Wie werde ich Hafenschiffer?

Bist du
  • technisch interessiert?
  • wetterfest?
  • körperlich fit?
Kannst du
  • stundenlang auf einem Schiff sein, ohne seekrank zu werden?
  • dich daran gewöhnen, auch im Schichtdienst und am Wochenende zu arbeiten?
  • mit anpacken und dich als Handwerker bzw. Handwerkerin behaupten?
Dann werde Hafenschiffer oder Hafenschifferin! Um herauszufinden, welcher Beruf sonst noch zu dir passt, frag doch mal den Berufsscout.

Schulische Voraussetzung

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis werden aber vor allem Bewerber mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss eingestellt.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 815 EUR

Was macht ein Hafenschiffer?

Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Rostock, Lübeck und Bremen sind die größten Seehäfen in Deutschland. Durch den Hamburger Hafen zum Beispiel werden mehr als 100 Millionen Tonnen Ladung auf 10.000 Schiffen in acht bis neun Millionen Containern im Jahr transportiert. Daraus lässt sich leicht ableiten, dass im Hafengebiet viel zu tun ist. Was du als Hafenschiffer dazu beitragen kannst, erfährst du hier!

Schlepper, Schubschlepper, Schuten und Barkassen

Dein Job ist es, unterschiedliche Wasserfahrzeuge zu unterschiedlichen Zwecken zu führen. Barkassen und Fähren zum Beispiel werden für den Personenverkehr eingesetzt. „Willkommen zur Hafenrundfahrt! Ich bin heute Ihr Kapitän“ heißt es dann über den Lautsprecher, wenn du deine Fahrgäste begrüßt. Doch neben dem Touristenverkehr im Hafen gibt es viele andere Aufgaben. Mit einem sogenannten Schlepper oder auch Schubschlepper ziehst oder schiebst du Schuten und Leichter. Das sind flache Schiffe ohne einen eigenen Antrieb, die für den Gütertransport eingesetzt werden. Mit ihnen werden zum Beispiel Container, Stückgüter oder Rohstoffe von A nach B transportiert. 
Nachdem du einen genauen Ablaufplan ausgearbeitet hast, fährst du mit einem Schlepper ein Containerterminal an, an dem gerade ein Frachtschiff angelegt hat. Dort wird bereits eine Schute beladen, die du zu einem anderen Anleger transportieren sollst. Von dort aus geht die Ladung weiter auf einen Güterwaggon. Bevor du losfährst, sicherst du die Ladung vorschriftsgemäß und gleichst sie mit den Begleitpapieren ab. Das Entladen der Güter auf Güterwaggons, Lkws oder Zwischenlager nennt man in der Seemannssprache übrigens „Löschen“.

Gut gepflegt

Egal ob Barkasse, Schlepper oder Vermessungsschiff – jedes Wasserfahrzeug braucht seine gute Pflege, damit es dir als Hafenschiffer lange dienen kann. Hin und wieder ist ein Ölwechseln dran, der Ölfilter muss ausgetauscht werden, der Motorraum gereinigt werden, Abfallstoffe entsorgt oder die Taue gepflegt werden. Die Schiffselektronik solltest du hin und wieder auf alle Funktionen überprüfen, um einen Ausfall der Bordsysteme im täglichen Betrieb zu vermeiden. Der Bootskörper muss hin und wieder entrostet und neu lackiert werden. Schließlich will niemand ein Leck im Schiff. Kleinere Reparaturarbeiten führst du selbst durch und greifst dann, wenn es sein muss, auch zum Schweißgerät.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

In der Berufsschule verbringst du ein oder zwei Tage in der Woche. Hier bekommst du alle theoretischen Grundlagen vermittelt, die du für deinen Berufsalltag als Hafenschifferin oder Hafenschiffer brauchst. Das ist zum Beispiel Nautik, also Schifffahrtskunde, und Hafenkunde. Dazu gehören die Verkehrsregeln im Hafen, Knotenlehre und Sicherheit bei der Schifffahrt. Was machst du, wenn ein Leck im Bootsrumpf auftritt, ein Brand im Maschinenraum entsteht oder du ein Person-über-Bord-Manöver anleiten musst? All diese Fragen werden bald beantwortet sein. Für den Güterverkehr im Hafen benötigst du zusätzlich Kenntnisse über Begleitpapiere, logistische Planungsprozesse und Mathematik, um zum Beispiel das zulässige Ladungsgewicht zu berechnen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Damit deine Überlegungen, Berechnungen und Planungen nicht nur in der Theorie geschehen, sondern auch praktisch angewendet werden können, verbringst du die übrigen Tage im Ausbildungsbetrieb. Dort wirst du vom Schiffsführer oder dem Decksmann bzw. der Decksfrau unterwiesen. Sie zeigen dir, wie du Hafenfahrzeuge in Betrieb nimmst, sie los- und festmachst sowie steuerst. Wenn du Fahrzeuge des Gütertransports an deinen Schlepper koppeln möchtest, erstellst du eine Schleppverbindung. Bevor es losgehen kann, muss die Fahrtroute geplant werden und du lernst auch, die Navigationsmittel und Bordsysteme zu bedienen.

Ablauf der Ausbildung

Die duale Ausbildung zum Hafenschiffer dauert drei Jahre. Nach der Ausbildung kannst du ein Hafenpatent erwerben, um Fahrzeuge im Hafen eigenständig führen zu dürfen. Mit dem Binnenschiffer-Patent darfst du auch außerhalb des Hafens fahren.

Wie gut passt der Beruf Hafenschiffer zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne tüfteln möchtest, ist der Beruf Hafenschiffer genau der richtige für dich.
Wenn du nicht vor einer Gruppe von Menschen sprechen möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis

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