medizinische Erstversorgung

Als Notfallsanitäter bist du mit deinen Kollegen meist der Erste, der mit dem Krankenwagen am Unfall- bzw. Einsatzort ankommt. An manchen Tagen triffst du vor Ort ein kleines Kind an, dass von der Schaukel gefallen ist und eine „harmlose“ Platzwunde am Kopf hat, die du leicht versorgen kannst, an anderen Tagen liegt ein Erwachsener vor dir, der gerade einen Herzinfarkt hat. Was genau dich bei einem Einsatz erwartet, ist von Schicht zu Schicht unterschiedlich. Du behältst stets einen kühlen Kopf, analysierst die Situation und entscheidest, ob ein Notarzt hinzugerufen werden muss oder nicht. Da es um Leben oder Tod gehen kann, musst du diese Entscheidung schnell treffen. Du übernimmst Erste-Hilfe-Maßnahmen und führst, wenn nötig, auch lebensrettende Maßnahmen wie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durch. Hat sich der Patient beispielsweise „nur“ einen Knochenbruch oder eine Platzwunde zugezogen, übernimmst du die Wundversorgung und bereitest ihn gegebenenfalls für den Transport ins Krankenhaus vor. Scheint etwas Ernsteres vorzuliegen, rufst du den Notarzt, legst einen venösen Zugang, führst die Sicherung der Atemwege durch und kümmerst dich um die Herstellung und Sicherung der Vitalwerte, bis der Arzt eintritt. Ist dieser vor Ort, assistierst du ihm bei weiteren Maßnahmen.

Krankentransport und Rettungsdienst

Nach der medizinischen Erstversorgung vor Ort, bereitest du den Patienten auf den Transport in die Klinik vor. Du stellst die Transportfähigkeit des Patienten her, betreust ihn während der Fahrt zum Krankenhaus und überwachst seine Vitalfunktionen. Du übergibst den Patienten in die stationäre Weiterbehandlung und kümmerst dich um das Erstellen des Transportnachweises, schreibst den Einsatzbericht und das Notfallprotokoll. Im Anschluss machst du das Rettungsfahrzeug wieder einsatzbereit. Hierzu säuberst und desinfizierst du deine Utensilien und stockst die fehlenden Medikamente wieder auf. Nun heißt es Warten bis du wieder zu einem Notfall gerufen wirst. Du wirst im Innendienst einer Rettungswache, Rettungsleitstelle oder einer Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst eingesetzt, nimmst die Notrufe entgegen und disponierst die Einsätze. Da es jeder Zeit einen Notruf geben kann, müssen die Retter allzeit bereit sein. Dadurch gibt es einen Schichtdienst. Entweder gibt es Tages- und Nachtschichten oder 24-Stunden-Schichten und natürlich kann es auch sein, dass du am Wochenende und an Feiertagen Dienst hast.

Inhalte der Ausbildung


Die schulische Ausbildung zum Notfallsanitäter ist bundesweit einheitlich geregelt. Sie dauert drei Jahre und findet sowohl an der Berufsfachschule als auch in Lehrrettungswachen sowie im Krankenhaus statt.

Schulische Ausbildungsinhalte

In der Berufsfachschule sowie auf der Rettungswache setzt du dich sowohl mit theoretischen als auch praktischen Lehrinhalten auseinander. In deinem Stundenplan findest du klassische Fächer wie zum Beispiel Deutsch, damit du lernst, wie du Protokolle anfertigst oder dem Patienten oder den Angehörigen verständlich erklären kannst, welche Maßnahmen du durchführst. Biologie hilft dir dabei, ein Verständnis für die biologischen Vorgänge bei Krankheit und Heilung zu verstehen und in Chemie lernst du alles über die Wirkungsweise von Medikamenten. Natürlich sind die Medikamente, die du später eigenständig verabreichen darfst, gesetzlich klar geregelt und eingeschränkt, da du kein Arzt bist. Dennoch erlangst du ein großes Wissensspektrum über die medizinische Versorgung und lernst beispielsweise, wie du Blutungen stoppst, Wunden versorgst und bestimmte Beatmungstechniken durchführst. Neben dem theoretischen Unterricht wirst du auch praktischen Unterricht absolvieren. Auf der Wache oder in der Berufsfachschule werden beispielsweise verschiedene Fallbeispiele geübt. So kann es sein, dass dir gesagt wird, du wirst zu einer Unfallstelle gerufen, bei der ein Kind angefahren wurde und am Straßenrand liegt. Nun hast du in der Rettungswache eine Übungspuppe liegen, die dieses Kind darstellt und musst so tun, als ob es sich um einen realen Fall handelt und teils zusammen mit einem anderen Azubi alle Schritte durchgehen und üben, die du bei einem realen Fall ebenfalls durchführen würdest. 

