Gebäudereiniger/-in


Fassaden, Fliesen, Glasflächen, Innenräume und technische Anlagen unter Beachtung der Umweltschutzbestimmungen reinigen.

Detailbeschreibung


Beim Wort Gebäudereiniger denkt mancher an Putzjobs, die auch von Ungelernten erledigt werden. Die Wirklichkeit in diesem Ausbildungsberuf sieht anders aus. Zwar müssen die Auszubildenden zupacken, Böden schrubben und Scheiben mit dem Fensterleder reinigen. Aber sie müssen sich auch viel theoretisches Wissen aneignen - in der Berufsschule und in der überbetrieblichen Unterweisung der Innung. Nur einige Beispiele: Wie reinigt man die verschiedenen Steinarten, die beim Bau eines Hauses verwendet werden? Welche Pflege braucht PVC - im Gegensatz zu Linoleum oder Teppichboden? Welche Oberflächen müssen mit welchem Putzmittel behandelt werden, damit sie nicht rosten? Wie entfernt man Teerflecken vom Teppichboden oder von wertvollem Parkett? Welche Umweltschutzvorschriften sind zu beachten? Je nach Einsatzbereich variieren die Tätigkeiten von Gebäudereinigern. Bei der sogenannten Unterhaltsreinigung stehen die Reinigung von Bodenbelägen, das Saugen von Teppichen, die Behandlung von Türen, Wänden und Einrichtungsgegenständen sowie der sanitären Einrichtungen im Vordergrund. Beim Einsatz in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen kommt als verantwortungsvolle Aufgabe die Reinigung von Sanitärräumen, Behandlungsräumen wie Intensivstationen dazu. In der Verkehrsmittelreinigung zählen zur Innenreinigung auch die Sitze, Kopfstützen und Handgriffe. Trotz dieser unterschiedlichen Einsatzbereiche gehen Gebäudereiniger meist ähnlich vor. Die Vorbereitung ist ganz wesentlicher Teil der eigentlichen Arbeit: Welche Zeiten müssen für die einzelnen Schritte eingeplant werden? Welche Reihenfolge ist einzuhalten? Welche Maschinen und Geräte sowie Reinigungsmittel müssen bereit gestellt werden? Welche Vorschriften sind zu beachten? In keinem anderen Beruf ist das Ergebnis der Arbeit so offensichtlich: Es muss alles blitzeblank sein!


Voraussetzungen


Je nach Auftragsart ist der Beruf nichts für Langschläfer: Arbeiten in Büroräumen, Werkstätten oder Industriebetrieben werden oft außerhalb der üblichen Arbeitszeiten durchgeführt, um den Betrieb nicht zu stören. Die Arbeitszeit des Gebäudereinigers kann dann in den frühen Morgenstunden oder in den Abendstunden liegen. Aufwendigere Arbeiten des Gebäudereiniger-Handwerks werden häufig durch Arbeitsgruppen mit geteilten Aufgaben erledigt. Die Teamfähigkeit ist daher wichtige Voraussetzung für den Beruf. Für einige Arbeiten - etwa auf Hubarbeitsbühnen oder Leitern - ist Schwindelfreiheit Voraussetzung. Gebäudereiniger sollten eine Vorliebe für praktische Handarbeiten mit technischen Hilfsmitteln haben, jedoch auch mit der Theorie nicht auf dem Kriegsfuß stehen. Denn ohne Flächenberechnungen und Herstellen von Mixturen geht es nicht. Für den guten Gebäudereiniger ist Schmutz "Materie am falschen Ort", deshalb kommen für diesen Beruf nur Menschen in Betracht, die keine Abneigung gegen Schmutz haben und auch mal mit ekligem Dreck umgehen können.
Obwohl Handschuhe die Arbeit erleichtern, sollten keine Allergien gegen Lösungs- oder Putzmittel vorliegen.


Zukunftschancen


Das dieser Beruf Zukunft hat, liegt auf der Hand. Jeder Betrieb, der was auf sich hält, muss sich seinen Kunden stets ordentlich präsentieren. Auch strengere Hygiene- und Umweltvorschriften tragen dazu bei, dass Gebäudereiniger immer mehr gefragte Spezialisten sein werden.
Wer Bescheid weiß über Verschmutzungsarten und deren Beseitigung, findet viele Arbeitsbereiche, auf die er sich spezialisieren kann: Glasreiniger putzen Fenster, Fassadenreiniger bringen ans Licht, was sich bisher unter dicken Schmutzschichten verbarg. Im Krankenhaus werden zusätzlich ausgebildete Gebäudereiniger als Desinfektoren eingesetzt. Deren Arbeit schätzen auch Pharmaindustrie und Schwimmbadbetriebe. Wer sein eigener Herr werden möchte oder das Gelernte irgendwann einmal weitergeben möchte, dem steht natürlich - wie in allen Ausbildungsberufen - auch die Meisterprüfung offen.