Wie werde ich Glasmacher?

Natürlich gibt es nicht den geborenen Glasmacher oder die geborene Glasmacherin. Vieles, was du für den Beruf brauchst, lernst du nach und nach während deiner Ausbildung. Ein paar Eigenschaften und Interessen solltest du jedoch schon mitbringen:

  • handwerkliches Geschick
  • technisches Verständnis
  • Kreativität
  • Teamgeist
  • keine Angst vor hohen Temperaturen
  • die Fähigkeit, vorsichtig und sorgfältig zu arbeiten
  • Geschicklichkeit

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Schulische Voraussetzung

Die geläufige Voraussetzung für den Zugang zur Glasmacher-Ausbildung ist der Hauptschulabschluss .

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 810 EUR

Was macht ein Glasmacher?

Das wichtigste Werkzeug des Glasmachers ist die Glasmacherpfeife. Damit stellst du zum Beispiel kunstvoll Vasen, Becher, Schalen und Kerzenhalter aus Glas her. Entweder bist du für jeden Arbeitsschritt zuständig oder arbeitest mit deinem Team im Akkord, das heißt jeder übernimmt eine Teilaufgabe. Wenn du in einem Betrieb der Glasindustrie arbeitest, steht nicht das Mundblasen im Vordergrund, sondern die maschinelle Produktion, beispielsweise von Getränkeflaschen oder Glasröhren für medizinische Zwecke oder für die Beleuchtung.

Glaskunst auf höchstem handwerklichen Niveau

Erst ab 1250 Grad wird Glas formbar. Damit du aus Glas prachtvolle Kugeln, Stiele und andere Formen herstellen kannst, musst du das Glas in einem sogenannten Hafenofen stundenlang einschmelzen. Nachdem es etwas abgekühlt und gereinigt ist, nimmst du die Glasmacherpfeife – ein langes Stahlrohr mit Mundstück – zur Hand und entnimmst den Glasposten. So wird eine Menge geschmolzenen Glases genannt, die dann aufgeblasen wird. Das, was du dann aufbläst, also eine dickwandige Glaskugel, ist das Kölbel. Dies lässt du abkühlen, sodass es seine Form behält. Anschließend tauchst du es abermals in die Glasschmelze und kannst es nun runden oder glätten, wie es dir beliebt oder der Auftrag dir vorgibt. Das Kölbel wird nun in eine Form aus Holz, Graphit oder Eisen geblasen und zum Beispiel mit einem Stiel und einem Boden versehen. Schon ist das Wein- oder Sektglas fertig. Wenn du zum Beispiel noch einen farbigen Überfang herstellen willst, wird der Glasposten in einen Farbtrichter geblasen. Nun ist das Glas von außen farbig überzogen. Besondere Heißveredelungstechniken ermöglichen dir, zum Beispiel farbige Ringe und Bänder auf die Gläser zu schmelzen. Je länger du als Glasmacher tätig bist, desto kreativer wirst du und entwickelst immer neue Ideen und Techniken, deine Glaskunst weiter zu verfeinern.

Mit Technik und Know-how maschinell produzieren

Viele Glas- oder Glasrecyclingbetriebe arbeiten nicht mehr mit der Hand, sondern mit vollautomatischen Maschinen, um in kürzester Zeit große Mengen an Produkten aus Glas herzustellen. Auch hierfür werden Glasmacher und Glasmacherinnen benötigt, die sich mit verschiedenen Glassorten, den chemischen und physikalischen Prozessen bei der Schmelzung und Weiterverarbeitung von Glas und den Maschinen der Glasproduktion auskennen. Nachdem das Glas in der Schmelzwanne flüssig geworden ist, wird es über eine Arbeitswanne zum sogenannten Speiser weitergeleitet, der aus der Glasmasse einzelne Tropfen formt. Die Glastropfen werden in einer Formmaschine in eine geheizte Form gepresst, wo sie mithilfe von Pressluft aufgeblasen werden. Nach einer Abkühlzeit hebt ein Vakkuumsauger die Glasformen aus der Form. Zum Abschluss kann das Glas je nach Auftrag noch maschinell besprüht, bedruckt und etikettiert werden. Deine Aufgabe ist es, die Produktionsprozesse vom Rechner aus zu steuern sowie die einzelnen Schritte an den Maschinen zu verfolgen und die Qualität zu kontrollieren. Die Maschinen müssen immer wieder gewartet und gepflegt werden. Damit sie rund um die Uhr laufen können, arbeiten viele Glasmacher in Schichtarbeit.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Da die Ausbildung zum Glasmacher bzw. zur Glasmacherin in Form einer dualen Ausbildung stattfindet, ist die Berufsschule der eine Teil deiner Ausbildung, während der Ausbildungsbetrieb die zweite Säule bildet. In der Berufsschule lernst du Zusammensetzungen verschiedener Glassorten kennen. Du erfährst, wie Glas recycelt werden kann, welche verschiedenen Glasverarbeitungsverfahren es gibt und wie Qualitätssicherung funktioniert. Wichtige Schulfächer sind unter anderem Chemie, Physik und Mathe.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Betrieb wirst du von deinem Ausbilder nach und nach an die unterschiedlichen Arbeitsschritte in der Glasproduktion herangeführt. Wer es zuvor noch nie mit so hohen Temperaturen zu tun hatte, wird sich wohl erstmal an die Hitze der Hafenöfen gewöhnen müssen und erste Hemmungen beim Umgang mit geschmolzenem Glas ablegen müssen. Schon nach kurzer Zeit kannst du eigene Kölbel anfertigen, Glasposten wiedererwärmen, um sie zum Beispiel mit Farbglas zu überziehen und Glasposten an einen vorgeblasenen Glasrohling ansetzen. Bei der Arbeit mit vollautomatischen Maschinen lernst du, worauf es in der Produktion ankommt, welche Parameter du am Rechner einstellen musst und wie die Qualität der Produkte kontrolliert wird.

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