Milch zählt zu den Grundnahrungsmitteln ©Couleur | Pixabay Public Domain

Ausbildung
Milchtechnologe (m/w/d)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Realschulabschluss / Mittlere Reife
Ausbildungsdauer
3 Jahr(e)

Milchtechnologen stellen aus Rohmilch Lebensmittel wie Trinkmilch, Joghurt, Butter, Käse oder Milchpulver her.

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Was macht ein Milchtechnologe ?

Wusstest du, dass jeder Deutsche im Jahr im Schnitt um die 90kg Frischmilcherzeugnisse konsumiert? Egal ob Milch im Müsli, Joghurt zum Obst oder die Scheibe Käse auf dem Brot oder Cheeseburger – Milchprodukte begegnen den meisten von uns wohl fast täglich. Wenn du schon immer eine Schwäche für Milchprodukte hattest, kannst du deine Leidenschaft zum Beruf machen und Milchtechnologe werden. 

Von der Kuh in die Fabrik 

In deinem Beruf als Milchtechnologe dreht sich alles um Rohmilch. Diese wird von Bauernhöfen in großen Tanks per LKW an die Fabrik geliefert. Deine Aufgabe ist es, die Milch zu kontrollieren. Hierzu führst du einige Test durch, mithilfe derer du Arznei- oder Reinigungsmittelrückstände in der Rohmilch überprüfst. Sind die Werte im grünen Bereich, kann die Rohmilch weiterverarbeitet werden. 

Pasteurisationsverfahren 

Die sogenannte Pasteurisierung ist ein Verfahren, bei der die Rohmilch kurzzeitig, für 15-30 Sekunden, auf circa 75 Grad Celsius erhitzt wird. Durch dieses Verfahren werden alle krankmachenden Keime abgetötet und die Milch somit länger haltbar gemacht. So entsteht ein sicheres Lebensmittel, das als Trinkmilch verkauft werden oder zu Joghurts, Käse oder Co. weiterverarbeitet werden kann. 

Technik und Qualität 

Deine tägliche Aufgabe als Milchtechnologe ist es, die Arbeitsprozesse in deinem Betrieb zu überwachen. Du kontrollierst nicht nur die Rohmilch des Bauern, sondern auch den Herstellungsprozess von diversen Milchprodukten. Der pasteurisierten Milch fügst du beispielsweise Joghurtkulturen hinzu und überwachst den darauf folgenden Prozess. Bis er zu Ende gereift ist, wird der Joghurt im sogenannten „Brutraum“ gelagert. Ist der Reifeprozess abgeschlossen, muss der Joghurt in die Kühlung, wird fertig verpackt und kann für die Auslieferung bereit gemacht werden. Egal ob Milch, Joghurt, Käse oder Butter, du kontrollierst jeden Arbeitsschritt. Zwar wird der Großteil der Arbeit durch Maschinen erledigt, die du bedienst, aber ohne eine manuelle Kontrolle der Roh-, Zwischen- und Endprodukte geht es nicht. Du achtest stets darauf, dass alle Hygienevorschriften eingehalten werden und die Qualität der Endprodukte eiwandfrei ist. 

Inhalte der Ausbildung


Deine Ausbildung zum Milchtechnologen ist eine duale Ausbildung, d.h. du wirst einen Teil deiner Ausbildungszeit in der Berufsschule und den anderen Teil im Betrieb verbringen. Ziel ist es, dich sowohl in der Theorie als auch in der Praxis bestmöglich auszubilden. 

Schulische Ausbildungsinhalte 

Wenn du dachtest, mit Beginn deiner Ausbildung gehört die Schulzeit der Vergangenheit an, müssen wir dich leider enttäuschen, denn auch in deiner Berufsausbildung ist ein theoretisches Grundwissen notwendig. Doch keine Sorge, der Berufsschulunterricht findet nur an ein bis zwei Tagen die Woche oder als Blockunterricht statt, du wirst also genügend Zeit im Betrieb verbringen! Als angehender Milchtechnologe musst du wissen, wie du Rohstoffeinsätze oder Mischungsverhältnisse berechnest, daher frischt du im Mathematikunterricht deine Rechenkenntnisse auf. Um die Rohmilch zu Milcherzeugnissen verarbeiten zu können, muss sie zunächst pasteurisiert werden. Doch was genau passiert bei diesem Verfahren eigentlich? Dank des Chemieunterrichts wirst du diesen Vorgang bald im Schlaf erklären können. Darüberhinaus werden dir technisches Wissen vermittelt, damit du im Betrieb weißt, wie die Maschinen und Anlagen funktionieren und wie du diese bedienst. 

Betriebliche Ausbildungsinhalte 

Zunächst lernst du deinen Ausbilder, das Team und deinen Ausbildungsbetrieb kennen und machst dich mit den Arbeitsabläufen vertraut. Da die meisten Verfahren maschinell ablaufen, wirst du zu Beginn deiner Ausbildung viel mit deinem Ausbilder mitlaufen und ihm über die Schulter gucken. Er wird dir zeigen, welche Maschine zu welchem Zweck eingesetzt wird, wie sie funktioniert, wie du sie bedienst und wie du Fehler behebst. Gerade bei Lebensmitteln ist es wichtig, dass deren Herstellung rückverfolgbar ist, daher ist es deine Aufgabe, alle Schritte genau zu dokumentieren. Nach kurzer Zeit bist du mit den Hygienemaßnahmen und den Qualitätssicherungssystemen vertraut. Mit jedem weiteren Ausbildungsjahr erweiterst du deine Kenntnisse und Fähigkeiten und darfst mehr Aufgaben eigenständig übernehmen. Anfangs darfst du während einer Pause deines Kollegen für ihn an der Maschine einspringen, zu späterem Zeitpunkt in deiner Ausbildung bist du den ganzen Tag eigenständig für die Kontrolle der Maschine und die Qualitätskontrolle zuständig. Neben den Produktionsverfahren und Steuern und Regeln von Produktionsprozessen lernst du außerdem, wie du Erzeugnisse und Produkte verpackst, lagerst und abgibst. 

Besonderheiten


Der Ausbildungsberuf Milchtechnologe ersetzt den bisherigen Ausbildungsberuf Molkereifachmann. 

Wie werde ich Milchtechnologe ?


Um den Beruf Milchtechnologe zu erlernen, solltest Du folgende Eigenschaften mitbringen: 
  • Freude am Umgang mit Lebensmitteln 
  • Interesse an biologischen Vorgängen  
  • technisches Verständnis 
  • guter Geruchs- und Geschmackssinn 
  • Beobachtungsgabe 
  • Gewissenhaftigkeit 
  • Hygienebewusstsein 
  • Teamfähigkeit 
  • Verantwortungsbewusstsein 
Diese Eigenschaften treffen auf dich zu? Dann könnte der Beruf des Milchtechnologen genau das Richtige für dich sein. Wenn du wissen möchtest, welche Berufe sonst noch zu dir passen, mach den Test in unserem Berufsscout

Schulische Voraussetzungen 

Zwar ist rein rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen Betriebe jedoch überwiegend Bewerber mit mittlerer Reife ein.

Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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