Junger Beruf macht bei Verkehrsunternehmen Karriere

Fachkräfte im Fahrbetrieb erwerben vielseitige Qualifikationen

Pfiffig und flexibel, verantwortungsbewusst, serviceorientiert und vielseitig: So sollten junge Menschen sein, die sich für eine Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb – kurz FiF – interessieren. Doch das relativ junge Berufsbild ist bei Schulabgängern bisher wenig in das Bewusstsein gerückt. Zu Unrecht, denn die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb ist nicht nur vielseitiger und anspruchsvoller, als die meisten glauben, sondern auch einer der Berufe, die langfristig sichere Beschäftigungsperspektiven eröffnen. Auch für 2011 hat die Verkehrsbranche noch großen Bedarf an Nachwuchs in diesem Bereich.

Bus und Bahn fahren? Das kann doch Jeder! Michael Weber-Wernz, Fachbereichsleiter Bildung im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und Geschäftsführer der VDV-Akademie in Köln, weiß aus Erfahrung, dass dieses Klischee nicht zutrifft: „Die Fachkräfte in diesem Bereich haben wesentlich mehr drauf. Im Rahmen der anerkannten dualen Berufsausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb beschränkt sich die Qualifikation heute bei weitem nicht auf das Steuern eines Fahrzeuges, sondern umfasst alle Themen rund um das Mobilitätsmanagement“.

Abteilungsübergreifende Einblicke
Ein genauer Blick in die Ausbildungsverordnung zeigt, dass technische, kaufmännische und soziale Komponenten im Rahmen der dreijährigen Ausbildung vermittelt werden. Was für die Auszubildenden eine willkommene Abwechslung bedeutet, ist für das Unternehmen eine wichtige Voraussetzung für den reibungslosen Betrieb, der je nach Situation einen flexiblen Einsatz in verschiedenen Bereichen erfordert. Mit dieser Mischung ist der Beruf ,Fachkraft im Fahrbetrieb’ bei weiblichen und männlichen Jugendlichen gleichermaßen gefragt.

Professioneller Umgang mit den Fahrzeugen, detaillierte Kenntnisse der Straßenverkehrs- und Personenbeförderungsregeln, des Liniennetzes, der Tarifkunde und des Verhalten bei Störungen sind nur einige der grundlegenden Themen im ersten Ausbildungsdrittel. Dazu kommen die Arbeit in der Werkstatt und Aufenthalte in kaufmännischen und serviceorientierten Abteilungen des Ausbildungsunternehmens. „Im ersten Jahr lernen wir alle Bereiche kennen, für die man kein Fahrpatent braucht“, weiß Jan aus dem dritten Ausbildungsjahr. Der 19-Jährige hat bereits die eigentliche Fahrausbildung absolviert und kann seine praktischen Erfahrungen hinter dem Steuer nun bis zum Ende der Ausbildung vertiefen.
Die Unternehmen bilden je nach örtlichem Angebot und Bedarf aus und tragen die Kosten der Fahrausbildungen für Bus, Straßenbahn oder U-Bahn.

Soziale Kompetenz gefragt
Neben handwerklichem Geschick und technischem Verständnis sind vor allem soziale Komponenten gefragt. Im Zentrum stehen korrektes Auftreten und ein freundliches, serviceorientiertes Verhalten. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen beim täglichen Betrieb in den Fahrzeugen und an den Servicestellen permanent in Kontakt mit Menschen und repräsentieren Dienstleistungsunternehmen, die zu 100 Prozent auf die Kunden angewiesen sind“, betont Weber-Wernz. Genau das Richtige für Mara (18) im zweiten Ausbildungsjahr. Am meisten Spaß gemacht hat ihr bisher die Arbeit im Kundencenter am Hauptbahnhof: „Der starke Publikumsverkehr und die bunte Zusammensetzung des Publikums waren schon eine große Herausforderung, aber auch eine spannende Erfahrung.“

Mit diesem Wissen eröffnen sich für Fachkräfte im Fahrbetrieb weitere berufliche Chancen, zum Beispiel als Verkehrsmeister, Lehrfahrer, Fahrlehrer und Verkehrsfachwirt.

Die VDV-Akademie betreibt das Karriereportal der Branche www.vdv-karriere.de, die zentrale Plattform für alle, die sich über eine Ausbildung, ein Studium oder eine Weiterbildung in der Verkehrsbranche informieren möchten. Interessenten finden hier auch eine Börse mit aktuellen Ausbildungsstellen.

FiF-Ausbildung in Kürze
Fachkräfte im Fahrbetrieb durchlaufen eine dreijährige Ausbildung – meistens bei kommunalen, aber auch bei privaten Verkehrsbetrieben im öffentlichen Personennahverkehr.

Voraussetzungen
• gute schulische Leistungen und Interesse an diesem Berufsfeld
• ausgeprägte Serviceorientierung
• handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
• Offenheit und Spaß im Umgang mit Menschen
• Freundlichkeit, Zuverlässigkeit
• Flexibilität und selbständiges Arbeiten
• gute mündliche und schriftliche Ausdrucksweise

Ausbildungsinhalte
• Führen von Bussen und Bahnen im Linienverkehr
• Betriebssicherheit und Pflege von Fahrzeugen
• Fahrgastberatung und -betreuung
• Informations- und Kommunikationssysteme im öffentlichen Personenverkehr
• Fahrgeldtarife und elektronische Abrechnungssysteme
• Personaldisposition
• Marketing
• Kaufmännische Betriebsführung

Ausbildungsvergütung
Die monatliche Ausbildungsvergütung bewegt sich zwischen 550 bis 780 Euro (alte Bundesländer).

Mögliche spätere Aufgabengebiete
• serviceorientierter Fahr- und Kundendienst mit Bus und Bahn
• Kundenberatung und Verkauf
• Störungsmanagement
• Personaldisposition im Fahr- und Betriebsdienst
• Wartung und Disposition von Fahrzeugen
• Planung von Marketing- und Werbemaßnahmen
• Kundenorientiertes Verbesserungsmanagement
• Bedienung und Kontrolle technischer Service- und Sicherheitseinrichtungen
• Personalwirtschaft und Betriebsorganisation


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