Wie werde ich Graveur?

Um eine Ausbildung zum Graveur oder zur Graveurin zu starten, solltest du….

  • ein ruhiges Händchen haben
  • absolut präzise arbeiten können
  • gute Augen haben
  • kreativ sein und gute Ideen haben
  • freundlich und offen auf Leute zugehen können

Entspricht das deinem Typ? Welcher Beruf am besten zu dir passt, verrät dir unser Berufsscout.


Schulische Voraussetzung

Es gibt keinen festgelegten Schulabschluss, den du für eine Ausbildung zum Graveur haben solltest. Du kannst dich sowohl mit einem Hauptschulabschluss als auch mit einem mittleren Schulabschluss oder der Hochschulreife bewerben.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Graveur?

Die Ladentür geht auf. Herein kommt ein junger Mann, der ein Schloss in der Hand hält, was er gern seiner Freundin zum Geburtstag schenken möchte, um es anschließend auf einer berühmten Brücke seiner Heimatstadt festzumachen. Auf dem Schloss soll das Datum der Beiden sowie ihre Namen eingraviert werden. Solche und viele andere Geschichten erlebst du Tag für Tag. Es ist deine Aufgabe, deine Kunden zufrieden zu stimmen, indem du aus Schmuckstücken, Dekorationsartikeln und Gebrauchsgegenständen Unikate machst.

Dein Ziel: Die Zufriedenheit des Kunden

Es beginnt immer so: Der Kunde betritt deinen Betrieb oder schickt einen Auftrag per Mail. Eventuell bekommst du direkt Vorlagen, Dateien oder Bilder zugeschickt, die du bei der Gravur einsetzen sollst. Bevor es losgeht, wird alles genau mit dem Kunden abgesprochen. Was soll worauf graviert werden? Welche Größe soll der Schriftzug oder das Bild haben? Welche Farben sollen verwendet werden? Welche Schriftart wird gewünscht? Nach der Absprache fertigst du eine Entwurfszeichnung an, die du dem Kunden präsentierst. Wenn er zufrieden ist, geht es ans Eingemachte.

Zwischen traditioneller Handarbeit und moderner Technik

Du hast ein Firmenlogo als Bilddatei erhalten, was auf verschiedene Gebrauchsgegenstände – Gläser, Tassen und Kugelschreiber – sowie auf eine Messingplatte übertragen werden soll. Für die Messingplatte fertigst du zunächst einen Prägestempel an, der immer wieder verwendet werden kann. Das heißt, dass du zunächst mit Stichel und Meißel ein Relief des Motivs herausarbeitest. Ein Relief ist eine bildliche Darstellung oder ein Schriftzug, der sich vom Hintergrund plastisch abhebt. Nun kann dieses Relief spiegelverkehrt auf ein Presswerkzeug übertragen werden und dort von Hand nachbearbeitet werden. Die Oberflächen der Tassen, Gläser und Kugelschreiber bedruckst du mithilfe einer computergesteuerten Druckanlage. Mit solchen Gravur- und Laserbeschriftungsmaschinen kannst du Werbeartikel und Schilder in großer Menge produzieren. Ist einmal das Programm richtig eingestellt, kannst du jede beliebige Stückzahl herstellen und musst den Produktionsvorgang lediglich überwachen und die Ergebnisse auf ihre Qualität prüfen. In regelmäßigen Abständen müssen die Anlagen gereinigt werden und Reparaturen veranlasst werden. Auch das gehört zu deinen Aufgaben.

Die Arbeit an den Maschinen ist die eine Sache. Nicht selten gravierst du die Werkstücke noch von Hand. Dabei hilft dir eine Spanneinrichtung – auch Gravierkugel genannt. Kleinste Motive und Schriftzüge stichelst und meißelst du von Hand auf Gürtelschnallen, Feuerzeuge, Kettenanhänger, Ringe etc. Die Motive bekommst du entweder direkt vom Kunden oder entwirfst sie per Hand. Die Oberflächen der Werkstücke kannst du zum Beispiel durch Metallfärben veredeln oder mit aufwändigen Wellenmustern und Linienzeichnungen gestalten, indem du diese zum Beispiel durch Einschneiden der Oberfläche auf das Metall stichst. Diese Technik nennt man Guillochieren. Beliebt ist es auch, zum Beispiel bei Schmuckstücken zur Verzierung Edelmetalle wie Gold oder Silber in unedle Metall einzuhämmern. Das nennt man Tauschieren.

