Rechte in der Ausbildung

„Wenn man von den Leuten Pflichten fordert und ihnen keine Rechte zugestehen will, muss man sie gut bezahlen.“

Es ist immer gut, seine Rechte zu kennen. Nur so kannst du dich davor schützen, ausgenutzt zu werden. Deine Rechte als Azubi sind gleichzeitig die Pflichten deines Ausbildungsbetriebes. Die wichtigsten haben wir für dich zusammengefasst:


Ausbildungsziel

Dein Ausbildungsbetrieb hat dafür zu sorgen, dass du das Ausbildungsziel in der dafür vorgegebenen Zeit erreichen kannst. Für jeden Ausbildungsberuf gibt es eine Ausbildungsordnung, in der geregelt ist, wie lange deine Ausbildung dauert und welche Kenntnisse und Fähigkeiten dir zu vermitteln sind. Voraussetzung ist natürlich deine Leistungsbereitschaft, d.h. dein stetes Bemühen, die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erlernen.


Geeignete Ausbilder

Du hast das Recht auf einen qualifizierten Ausbilder, der für deine Berufsausbildung zuständig ist. Dein Ausbilder verfügt zum Beispiel über eine abgeschlossene Berufsausbildung und ausreichende Berufserfahrung.


Ausbildungs- und Prüfungsmittel

Alle Materialien, Werkzeuge und Werkstoffe, die für deine Ausbildung und/oder deine Prüfung erforderlich sind, muss dir dein Arbeitgeber kostenfrei zur Verfügung stellen. Dazu zählen beispielsweise Fachbücher, Stenohefte, Haarscheren, Zeichen- und Schreibmaterial.


Ausbildungsmaßnahmen

Dein Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, dich zum Besuch der Berufsschule sowie zum Führen deines Berichtsheftes anzuhalten und das Heft regelmäßig durchzusehen. Für die Berufsschule und Schulveranstaltungen muss dich dein Ausbildungsbetrieb freistellen; außerdem sehen einige Ausbildungsverordnungen vor, dass du dein Berichtsheft während der Arbeitszeit führen darfst.


Fürsorgepflicht

Dein Ausbildungsbetrieb muss dazu beitragen, dass du dich charakterlich weiter entwickeln kannst und dafür Sorge tragen, dass du sittlich und körperlich nicht gefährdet wirst.


Angemessene Aufgaben

Das Berufsbildungsgesetz verbietet den Arbeitgebern, dir Aufgaben zu stellen, die nicht dem Ausbildungszweck dienen, dich sittlich gefährden oder deine körperliche Leistungsfähigkeit übersteigen. Zudem hast du ein Arbeitsverweigerungsrecht, wenn die zu erfüllende Aufgabe nicht deine Ausbildung betrifft. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: Aufgaben wie den ganzen Tag Kaffee kochen gehören natürlich nicht zu deinen Aufgaben, wenn es aber jeder deiner Kollegen tut, bist du auch mal an der Reihe. Weitere Beispiele für die sogenannten „ausbildungsfremden Tätigkeiten“ – also alle Aufgaben, die nicht dem Ausbildungsziel dienen bzw. deine körperliche Belastung übersteigen, sind:


Weiterführende Informationen


Techniker Krankenkasse