Wie werde ich Medizinisch-technischer Radiologieassistent?

Bist du
  • interessiert an Technik?
  • der naturwissenschaftliche Typ und hast besonders Spaß an Physik und Biologie?
  • geduldig?
  • körperlich und psychisch belastbar?
  • bereit, auch an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten (bei einer Anstellung im Krankenhaus)?
  • teamfähig? 

Hast du

  • Spaß an der Arbeit mit Menschen?
  • ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein?
  • ein sehr großes Einfühlungsvermögen?
  • eine genaue Beobachtungsgabe?
  • das Talent, dir Namen und Gesichter gut merken zu können?

Dann solltest du unbedingt über eine Ausbildung zum/-r MTRA nachdenken! Welche Berufe sonst noch zu dir passen, verrät dir unser Berufsscout

Schulische Voraussetzung

Die meisten Schulen setzen mindestens einen Realschulabschluss voraus.

Bildungsweg

Schulische Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Medizinisch-technischer Radiologieassistent?

Der tägliche Kontakt mit Menschen bestimmt deinen Arbeitsalltag und liegt dir als MTRA besonders am Herzen. Gleichzeitig wirst du dazu ausgebildet, mit hochkomplexen technischen Geräten zu arbeiten, wie zum Beispiel dem CT und dem MRT in der Röntgendiagnostik oder dem Linearbeschleuniger in der Strahlentherapie. Dein Beruf kombiniert die soziale, medizinische Komponente mit der technischen und macht ihn somit einzigartig und für viele sehr attraktiv. 


Mit Röntgenstrahlen und Magnetfeldern den Körper „durchleuchten“

Wenn es so einfach gehen würde, den Körper zu durchleuchten, dann wären die durch die Röntgenröhre künstlich erzeugten elektromagnetischen Wellen nicht notwendig. Vor über 120 Jahren wurden die Röntgenstrahlen erstmals entdeckt und seitdem immer weiter professionalisiert. Plötzlich konnte man Knochen und Organe sehen ohne den Körper dafür aufzuschneiden – ein Durchbruch in der Medizin! Heute ist diese Praxis selbstverständlich und andere Verfahren bauen darauf auf, zum Beispiel die Computertomographie (kurz: CT). Im CT erstellst du mithilfe von Röntgenstrahlen und einem auswertenden Computer Schnittbilder vom Körper – so als würdest du ihn virtuell in Scheiben schneiden. Im Gegensatz zum Röntgen kannst du beim CT alle Organe und Knochen gleichzeitig sehen.
Beim MRT (Magnetresonanztomographie) werden keine Röntgenstrahlen eingesetzt, sondern Magnetfelder erzeugt, die in eine Wechselwirkung mit Wasserstoffionen im Körper treten. Die entstehenden Schnittbilder lassen sich zur Analyse von Gewebestrukturen und –funktionen verwenden. Ein Ziel dieser Verfahren ist es, Frakturen – also Knochenbrüche – und Tumoren zu erkennen. 

Mit Strahlen den Krebs bekämpfen

Die Strahlentherapie ist der zweite Bereich, in dem du als MTRA arbeiten kannst. Nachdem ein gutartiger oder bösartiger Tumor diagnostiziert worden ist, bekommt der Patient je nach Art, Lage und Entwicklung des Tumors eine Überweisung zur Strahlentherapie. Auch gutartige Erkrankungen, so wie Fersensporne und Arthrosen, werden hier behandelt. Im Gespräch mit dem behandelnden Arzt erfährt der Patient, welcher Behandlungsplan für ihn vorgesehen ist und wird über die Risiken und Nebenwirkungen einer solchen Therapie aufgeklärt. Nachdem ein Medizinphysiker in Absprache mit dem Arzt den Bestrahlungsplan erstellt hat, trifft der Patient zum ersten Mal auf dich. Er wird in den nächsten Wochen 20 bis 40 mal bestrahlt, bei gutartigen Erkrankungen etwas weniger. Die Bindung zum Patienten ist dadurch intensiver als in den anderen Bereichen der MTRA. Viele Patienten vertrauen sich dir an – auch mit ihren Sorgen und Ängsten und nicht selten leistest du neben der medizinischen auch psychologische Unterstützung. Bevor der Patient im sogenannten Strahlenbunker für die Bestrahlung positioniert wird, zeichnest du an einem Simulator das vorgesehene Bestrahlungsfeld auf und überträgst es auf den Körper. Wenn zum Beispiel der Kehlkopf  bestrahlt werden soll, wird eine Maske angefertigt, die den Kopf- und Brustbereich abdeckt. Auf dieser Maske zeichnest du mithilfe von Laserstrahlen Striche ein, die bei jeder Strahlung genau mit den Laserstrahlen in Deckung gebracht werden müssen. So wird gewährleistet, dass der Kehlkopf  jedes Mal in derselben Position unter dem Linearbeschleuniger liegt und so genau wie möglich getroffen wird. Der Linearbeschleuniger – auch LINAC genannt – erzeugt dann künstlich Strahlen, ähnlich wie beim Röntgen, allerdings mit viel höherer Energie. Eine Bestrahlung dauert fünf bis 20 Minuten. Du verlässt in dieser Zeit den Strahlenbunker und löst die Bestrahlung vom Steuerplatz aus. Von dort überwachst du den Bestrahlungsprozess und kannst über Lautsprecher auch mit dem Patienten sprechen und ihn über eine Kamera sehen. 

