Wie werde ich Finanzwirt?

Um Finanzwirt bzw. Finanzwirtin zu werden solltest du....

  • gute Noten in Mathematik,
  • Freude am Umgang mit anderen Menschen und
  • gute mündliche und schriftliche Sprachfertigkeiten haben,
  • ein Organisationstalent sein,
  • ein wirtschaftliches Grundverständnis mitbringen,
  • Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen haben.

Wenn du dir noch unsicher bist, teste dich doch einfach mal in unserem Berufsscout und finde heraus, welcher Beruf und welche Branche zu dir passen könnten.


Schulische Voraussetzung

In der Regel wird ein mittlerer Schulabschluss für den Zugang zur Ausbildung verlangt.


Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Fachoberschulreife

Ausbildungsdauer

2 Jahr(e)

Was macht ein Finanzwirt?

Die jährliche Steuerklärung steht an – was so manch Anderen zum Stöhnen bringt, löst bei dir Freude aus, denn du liebst es, mit Zahlen umzugehen und auszurechnen, ob bzw. wie viel Steuern du oder deine Familie zu viel gezahlt hast und wie viel Rückzahlung dir zusteht. Mit der Ausbildung zum Finanzwirt hast du die Möglichkeit, deine Leidenschaft zur Mathematik in eine Karriere umzuwandeln!

Steuerveranlagung

Als Finanzwirt dreht sich dein Arbeitsalltag um die Verwaltung von Steuern, ganz egal ob Einkommens-, Körperschafts-, Grunderwerbs- oder Erbschaftssteuer. Hierzu verbringst du viel Zeit am Schreibtisch im Büro und übernimmst die sachbearbeitenden Aufgaben im Innendienst. Du informierst Bürger und Bürgerinnen umfassend und bearbeitest deren Anträge, Eingaben und Steuerangelegenheiten sachgemäß. Du bist dafür zuständig, Steuerpflichtige zu den laufend erhobenen Steuern, wie z.B. der Einkommenssteuer, zu veranlagen. Veranlagen bedeutet, dass du die Summe, die eine Person zu versteuern hat, und die sich daraus ergebende Steuerschuld berechnest. Anhand von eingereichten Steuererklärungen und Unterlagen ermittelst du den steuerlich erheblichen Sachverhalt.

Im Einklang mit dem Gesetz

Bei der sachgemäßen Bearbeitung von Steuerangelegenheiten berücksichtigst du nicht nur die bestehenden Steuergesetze und -richtlinien, sondern auch das bürgerliche Recht, das Handelsrecht, die Zollgesetzgebung sowie Verwaltungsanweisungen der Finanzdirektionen und die Gerichtsurteile der Finanzgerichte. Auch über aktuelle Gesetzesänderungen bist du stets informiert. Steuergerechtigkeit steht an erster Stelle und du sorgst mit deiner Arbeit für die Gleichmäßigkeit der Besteuerung aller Bürgerinnen und Bürger. Du überprüfst, ob die Angaben in Steuererklärungen mit den Angaben in den Büchern und mit den tatsächlichen Verhältnissen übereinstimmen. Stellst du Ordnungswidrigkeiten oder Steuerstraftaten fest, leitest du ein Bußgeldverfahren für Steuerordnungswidrigkeiten ein oder leitest in schweren Fällen die Akte des betreffenden Falls an die Staatsanwaltschaft weiter. Als Finanzwirt kannst du sogar im Außendienst für die Steuerfahndung eingesetzt werden.

Grunderwerbsteuer, Erbschaftsteuer und Zolldienst

Neben der Steuerveranlagung und Steuerfahndung gehört das Ermitteln und Festlegen von Einheitswerten für unbebaute und bebaute Grundstücke zu deinen Aufgaben. Du wertest den Erwerb von Grundstücken oder Wohnungseigentum steuerlich aus und erfasst darüberhinaus Erbschaften und Schenkungen und erteilst Vollstreckungsaufträge. Im Bereich Zolldienst befasst du dich mit grenzüberschreitendem Warenverkehr, dem Abgaberecht oder der Zollfahndung. Du kontrollierst beispielsweise Ein- und Ausfuhr sowie Durchfuhrverbote und gibst Waren zollamtlich frei.