Inhalte der Ausbildung

Deine Ausbildung besteht sowohl aus praktischen als auch theoretischen Elementen. Die meiste Zeit verbringst du im Ausbildungsbetrieb, doch an ein oder zwei Tagen in der Woche heißt es für dich: die Schulbank in der Berufsschule drücken. Was dich dort erwartet, erfährst du hier!

Schulische Ausbildungsinhalte

Um in deinem Betrieb zum Beispiel Werbeartikel in großer Zahl zu produzieren, musst du zunächst die nötige Expertise in Sachen CAD erwerben. CAD bedeutet „computer-aided design“. Mithilfe von CAD-Programmern kannst du Muster, Modelle und Formen einfach per Mausklick entwerfen und später mit computergesteuerten Anlagen auf Oberflächen übertragen. Das erfordert natürlich auch, dass du dich mit verschiedenen Materialien auskennst und weißt, wie du diese bearbeiten kannst, zum Beispiel durch Schleifen, Meißeln, Polieren, Punzieren, Beschriften und Bedrucken. Du lernst im Technikunterricht, wie man technische Systeme instand hält und kleine Reparaturen durchführt. Mathe- sowie Informatikkenntnisse helfen dir dabei, Maschinen zu programmieren und Maßstabsveränderungen zu übertragen. Auch dein künstlerisches Geschick, was im Berufsalltag des Graveurs sehr wichtig ist, wirst du in der Berufsschule weiter ausbauen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Da in deinem Ausbildungsbetrieb immer alles mit dem Auftrag und der Kommunikation mit deinen Kunden beginnt, ist dies ein wichtiger Bestandteil deiner Ausbildung. Du lernst, wie du den Kunden berätst, Preise berechnest und Arbeitsabläufe planst. Des Weiteren lernst du alle Gravierwerkzeuge kennen und übst dich darin, die computergesteuerten Maschinen zu bedienen sowie Prägewerkzeuge für die maschinelle Fertigung selbst herzustellen und zu prüfen. Auch Betriebsmittel, Abfallprodukte und Gefahrstoffe fachgerecht und umweltbewusst zu entsorgen gehört zu deinen Aufgaben im Betrieb. Von Anfang an wirst du Schriftzüge, Zeichen und Motive zeichnen und durch Ätzen, Lasern oder Handsticheln auf Gegenstände übertragen, denn diese Tätigkeit erfordert viel Übung. Du wirst sehen – je weiter deine Ausbildung voranschreitet, desto besser wirst du.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zum Graveur kannst du sowohl als duale Ausbildung als auch in Form einer schulischen Ausbildung absolvieren. Während du in der dualen Ausbildung die meiste Zeit im Ausbildungsbetrieb verbringst, wirst du in der schulischen Ausbildung zum Graveur – wie der Name schon sagt – in einer Berufsfachschule ausgebildet und erwirbst deine Praxiserfahrung in Form von Praktika in verschiedenen Betrieben.

Während deiner dualen Ausbildung hast du die Möglichkeit, verschiedene Zusatzqualifikationen zu erwerben.

  • Betriebsassistent im Handwerk: Hier erwirbst du kaufmännische Kenntnisse, zum Beispiel zusätzliches Wissen im Bereich Rechnungswesen und Wirtschaftslehre. Außerdem hast du zusätzlichen Fremdsprachenunterricht. Die Voraussetzung für diese Zusatzqualifikation ist die Fachhochschulreife.
  • Europaassistent im Handwerk: Diese Qualifikation zielt vor allem darauf ab, deine Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern. Außerdem lernst du das europäische Waren- und Wirtschaftsrecht kennen und machst auch ein mehrwöchiges Auslandspraktikum während der Ausbildung. Die Voraussetzung für diese Qualifikation ist der Realschulabschluss.

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