Mit radioaktiven Stoffen Strahlung erzeugen

In der Nuklearmedizin arbeitest du mit leicht-radioaktiven, kurzlebigen Substanzen, die du dem Patienten in geringen Mengen verabreichst, um so zum Beispiel Funktionen von Organen zu prüfen und Zellmutationen, z.B. Knochenmetastasen oder Knoten in der Schilddrüse, festzustellen. Doch wie funktioniert das genau? Technetium 99 ist eine Substanz, die gern für diese Zwecke eingesetzt wird, denn ihre Halbwertszeit beträgt nur etwa 6 Stunden. Das bedeutet, dass nach 6 Stunden bereits die Hälfte der radioaktiven Strahlung abgebaut ist. Wenn zum Beispiel eine Schilddrüse näher untersucht werden soll, weil in einem Ultraschallbild ein Knoten entdeckt wurde, injizierst du dem Patienten eine kleine Menge Technetium 99. Die Substanz reichert sich nach etwa 10 bis 20 Minuten in den Schilddrüsenzellen an und beginnt zu strahlen. Diese Gamma-Strahlung kann mit einer Gamma-Kamera aufgezeichnet werden. So entsteht ein Szintigramm – eine Aufnahme, anhand derer man zum Beispiel den Stoffwechsel von Knoten in der Schilddrüse beurteilen und somit zwischen gutartigen und bösartigen Knoten unterscheiden kann.

Inhalte der Ausbildung

Zwar findet deine Ausbildung zur MTRA an einer Schule statt – das heißt jedoch noch lange nicht, dass du nur Theorie und Formeln pauken musst! 

Theoretische Ausbildungsinhalte

Die MTA-Schule vermittelt dir die naturwissenschaftlichen Grundlagen, die du für deinen Beruf benötigst. Das sind eine ganze Menge: von mathematischen Berechnungen der Strahlendosis, der Strahlenkunde in Physik, über die Grundlagen radioaktiver Substanzen im Chemie-Unterricht bis hin zur Anatomie, Physiologie, Histologie, Pathologie und Krankheitslehre in Biologie bzw. Medizin. Auch Hygiene ist ein großes Thema deiner Ausbildung, schließlich hast du es in der Regel mit kranken Menschen zu tun, die zum einen ansteckend sein können und zum anderen sich sehr schnell durch Krankheitserreger anstecken lassen, weil ihr Immunsystem geschwächt ist. Weitere Fächer in der MTA-Schule sind: radiologische Diagnostik, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Dosimetrie und Strahlenschutz. 

Praktische Ausbildungsinhalte

Die naturwissenschaftliche und medizinische Theorie nur zu hören reicht natürlich nicht aus, um sie zu verinnerlichen. Deshalb sind Praxis-Anleitungen ein wichtiger Bestandteil deiner schulischen Ausbildung. Von Lehr-MTAs lernst du in einer Gruppe das Arbeiten am CT, MRT und am Linearbeschleuniger. Du lernst auch, wie du den Patienten richtig lagerst – nämlich mithilfe medizinischer Simulationspuppen. Ein weiterer praktischer Bestandteil deiner Ausbildung ist das sechswöchige Krankenpflegepraktikum. Die Arbeit mit Menschen im medizinischen Bereich erfordert viel Einfühlungsvermögen und Geduld. Diese Erfahrung kannst du nirgendwo besser machen als in der Pflege. Hier lernst du unter anderem, Patienten zu lagern, Hygienestandards einzuhalten und weitere Aufgaben im Alltag eines Gesundheits- und Krankenpflegers.
Während der Praxisphasen in allen drei Bereichen deines Berufs (Röntgen, Strahlentherapie und Nuklearmedizin) erlebst du die täglichen Routinen der MTRA in Krankenhäusern und Facharztpraxen hautnah! Hier darfst du unter Aufsicht der Lehr-MTA bereits Tätigkeiten selbst übernehmen. 

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zur MTRA findet ausschließlich in Form einer schulischen Ausbildung an privaten oder staatlichen MTA-Schulen statt. Sie ist bundesweit einheitlich geregelt und besteht sowohl aus theoretischen als auch aus praktischen Elementen, zum Beispiel in Form von Praktika in allen drei Tätigkeitsbereichen der MTRA. Das sind:
  • Röntgendiagnostik
  • Strahlentherapie
  • Nuklarmedizin
Wusstest du, dass MTA der Überbegriff für vier Fachrichtungen ist?
  • MTRA (Medizinisch-technischer Radiologieassistent) – lies weiter, wenn du hierüber etwas wissen möchtest!
  • MTLA (Medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent)
  • MTAF (Medizinisch-technischer Assistent für Funktionsdiagnostik)
  • VMTA (Veterinärmedizinisch-technischer Assistent)

Wie gut passt der Beruf Medizinisch-technischer Radiologieassistent zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne Menschen helfen möchtest, ist der Beruf Medizinisch-technischer Radiologieassistent genau der richtige für dich.

Wenn du kein Blut sehen kannst, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit

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