Gut zu wissen...
  • Kindergeld wird bis zum 25. Lebensjahr gezahlt, sofern sich die Person noch im Studium oder der Ausbildung befindet. Behinderte Kinder sind nicht abhängig von einer Altersgrenze und nehmen das Kindergeld unbegrenzt in Anspruch.
  • Etwa 50 % aller Steuerzahler sind dazu verpflichtet, pro Kalenderjahr eine Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt abzugeben.
  • In Deutschland werden laut einer Studie jährlich Steuern im Umfang von 125 Milliarden Euro hinterzogen. Besonders durch Schwarzarbeit, Betrug und Tricks entgeht der Staatskasse etwa ein Drittel des aktuellen Bundeshaushaltes.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Deine Ausbildung zum Finanzwirt erfolgt dual, d.h. deine Ausbildungszeit teilt sich in Betrieb und Berufsschule auf. In der Berufsschule bzw. Landesfinanzschule setzt du dich mit den theoretischen Ausbildungsinhalten auseinander. Du lernst die nötigen Grundlagen in den Bereichen Allgemeine Rechtskunde und Allgemeines Abgabenrecht, Buchführung und Bilanzwesen, Bewertungsrecht und Vermögensbesteuerung, Organisation, Politische Bildung und Staatskunde, Steuererhebung, Steuern vom Einkommen und Ertrag, Sozialwissenschaftliche Grundlagen des Verwaltungshandelns sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Wie du siehst, kennst du dich als Finanzwirt später in vielen Bereichen gut aus. Du lernst während deiner Ausbildung die steuerrechtlichen Grundlagen kennen, setzt dich also viel mit Steuerrecht, Bürgerlichem Recht und Handelsrecht auseinander und lernst deren Anwendung. Außerdem wird dir beigebracht, wie du deine Kunden kompetent berätst und wie du komplizierte Verwaltungsvorgänge verständlich erklärst. Da du als Finanzwirt viel am PC arbeitest, darf auch eine Schulung in Sachen EDV- Anwendungen und elektronischer Steuererklärungsprogramme wie ELSTER nicht fehlen. Der theoretische Teil deiner Ausbildung dauert insgesamt acht Monate.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Den Großteil deiner Ausbildung, nämlich 16 Monate, verbringst du in deinem Ausbildungsbetrieb bzw. dem Finanzamt. Du wirst von einem erfahrenen Ausbilder begleitet und durchläufst während der Ausbildung alle Abteilungen, die dir für deinen späteren Einsatz offen stehen. Du lernst also sowohl den Bereich Veranlagung, Bewertung, Vollstreckung, Betriebsprüfung, Steuerfahndung sowie Zolldienst kennen. Du machst dich zunächst mit deinem Arbeitsumfeld vertraut und lernst nach und nach, wie du ein Beratungsgespräch mit Bürgern und Bürgerinnen führst und wie du den steuerlich erheblichen Sachverhalt anhand von eingereichten Steuererklärungen und Unterlagen ermittelst und rechtlich würdigst. Du stellst Besteuerungsmerkmale fest und berechnest bzw. setzt Steuern mit Automatisierungsunterstützung fest. Außerdem bearbeitest du Anträge von Arbeitnehmern auf Eintragung eines Ermäßigungsbeitrags auf der Lohnsteuerkarte. Du lernst, wie du mit Erbschafts- und Schenkungsangelegenheiten umgehst und das Finanzamt in Insolvenz- bzw. Konkursverfahren vertrittst. Darüberhinaus wirst du in Sachen Straf- und Bußgeldsachen sowie Steuerfahndung und Zolldienst ausgebildet. 


Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zum Finanzwirt erfolgt dual und dauert 2 Jahre. Alternativ kann ein duales Studium zum "Diplom- Finanzwirt (m/w)" absolviert werden.

Wie gut passt der Beruf Finanzwirt zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne Karriere machen möchtest, ist der Beruf Finanzwirt genau der richtige für dich.
Wenn du nicht überwiegend im Büro sitzen möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Analytisches Denken
Finanzwirt-Quiz
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