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Neben der Zeit in der Berufsfachschule und der Rettungswache verbringst du einen Teil deiner Berufsausbildung im Krankenhaus, um so viele reale Notfälle wie nur möglich mitzubekommen und dich mit deiner späteren Arbeit vertraut zu machen. Du bist in diesem praktischen Teil bei Einsätzen mit dabei und fährst im Rettungswagen und bei Krankentransporten mit. Dort kannst du deinen ausgebildeten Kollegen über die Schulter schauen und lernst, worauf du bei Einsätzen achten musst. Du übst den Umgang mit Patienten und hilfst deinen Kollegen, indem du zum Beispiel die Protokolle erstellst. Wenn du dich gut machst, darfst du nach ein paar Einsätzen vielleicht auch schon einige Hilfestellungen übernehmen. Außerdem bist du für die Pflege des Fahrzeuges mitverantwortlich. Du kontrollierst die verschiedenen medizinischen Geräte und stockst die Medikamente wieder auf. Je weiter deine Ausbildung voranschreitet und je mehr du lernst, desto mehr Aufgaben darfst du bei Notfalleinsätzen übernehmen.

Besonderheiten


Durch das Inkrafttreten des neuen Notfallsanitätergesetz (NotSanG) am 01.01.2014 wurde der umfassende anerkannte und neue Beruf Notfallsanitäter geschaffen. Er löst die Ausbildung zum Rettungsassistenten ab.

Die neue Ausbildung ist bundeseinheitlich über das Notfallsanitäter-Gesetz (NotSan-APrV) und die Ausbildungs- und Prüfverordnung (APrV) geregelt und endet mit einer staatlichen Prüfung.

Bewerber müssen eine ärztliches Zeugniss vorlegen, das (nicht älter ist als drei Monate und) belegt, dass sie:

  • aus psychischer und physischer Sicht für die Ausbildung zum Notfallsanitäter geeignet sind
  • im Sinne des Infektionsschutzgesetzes keine ansteckenden Krankheiten haben. Darüberhinaus muss ein
  • Nachweis über eine (begonnene) Hepatitis-B-Immunisierung vorliegen

Hast du keine abgeschlossene Berufsausbildung zum Notfallsanitäter, sondern bereits eine abgeschlossene Ausbildung zum Rettungsassistenten, kannst du durch entsprechende Lehrgänge und bestimmte Vorgaben, trotzdem den Status des Notfallsanitäters erreichen.


Voraussetzungen


Angehende Notfallsanitäter sollten folgende Eigenschaften und Interessen mitbringen:

  • Verantwortungsbewusstsein
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Reaktionsgeschwindigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Freude am Umgang mit Menschen
  • Einfühlungsvermögen
  • Psychische Stabilität
  • Körperliche Fitness
  • Gewissenhaftes und genaues Arbeiten
  • Belastbarkeit
  • Leistungsbereitschaft
  • Hohe Konzentrationsfähigkeit
  • Verschwiegenheit
  • Gute Feinmotorik (zum Beispiel beim Legen von venösen Zugängen etc.)

In unserem Berufsscout kannst du testen, welche weiteren Berufe zu dir passen könnten.

Schulische Voraussetzungen

Um Notfallsanitäter zu werden, solltest du mindestens einen mittleren Schulabschluss haben.

Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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