Wie werde ich Gießereimechaniker?

Du kannst
  • anpacken?
  • sorgfältig und exakt arbeiten?
  • geschickt mit kleinen Teilen und zerbrechlichen Materialien umgehen?

Du bist

  • technisch interessiert?
  • handwerklich begabt?
  • selbstständig?

Teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp und finde heraus, ob der Beruf des Gießereimechanikers wirklich zu dir passt!

Schulische Voraussetzung

Um die Ausbildung zur Gießereimechanikerin oder zum Gießereimechaniker zu beginnen, solltest du einen Hauptschulabschluss oder einen Realschulabschluss in der Tasche haben.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3,5 Jahr(e)

Was macht ein Gießereimechaniker?

Um Gussstücke aus flüssigem Eisen, Stahl, Aluminium, Messing oder Kupfer herzustellen, bedarf es nicht nur der nötigen Vorsicht und Sorgfalt, sondern auch jeder Menge Know-how über die verwendeten Materialien und die Maschinen, die du bedienst, wie zum Beispiel die Druckgussanlage, Metallschmelze und Gießmaschine.

Von der Zeichnung zum fertigen Gussstück

Jeder Auftrag beginnt mit einer technischen Zeichnung und einem Modell. Daran siehst du, wie das fertige Gussteil, zum Beispiel für die Automobilherstellung, für den Maschinenbau oder sogar für die Luft- und Raumfahrt, einmal aussehen soll. Los geht’s! Zunächst formst du das Modell in Sand ab – deshalb wird dieser auch Formsand genannt. Dieser ist mit Bindemitteln durchsetzt, sodass die Form beim Einfüllen des Gussmetalls erhalten bleibt. Später wird der Formsand durch die Gießhitze von selbst zerfallen, sodass nach dem Erkalten nur das fertige Metallstück übrig bleibt.

Jetzt wird’s heiß!

Damit das Metall die nötige Verarbeitungstemperatur erreicht, wird es in einer Metallschmelze zum Schmelzen gebracht. Der Schmelzpunkt von reinem Eisen liegt bei 1536 °C! An den Druckgussanlagen stellst du die Temperaturen ein, prüfst den Stofffluss und führst zum Beispiel Mittel zur Erhöhung der Fließfähigkeit oder Legierungsbestandteile hinzu. Eine Metalllegierung ist ein Gemisch aus verschiedenen Metallen. Mit einer Schöpfkelle entnimmst du Proben aus der Schmelze. Wenn du mit dem flüssigen Metallgemisch zufrieden bist und alle Parameter geprüft hast, wird es mithilfe einer Gießmaschine in die Form gegossen. Ohne Sicherheitskleidung läuft hier selbstverständlich gar nichts!

Größte Sorgfalt ist gefragt

Um das Endprodukt genauso herzustellen, wie es auf der technischen Zeichnung abgebildet ist, legst du gegebenenfalls Eingießkanäle und Überläufe an und legst Kerne in den Formsand, um zum Beispiel Hohlräume herzustellen. Nach dem Erkalten können die gegossenen Teile entnommen werden. Überstehendes Metall, das in den Eingussöffnungen erstarrt ist, trennst du mit einer Säge oder mithilfe einer computergesteuerten Maschine ab. Mit einem Sandstrahler reinigst du die Gusstücke und verpasst ihnen den letzten Schliff. Gibt es Risse, Blasen oder unerwünscht Hohlräume? Sind alle Maße und technischen Angaben erfüllt? Dann kannst du nun stolz von dir behaupten, dass der Auftrag erfolgreich erledigt und das Gussteil fertig zum Einsatz ist, zum Beispiel in einem Automotor.

Inhalte der Ausbildung

Die Idee einer dualen Ausbildung ist die: Du verbringst einen Teil in der Berufsschule und den anderen im Ausbildungsbetrieb. So wirst du optimal auf den Beruf des Gießereimechanikers vorbereitet.

Schulische Ausbildungsinhalte

In der Berufsschule lernst du alles über verschiedene Sandarten, Metalle, Bindemittel, Zusatzstoffe, Säuren, Laugen und Salze, die für die Gießereitechnik eine Rolle spielen. Chemie ist ein wichtiges Schulfach, denn du musst die unterschiedlichen chemischen Prozesse verstehen und durchführen, um zum Beispiel Legierungsmetalle herzustellen. Auch Umweltschutz spielt hier eine wichtige Rolle. In Physik lernst du alles, was du über die Wärmelehre, zum Beispiel das Schmelzverhalten von Metallen, wissen musst. Auch die Technik kommt nicht zu kurz, denn du brauchst schließlich das nötige Know-how für die Herstellung und Bearbeitung von Gussformen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

All die theoretischen Grundlagen der Berufsschule nützen dir nur in Kombination mit der Praxis im Ausbildungsbetrieb. Dort erlernst du die Grundtechniken des Formens, Schmelzens und Gießens sowie der Gussstücknachbereitung. Ob Drehen, Fräsen, Sägen oder Bohren – diese handwerklichen Tätigkeiten gehören zu den Grundvoraussetzungen deiner Arbeit. Du wirst die Schmelzöfen, Warmhalteöfen und Großgussanlagen deines Betriebs kennenlernen und wirst in ihre Bedienung fachmännisch eingewiesen. Auch die Instandhaltung der Maschinen und Anlagen gehört zu deinen Aufgaben. Deshalb lernst du auch Grundlagen der Steuerungs- und Informationstechnik. Beim Gießen füllst du Eisen in einen Gießkessel und gießt es mit dem Handrad in die vorbereitete Form. Da dies jedoch ein anspruchsvolles Unterfangen ist, was auch die strenge Einhaltung der Sicherheitsvorschriften erfordert, gießt du im Regelfall erst im zweiten Lehrjahr eigenständig. Im dritten Lehrjahr vertiefst du die Inhalte deines gewählten Ausbildungsschwerpunkts und betreust bereits Auszubildende aus den niedrigeren Lehrjahren.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zum Gießereimechaniker oder zur Gießereimechanikerin ist dual – also eine Kooperation zwischen Berufsschule und Betrieb.

Je nach Ausbildungsbetrieb entscheidest du dich für einen von diesen Schwerpunkten:
  • Maschinenformguss: Hier geht es darum, Form- und Gießanlagen zu steuern, um Gussformen maschinell herzustellen.
  • Druck- und Kokillenguss: Hier arbeitest du mit Dauerformen, die immer wieder als Modellvorlage verwendet werden.
  • Handformguss: In dieser Fachrichtung stellst du Sandformen für Einzelstücke her und zerstörst sie nach dem Guss wieder.
  • Feinguss: Es handelt sich hier um besonders kleine Gussteile, die anstatt durch Formsand mithilfe von Wachsmodellen hergestellt werden.
  • Kernherstellung: Um Gussformen mit Hohlräumen herzustellen, bedarf es sogenannter Kerne, die in den Formsand hineingelegt werden und um die das flüssige Eisen herumfließt.
  • Schmelzbetrieb: Du lernst hier, Legierungen – also Metallmischungen – herzustellen. Messing ist zum Beispiel eine Kupfer-Zink-Legierung.

Wie gut passt der Beruf Gießereimechaniker zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Gießereimechaniker genau der richtige für dich.
Wenn du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick

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